Etwas Militärisches haftet Verfolgern ohnehin an. Da ist es nur konsequent, wenn sich dem weiterhin wachsenden Chaseboot-Markt ein Unternehmen aus dem Marine-Umfeld widmet. Die MED Group fertigt eine halbe Autostunde südlich von Ravenna schnelle RIBs für Einsatzkräfte und gab das Design für ihr Yacht-Debüt Tykun X beim Florentiner Altmeister Tommaso Spadolini in Auftrag. Zudem überraschen sie mit Aluminiumbauweise. Gegenüber GFK-Konstruktionen will Tykun mit Robustheit und vor allem Flexibilität punkten.
So bieten die Italiener drei Größen an (8,5, 10,5 und 12,5 m) und passen jeweils Layout, Farbschemata und Oberflächen individuellen Kundenwünschen an. Das mittelgroße Modell etwa, das BOOTE EXCLUSIV vor Monaco fuhr, erhielt achtern zwei Sitzgruppen in U-Form, die sich in eine Liegefläche verwandeln lassen. Direkt dahinter schließt die Wetbar an. Der Skipper sieht alles auf dem 16-Zoll-Bildschirm von Garmin. Alle drei Modelle basieren auf einem von Carlo Bertorello entworfenen Rumpf mit einer umlaufenden Fenderleiste aus Schaumstoff.
Tykun-CEO Marco Galimberti festigt den Weg vom Militär- zum Superyacht-Bereich: „Mehr als 90 Prozent unseres Geschäfts war militärisch geprägt, deshalb beschlossen wir 2024, unser Wissen darauf anzuwenden, etwas für Superyachten zu bauen, das sich vom derzeit Angebotenen unterscheidet.“
Das Chaseboot wird von zwei Mercury-Verado-Außenbordern angetrieben. Mit den stärksten Motoren sind bis zu 55 Knoten möglich. Zudem entwickelt die MED Group die Antriebstechnologie weiter. Die Prototypen Tykun H1 nutzen denselben Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb wie die Begleitboote des 37. America’s Cup.