Galeon 335 GTO​Heiße Kiste mit RIB-Genen unter zehn Meter

Jörg Müller-Dünow

 · 08.07.2026

Das kleinste Modell der polnischen Werft.
Foto: Galeon
Mit ihrem kleinsten Boot will die polnische Galeon-Werft Fahrspaß, Alltagstauglichkeit aber vor allem auch Weekend-Komfort miteinander verbinden. Und das auch noch auf unter zehn Meter Rumpflänge. Der BOOTE-Test zeigt, ob das Konzept aufgeht.

Die Galeon 335 GTO soll so etwas sein wie der eierlegende Wollmilch-Flitzer: Spaßmaschine mit RIB-Genen, Dayboat mit Weekend-Potenzial, Leichtgewicht mit Cruiser-Komfort – und all das in einem eigenständigen, fließenden Design mit hohem Qualitätsanspruch. Das neue Modell markiert die untere Grenze der vielfältigen Baureihen der Werft. Das Spektrum reicht von Sportbooten über Flybridge-Yachten und Explorer mit mehr als 25 Metern Länge bis hin zu diesem 9,99 Meter langen Exemplar.

​Markantes Design und starke Motorisierung

Im Werfthafen nahe Danzig, zwischen den eleganten, teakgedeckten großen Schwestern, gibt sich die 335 GTO rebellisch-cool: Im Cockpit liegt grauer Esthec-Belag, die Polster sind ebenfalls in Grautönen gehalten, der Steuerstand schimmert schwarzgrau und auch in der Kabine dominieren kühle Holztöne. Das lang gezogene Hardtop spannt sich in einem großen Bogen nach achtern und mündet dort in trapezförmig angedeuteten Luftauslässen. Die Formensprache ist trotz der Galeon-typischen Eleganz eher maskulin und muskulös, griffig und kantig. Schon auf den ersten Blick wird klar, worum es hier geht: Fahrspaß, Dynamik und Kraft. Passend dazu hängen am Heck zwei Mercury Verado V10 mit jeweils 400 PS. Serienmäßig sind zwei 300-PS-Motoren montiert.

Neben der schieren Kraft will das Modell aber auch mit Komfort in der Bucht punkten. Optional lässt sich das Schanzkleid an Backbord im Hafen oder vor Anker seitlich als Balkon absenken, wodurch die nutzbare Fläche im Cockpit deutlich wächst. Während aus der Fahrerperspektive alles auf Sportlichkeit und Dynamik ausgelegt ist, stehen vorn und achtern Geselligkeit und Badespaß im Vordergrund.

​Buglounge mit cleveren Details der Galeon 335 GTO

In der über Wasser sehr breiten Bugsektion lädt eine umlaufende Lounge-Bank zum Klönschnack am einsteckbaren Tisch ein. Wird die Mitte mit einem zusätzlichen Polsterelement geschlossen, entsteht eine 1,75 x 1,75 Meter große Sonnenliege. In die Rückenlehnen sind schwenkbare Armlehnen mit Getränkehaltern integriert. Vor dem Ankerkasten sitzen zudem gut versteckt zwei Lautsprecher des Soundsystems.

Am anderen Ende der Yacht wartet eine weitere Sitzgruppe in U-Form mit verkürztem Schenkel und breiter Heckbank. Während der Fahrt sitzen die Gäste hier mit Blick nach vorn. Vor Anker lässt sich die gesamte Einheit nach vorn verschieben und die Rückenlehne umklappen. Gleichzeitig wird die Längsbank an Steuerbord durch das Herunterklappen einer Lehne nach achtern verlängert. So entsteht eine gemütliche Lounge mit Blick über die Außenborder aufs Wasser. Eingefasst wird sie von einer für diese Bootsgröße riesigen Badeplattform, deren äußere Flanken über die Motoren hinausreichen. Von der Seite betrachtet wirken die Aggregate dadurch fast in die Plattform integriert. Die Edelstahl-Badeleiter verschwindet unter einer Klappe an Backbord.

Wie das Boot von innen aussieht und wie es sich fährt, erfahrt ihr demnächst im zweiten Teil.


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Jörg Müller-Dünow fand mit 13 auf Spiekeroog durch Zufall zum Segelsport und lernte das Wattensegeln von der Pike auf. Der Düsseldorfer hat ein RIB auf dem Rhein verchartert, mit Yachten zwischen 6 und 22 Metern an den Regatta-Klassikern in den Niederlanden und im westlichen Mittelmeer teilgenommen und ist heute mit eigenem Boot und der Familie in Zeeland unterwegs. Neben beruflichen Stationen in Agenturen und Unternehmen als PR-Berater und Pressesprecher war er praktisch immer auch als freier Journalist tätig. Seit 2025 berichtet er aus den Niederlanden für BOOTE und YACHT, testet Boote, teilt Reiseerlebnisse und Reviertipps und portraitiert spannende Werften oder Wassersportler.

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