Die in den finnischen Fischerdörfern Rymättylä und Ähtäri sowie in Stockholm ansässige Terhi Oy verkauft seit ihrer Gründung vor 51 Jahren jährlich rund 5000 Boote. Um dieses Ziel zu erreichen, beschäftigt das Unternehmen rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute bildet Terhi Oy zusammen mit den Marken Sea Star, die Commuter-Boote baut, und Silver Boats, die Aluminiumboote herstellt, die TerhiTec-Gruppe. Mehrere Terhi-Modelle sind zu Klassikern geworden und in fast jedem größeren Hafen zu finden. Hierzulande werden die Boote unter anderem von der Boat Solutions GmbH aus Utting am Ammersee importiert, von der auch unsere Test-Terhi stammt. Der Vertrieb erfolgt über ein bundesweites Händlernetz. Zur Auswahl stehen 22 Modelle mit einer Länge von 2,35 bis 4,75 Metern.
Die Boote bestehen aus salzwasserbeständigem ABS-Kunststoff. Diese recycelbare Mischung aus Acrylnitril, Butadien und Styrol bietet gegenüber herkömmlichem GFK einige Vorteile, so die Terhi-Philosophie. Spannungsrisse, wie sie bei Glasfaserbooten auftreten können, gibt es hier nicht. Der Hohlraum zwischen den maschinell vorgefertigten Rumpfschalen wird mit geschlossenporigem Polyurethanschaum gefüllt und die Formteile unter einem enormen Druck von 30 Tonnen pro Quadratmeter dauerhaft miteinander verbunden. Ein positiver Nebeneffekt dieser Produktionsmethode ist der hohe Auftrieb, der die Terhi selbst bei voller Flutung unsinkbar machen soll.
Doch nun zum Boot. Einer der wichtigsten Punkte bei einem Fischerei- oder Sportboot ist die Staumöglichkeit. Auf der Terhi gibt es zwei Möglichkeiten, etwas zu verstauen. Im Bug ist eine kleine Kiste für beispielsweise Getränke oder einen Anker. Im Heck befindet sich eine große Sitzbank, unter der sich ebenfalls viel Stauraum befindet. Hier kann man, unserer Meinung nach, am besten den Benzintank unterbringen. Er ist dann unter der Holzbank verborgen und vor Verrutschen gesichert. Außerdem kann der Benzinschlauch durch eine Öffnung zum Außenborder geführt werden. Beide Backskisten werden mit einem Klappriegel verschlossen. Mit einem Vorhängeschloss können beide Bereiche verschlossen werden.
In dem doppelwandigen ABS-Rumpf ist man durch aufgeklebte Antirutschstreifen und eine Art Fußkeile gut gegen Wegrutschen gesichert. Ob das Boot innen nass oder trocken ist, macht keinen großen Unterschied. Sollte einmal zu viel Wasser im Boot sein, kann es durch einen Lenzstopfen im Rumpf wieder nach außen geleitet werden. Im Heck befinden sich außerdem zwei seitliche Staufächer. Angetrieben wird die Terhi 400 entweder mit den 2,52 Meter langen Riemen zum Rudern oder mit einem Motor. Die maximale Motorleistung liegt bei 15 PS.
Wir haben die 400er im Rahmen unseres 6-PS-Außenborder-Vergleichstests mit einem 6-PS-Außenborder von Suzuki gefahren. Mit dem Suzuki DF 6 AS erreicht das Boot mit zwei Personen bis zu 13,1 km/h. Dabei verbraucht die Terhi 2,11 Liter pro Stunde. Fährt man allein, hat der Motor genug Kraft, um das Boot in Gleitfahrt zu bringen. Bei kurvenfahrt fällt die Terhi 400 zurück in Verdrängerfahrt, dafür sind zu wenig Pferdestärken an Bord. Wer möchte, kann sich aus der umfangreichen Optionsliste Extras aussuchen. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Buggriff, Polster oder eine Hafenpersenning mit Aluminiumbügel. Außerdem kann das Boot auch als C-Version gekauft werden. Dann gibt es einen kleinen Steuerstand mit Fernbedienung und Lenkrad für den Motor.

Redakteur Test & Technik