Die norwegische Firma Pascal-Technology hat eine innovative Rumpfform für Gleiter entwickelt, die den Energieverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten deutlich reduzieren soll. Die patentierte AirHull-Technologie nutzt ein Luftpolster unter dem Rumpf, um den Wasserwiderstand zu verringern.
Das erste damit ausgerüstete Boot ist die aus Aluminium gefertigte Nabwork 1240 Electric, gebaut von Moen Marin AS in Trondheim.
Der AirHull-Rumpf verfügt über einen speziell geformten Unterboden mit Luftkanälen. Ein im Bug befindlicher elektrisch angetriebener Ventilator bläst während der Fahrt Luft in diese Kanäle. Dadurch bildet sich bei Gleitfahrt ein Luftpolster zwischen Rumpf und Wasseroberfläche. Elektronisch gesteuerte Klappen am Heck regulieren den Luftfluss. So lässt sich der Druck unter dem Rumpf der jeweiligen Fahrsituation anpassen. Dieses Luftkissen reduziert den Rumpfwiderstand und somit den Energiebedarf für den Vortrieb.
Laut Herstellerangaben soll die AirHull-Technologie den Gesamtenergieverbrauch bei Gleitfahrt um 30-50% im Vergleich zu konventionellen Rümpfen senken. Diese Werte beziehen sich auf die Summe aus Antriebsleistung und Energiebedarf für den Luftgebläse-Ventilator. Der Ventilator selbst soll je nach Geschwindigkeit etwa 5-15% des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen.
Als Beispiel für die Effizienz nennt Pascal-Technology den Entwurf einer vollelektrischen 27-Meter-Fähre für 150 Passagiere. Diese soll bei 35 Knoten Reisegeschwindigkeit 30% weniger Energie verbrauchen als ein vergleichbarer Diesel-Katamaran. Dies, obwohl das Elektroboot durch die Batterien ein höheres Gewicht aufweist.
Die AirHull-Technologie könnte einen wichtigen Beitrag zur Elektrifizierung des Schiffsverkehrs, aber auch des Wassersports, leisten. Durch den geringeren Energiebedarf lassen sich die Reichweiten von Elektrobooten erhöhen oder die Batteriekapazität und damit das Gewicht reduzieren. Dies macht emissionsfreie Antriebe auch für Gleitboote, bei denen bisher die Reichweite ein Problem war, interessant.

Chefredakteur BOOTE