Tuccoli T235 SFNeues 7-Meter-Boot für raue See

Jan-Ole Puls

 · 06.10.2026

Die neue Tucolli T235 SF.
Foto: Tuccoli
Tuccoli Marine zeigt auf der Genua Boat Show die T235 SF. Das 7,2 Meter lange Boot erhält die CE-Kategorie B für Offshore-Einsätze. Auslieferung ab Oktober 2026.

Die Werft Tuccoli Marine aus Collesalvetti stellt mit der T235 SF ein kompaktes Fischerboot vor, das trotz seiner Länge von nur 7,2 Metern die CE-Kategorie B erreicht. Diese Zulassung gilt für Fahrten bis Windstärke 8 und Wellenhöhen bis 4 Meter, eine Klassifizierung, die in diesem Größensegment selten ist. Die Werft überträgt damit Konstruktionsprinzipien aus dem Arbeitsbootbau auf ein Freizeitboot.

Verstärkter Rumpf nach Arbeitsboot-Prinzip

Die Werft nennt ihr Konzept Executive Sport Vessel. Dahinter steht die Idee, den Rumpf genau dort zu verstärken, wo die größten Belastungen auftreten, entsprechend wählt Tuccoli auch die Glasfasergewebe für die Laminierung aus. Das Ergebnis soll laut Hersteller bessere Fahreigenschaften bei Seegang, längere Haltbarkeit und stabilere Wiederverkaufswerte bringen. Paolo Sanguettola, Geschäftsführer von Nuova Tuccoli, erklärt: "Ein Arbeitsboot muss dort am stärksten sein, wo die Belastungen am größten sind. Dieses Prinzip wenden wir nun auch im Freizeitbootbau an."

Antrieb und Geschwindigkeit

Bei der T235 SF stehen zwei Antriebsoptionen zur Wahl: ein einzelner Außenborder oder zwei Motoren mit zusammen bis zu 300 PS. Mit der stärkeren Variante erreicht das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von 42 Knoten, umgerechnet etwa 78 Kilometer pro Stunde. Die Breite beträgt 2,55 Meter.

Kabine und Nasszelle

Unter Deck liegt eine V-Koje für zwei Personen, die separate Nasszelle bietet Waschbecken und Dusche. Unter dem Hardtop findet sich die Pantry mit Kochfeld und Spüle. Im Cockpit lässt sich die Sitzbank einklappen und versenken, um bei Bedarf mehr Decksfläche zu schaffen. Angler können zusätzlich Fischbehälter und Rutenhalter ordern.

Digitaler Bootspass im Rumpf

Jedes neue Boot von Tuccoli Marine erhält serienmäßig einen digitalen Bootspass: Ein NFC-Chip wird fest in den Rumpf laminiert. Mit dem Smartphone lassen sich darüber Bauzertifikat, Materialspezifikationen, Wartungshistorie, Handbücher und Originaldokumente abrufen. Das System macht den Lebenszyklus des Boots nachvollziehbar und soll eine objektivere Bewertung von Zustand und Wert ermöglichen. Marcello Gherbin, Vertriebs- und Marketingleiter, sieht darin auch eine Antwort auf künftige EU-Vorgaben zur Materialrückverfolgung.

Profisparte mit Behördenaufträgen

Die Professional-Sparte der Werft liefert aktuell Boote an italienische Behörden. Eine Einheit für die Carabinieri ist bereits in Sizilien im Einsatz, zwei weitere sollen zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 folgen. Für ARPAL, die Umweltschutzbehörde der Region Ligurien, baut Tuccoli ein Spezialboot für Gewässerüberwachung und Probenentnahme. Es erhält einen Innenborder, eine geschlossene Kabine als Büro, zwei Kühlschränke, einer davon ausschließlich für Proben, sowie einen Heckbogen mit Winden für Messgeräte. Ein weiteres Projekt in der Profisparte läuft bereits, bleibt aber vorerst unter Verschluss. Gherbin dazu: "Wir arbeiten an etwas Wichtigem, können aber aus Zeit- und Vertraulichkeitsgründen noch nichts verraten."

Technische Daten Tuccoli T235 SF:

  • Länge über alles: 7,2 Meter
  • Breite: 2,55 Meter
  • CE-Kategorie: B (Offshore)
  • Antrieb: Einzelner Außenborder oder Twin-Außenborder
  • Maximale Motorleistung: 300 PS (kombiniert bei Twin-Variante)
  • Höchstgeschwindigkeit: 42 Knoten
  • Kabine: V-Koje für 2 Personen

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Jan-Ole Puls

Jan-Ole Puls

Redakteur Test & Technik

Ole Puls wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf und kam so früh mit dem Segeln in Berührung. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bootsbauer im Bereich Hightech-Kohlefaserbau. Seit 2022 ist er im Ressort Test & Technik tätig. Zu seinen Aufgaben zählen Bootstests von Motorbooten aller Art sowie praxisnahe Technikthemen. Die Sommer verbringt er auf dem Wasser und meist auf der Ostsee oder Schlei.

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