Marcopolo MP12Adventure Yacht mit drei Motoren

Jan-Ole Puls

 · 12.04.2026

In Gleitfahrt präsentiert sich die neue Marcopolo MP12.
Foto: Marcopolo
Die neue Marke Marcopolo Adventure Yachts bringt mit der MP12 ihr erstes Modell auf den Markt. Das 12,70 Meter lange Boot kombiniert Außenborder-Antrieb mit einem wandelbaren Raumkonzept und richtet sich an Eigner, die Wert auf Flexibilität legen. Nach der Premiere auf der boot Düsseldorf 2026 sind nun die ersten Aufnahmen vom Wasser verfügbar.

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Die Marcopolo MP12 ist das erste Modell der neuen Marke Marcopolo Adventure Yachts, die zur Aschenez-Gruppe gehört. Diese Gruppe betreibt bereits die Werften Invictus Yacht und Capoforte. Mit der MP12 verfolgt Rosario Alcaro, Chef der Aschenez-Gruppe, einen anderen Ansatz als bei den bestehenden Marken. Der Fokus liegt auf Manövrierbarkeit, Technologie und einem modularen Aufbau. Das Boot wird ausschließlich mit Außenbordern angeboten, was in dieser Größenklasse eher selten ist. Die Konstruktion übernimmt die 3AF Shipyard, das Design stammt von Roberto Delfanti Design Lab.

Wandelbares Konzept zwischen Open und Cruiser

Die MP12 lässt sich in zwei verschiedenen Versionen aufbauen: als offenes Boot oder als Cruiser mit geschlossenem Deckshaus. Das Besondere daran ist die Möglichkeit, diese Konfiguration auch nachträglich zu ändern. Die strukturellen Module sind so konstruiert, dass sie später eingebaut werden können. Die erste ausgelieferte Version ist als Cruiser ausgelegt, bei dem der gesamte Bereich unter dem Hardtop durch große Panoramafenster geschlossen wird. Diese Wandelbarkeit soll den Wiederverkaufswert stabilisieren, da sich das Boot an veränderte Bedürfnisse anpassen lässt. Neu ist das System allerdings nicht. Die ebenfalls türkische Werft Aiata bietet das System ebenso an.

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Antrieb und Rumpfkonstruktion

Am Heck arbeiten wahlweise drei Außenborder mit jeweils 450 PS oder drei Motoren mit je 350 PS. Der Rumpf ist als Triple-Step-Design ausgelegt, also mit drei Stufen an der Unterseite. Diese Bauweise soll den Strömungswiderstand verringern und die Beschleunigung verbessern. Laut Hersteller erreicht die MP12 eine sichere Reisegeschwindigkeit von 40 Knoten. Der Rumpf wurde mittels CFD-Analyse entwickelt, einem computergestützten Verfahren zur Berechnung von Strömungsverhalten.

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Cockpit und Deckslayout

Das Cockpit verfügt über ausklappbare Seitenterrassen, die den nutzbaren Raum erweitern. Eine große Liegefläche mit verstellbarer Rückenlehne lässt sich zur Sitzgruppe hin ausrichten. Die Dinette bietet Platz für mehrere Personen, der Tisch ist ausziehbar. Ein zweites Sofa kann durch verschiebbare Glasscheiben abgetrennt werden und bildet je nach Rückenlehnen-Stellung einen weiteren Sitzbereich mit zwei Einzelsesseln und einem zusätzlichen Tisch. Hinter den Steuerständen befindet sich eine Bar-Einheit mit Pantry-Ecke, Spüle und Kühlschrank. Auf der Steuerbordseite führt eine seitliche Tür zum Seitendeck, das breit genug ist, um auch weniger geübten Gästen den Weg zum Bug zu erleichtern.

Bugbereich und Unterdeck

Der Bug fällt durch seine ausgestellte Form auf, die an militärische Schiffe erinnert. Designer Roberto Delfanti erklärt, dass diese Gestaltung den nutzbaren Raum vergrößert. Vorne entsteht so eine Lounge mit Liegefläche und zwei Sitzplätzen. Unter Deck empfängt eine konfigurierbare Dinette die Gäste. Im Bug liegt eine Doppelkabine mit zwei großen Kleiderschränken. Das Bad verfügt über eine separate Dusche. Mittschiffs unter dem Salon befinden sich zwei weitere Einzelkojen.

Materialwahl und Farbgebung

Die MP12 zeigt sich in Steel Grey mit einem breiten schwarzen Band an Deck und Rumpf. Das Hardtop ist komplett weiß gehalten. Delfanti verweist auf Geländewagen der 1970er Jahre als Inspiration für diese Farbkombination. Für die Polsterung verwendet die Werft Space Shell, ein Material aus der Luft- und Raumfahrt sowie dem Motorsport. Es soll die Wärmeübertragung begrenzen und damit den Komfort bei direkter Sonneneinstrahlung erhöhen. Das Material kommt an stark beanspruchten Stellen wie Liegeflächen und Sitzpolstern zum Einsatz. Optional gibt es eine Deckmatte aus Evercore-Verbundwerkstoff mit Korkpartikeln, die rutschfest, langlebig und isolierend wirken soll. Im Innenraum verwendet die Werft Dinamica, einen technischen Bezugsstoff aus dem Automobilbereich.

Leichtbau und Gewichtsverteilung

Die Konstruktion setzt auf moderne Verbundwerkstoffe statt traditioneller Materialien. Strukturelemente bestehen aus recyceltem PET, einem thermoplastischen Kunststoff. Schotten und Möbelteile nutzen Wabenpolypropylen, ein Material mit zellulärer Struktur, das Steifigkeit und Flexibilität kombiniert. Der Rumpf besteht aus hochwertigen Glasfaserlaminaten. Carbon kommt bei den Stützen und dem Hardtop zum Einsatz, um den Schwerpunkt zu senken und das Gewicht oben zu reduzieren. Die Werft hat dreidimensionale Gewichts- und Belastungsanalysen durchgeführt, um die Verteilung zu optimieren. Der Kraftstofftank fasst 1.590 Liter, der Frischwassertank 247 Liter, der Schwarzwassertank 112 Liter. An Bord finden maximal 14 Personen Platz

Technische Daten

  • Länge über alles: 12,70 m
  • Breite: 4,05 m
  • Maximale Motorisierung: 3 x 450 PS
  • Personenkapazität: 14
  • Kraftstofftank: 1.590 l
  • Frischwassertank: 247 l
  • Schwarzwassertank: 112 l
  • Kühlschränke: 2 x 130 l (optional)
  • Rumpfmaterial: Glasfaser
  • Design: Roberto Delfanti
  • Werft: 3AF Shipyard

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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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