Galeon 390 Fly

Ralf Marquard

 · 30.05.2008

Galeon 390 FlyFoto: Morten Strauch
Beschreibung
Wer gerne eher den unbeachteten Platz an der Sonne bevorzugt, fährt mit der Galeon 390 Fly gut: mit ihrer großen Flybridge ein idealer Platz hierfür.
BeschreibungFoto: Morten StrauchBeschreibung

Eine ganz spezielle Fan-Gemeinde, die sich meist von anderen Konzepten nicht überzeugen lässt, besitzt Flybridge-Boote. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Vom oberen Open-Air-Bereich hat man uneingeschränkten Überblick und eine tolle Aussicht, außerdem sitzt und liegt man dort mehr vor neugierigen Blicken geschützt als in den großen Cockpits der Open.

Nachteile sind vor allem die größere Durchfahrtshöhe und die spürbar kräftigere Pendelbewegung (auf Fly) im Rauwasser. Letztere konnten wir nicht beurteilen, da unser Testrevier Müggelsee zu den ruhigen Fahrgebieten zählt.

Dafür eignet es sich aber ideal, um die Manövrierfähigkeit und Kursstabilität in langsamer Fahrt zu testen. Das Manövrieren war mit der Test-Galeon ein Kinderspiel. Möglich machten das die beiden IPS-Antriebe, die über einen Joystick (Extra) angesteuert werden. Mit diesem System lässt sich das Boot feinfühlig vor-, zurück- und seitwärts bewegen. Für die Verdrängerfahrt benutzt man wie gewohnt Schaltung und Lenkrad. Mit gut 5 kn läuft die Galeon kursstabil und erzeugt nur eine kleine Welle. Bis etwa 8 kn (1500/min) bleibt die Heckwelle auf einem erträglichen Maß und nimmt danach kräftig zu. Der Bug hebt sich mit zunehmender Welle an und stört die Voraussicht gering.

Die kleinste Gleitfahrt erreicht die Galeon um 2500/min mit 18 kn. Wer wirtschaftlich fahren will, lässt die beiden Diesel 3000/min drehen und gleitet dann mit knapp 25 kn kursstabil übers Wasser. Der geringe Geräuschpegel von etwa 77 dB/A am Salon-Fahrstand sorgt dabei für eine entspannte Reise. Im negativen Sinn findet das Wort „gering“ sich bei der Reichweite wieder: Mit einem Verbrauch von gut 3,9 l/sm und Spritvorrat von 1000 l abzüglich 15 % errechnen sich magere 215 sm.

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Bei Vollgas mit knapp 31 kn laufen noch etwa 0,2 l/sm mehr durch die Spritleitungen.

Datenblatt 390 FlyWerft:GaleonCE-Kategorie:BTyp:GleiterRumpf und Deck:KunststoffLänge:11,76 mBreite:3,72 mTestmotor:Volvo Penta IPS400 217 kW (295 PS)Preis:347 450 €

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Ralf Marquard

Ralf Marquard

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE

Ralf Marquard entdeckte seine Begeisterung für das Bootfahren auf der beschaulichen Aller, zunächst mit Schlauchbooten, später mit einem Sechs-Meter-Kajütboot. Sein Elektrotechnikstudium an der HAW Hamburg führte ihn vom südlichen Heidekreis (Niedersachsen) in die Hansestadt. Ralf Marquard arbeitet seit 1997 in der BOOTE-Redaktion und wurde dort zum Testredakteur ausgebildet. Er testet sowohl kleine Schlauchboote als auch größere Yachten. Sein persönliches Boot ist ein 4,50 Meter langes, selbstgebautes Holzboot mit einem 50-PS-Außenbordmotor. Im Jahr 2007 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur bei BOOTE ernannt.

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