BootsbauAirhull-Technologie soll E-Booten Reichweite verleihen

Torsten Moench

 · 08.06.2025

Die Nabwork 1240 Electric schwebt auf einem Luftkissen
Foto: Pascal-Technology
Eine neuartige norwegische Rumpfkonstruktion namens AirHull verspricht bis zu 50% weniger Energieverbrauch bei Gleitfahrt im Vergleich zu herkömmlichen Bootsrümpfen.

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Die norwegische Firma Pascal-Technology hat eine innovative Rumpfform für Gleiter entwickelt, die den Energieverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten deutlich reduzieren soll. Die patentierte AirHull-Technologie nutzt ein Luftpolster unter dem Rumpf, um den Wasserwiderstand zu verringern.

Das erste damit ausgerüstete Boot ist die aus Aluminium gefertigte Nabwork 1240 Electric, gebaut von Moen Marin AS in Trondheim.

Funktionsweise des AirHull-Rumpfes

Der AirHull-Rumpf verfügt über einen speziell geformten Unterboden mit Luftkanälen. Ein im Bug befindlicher elektrisch angetriebener Ventilator bläst während der Fahrt Luft in diese Kanäle. Dadurch bildet sich bei Gleitfahrt ein Luftpolster zwischen Rumpf und Wasseroberfläche. Elektronisch gesteuerte Klappen am Heck regulieren den Luftfluss. So lässt sich der Druck unter dem Rumpf der jeweiligen Fahrsituation anpassen. Dieses Luftkissen reduziert den Rumpfwiderstand und somit den Energiebedarf für den Vortrieb.

Energieeinsparung im Vergleich

Laut Herstellerangaben soll die AirHull-Technologie den Gesamtenergieverbrauch bei Gleitfahrt um 30-50% im Vergleich zu konventionellen Rümpfen senken. Diese Werte beziehen sich auf die Summe aus Antriebsleistung und Energiebedarf für den Luftgebläse-Ventilator. Der Ventilator selbst soll je nach Geschwindigkeit etwa 5-15% des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen.

Anwendungsbeispiel elektrische Fähre

Als Beispiel für die Effizienz nennt Pascal-Technology den Entwurf einer vollelektrischen 27-Meter-Fähre für 150 Passagiere. Diese soll bei 35 Knoten Reisegeschwindigkeit 30% weniger Energie verbrauchen als ein vergleichbarer Diesel-Katamaran. Dies, obwohl das Elektroboot durch die Batterien ein höheres Gewicht aufweist.

Potenzial für emissionsfreien Schnellbootverkehr

Die AirHull-Technologie könnte einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung des Schiffsverkehrs, aber auch des Wassersports, leisten. Durch den geringeren Energiebedarf lassen sich die Reichweiten von Elektrobooten erhöhen oder die Batteriekapazität und damit das Gewicht reduzieren. Dies macht emissionsfreie Antriebe auch für Gleitboote, bei denen bisher die Reichweite ein Problem war, interessant.

Technische Daten

  • Länge: 12 m
  • Breite: 4 m
  • Tiefgang: 1,4m
  • Akkuleistung: 378 kWh
  • Reisegeschwindigkeit: 20-25 kn
  • Max. Speed: 30 kn
  • Reichweite in Gleitfahrt: 40 sm
  • Energieeinsparung bei Gleitfahrt: 30-50% im Vergleich zu konventionellen Rümpfen
  • Energieverbrauch Luftgebläse: 5-15% des Gesamtverbrauchs

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Torsten Moench

Torsten Moench

Chefredakteur BOOTE

Im Anschluss an zwei handwerkliche Ausbildungen studierte Torsten Moench Elektrotechnik an der HAW-Hamburg. Es folgten ein Volontariat und knapp 10 Jahre Arbeit als Test- und Technik-Redakteur beim Delius-Klasing Verlag. Seit 2003 ist Moench Chefredakteur des führenden europäischen Motorboot-Magazins BOOTE. Auch in seiner Freizeit bleibt er seinem Metier treu, und verbringt viel Zeit auf seinem Motorboot, mit dem er vorzugsweise auf den norddeutschen Gewässern und der Ostsee unterwegs ist. Neben seiner Arbeit als Chefredakteur ist Moench als Buchautor tätig.

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