Jan-Ole Puls
· 01.06.2026
Die LETECH GmbH aus Welzheim-Breitenfürst, bisher bekannt für Sonderfahrzeuge auf Basis der Mercedes G-Klasse und des Ineos Grenadier, hat mit dem LMT 4.5 ihr erstes Wasserfahrzeug entwickelt. Das Beiboot richtet sich an Eigner größerer Yachten, die ein robustes Tender für den Transport zwischen Schiff und Land benötigen. Der Hersteller setzt dabei auf die gleichen Grundsätze wie bei seinen Landfahrzeugen: Langlebigkeit, Funktionalität und eine Fertigung in Deutschland.
Der Rumpf besteht aus drei Millimeter starkem Marine-Aluminium. Das Material ist nicht nur besonders robust und gleichzeitig angenehm leicht, sondern kommt auch mit Salzwasser deutlich besser klar als herkömmlicher Stahl. Genau das macht es für den Einsatz auf dem Wasser so interessant.
Das Boot bringt gerade einmal 385 Kilogramm auf die Waage. Insgesamt misst es 4,5 Meter in der Länge, der eigentliche Rumpf kommt auf 3,75 Meter. Dazu ist das Boot 2,05 Meter breit und 1,68 Meter hoch.
Als Antrieb arbeitet ein Rotax 1630 ACE-300 – für alle, die mit der Bezeichnung erstmal nichts anfangen können: Dahinter steckt ein aufgeladener Dreizylinder-Motor mit satten 300 PS. Der dreht bis zu 8000 Mal pro Minute und treibt keinen klassischen Propeller an, sondern einen Jet-Antrieb. Bedeutet: Vortrieb durch einen kräftigen Wasserstrahl statt durch eine außenliegende Schraube.
Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 50 Knoten an, also rund 93 km/h. Im Gespräch mit Eigentümer Andreas Lennartz wird aber schnell klar: Da steckt noch deutlich mehr drin. Irgendwann wird das Ganze allerdings schlicht kaum noch kontrollierbar. Die Marke von 100 km/h wurde bei Probefahrten trotzdem schon geknackt. Die angenehme Marschgeschwindigkeit liegt je nach Bedingungen zwischen 22 und 27 Knoten. Der Tank fasst 70 Liter Kraftstoff.
Mit einem Fahrgewicht von 385 Kilogramm und 300 PS ergibt sich ein Leistungsgewicht von gerade einmal 1,28 Kilogramm pro PS. Spätestens da wird klar: Dieses Boot ist definitiv auf der sportlichen Seite unterwegs.
Zum Vergleich: Ein Sea-Doo GTR-X 300 gilt auf dem Wasser bereits als echtes Performance-Gerät und bringt nur rund 25 Kilogramm weniger auf die Waage als das Boot selbst. Trotzdem liegt dessen Leistungsgewicht bei etwa 1,2 Kilogramm pro PS. Das zeigt ziemlich deutlich, in welcher Liga sich das Ganze bewegt.
Der Auftriebskörper der LMT 4.5 besteht aus einem Hypalon-Schlauch mit drei voneinander unabhängigen Luftkammern. Hypalon ist ein synthetisches Kautschukmaterial, das besonders widerstandsfähig gegen UV-Strahlung, Chemikalien und mechanische Belastungen ist. Außerdem ist es derzeit das beste und hochwertigste Material, welches man für Schlauchkörper nehmen kann. Durch die drei getrennten Kammern bleibt das Boot selbst bei Beschädigung einer Kammer schwimmfähig. Das LMT 4.5 ist nach CE-Kategorie C zugelassen, was bedeutet, dass es für Fahrten in Küstengewässern mit Windstärken bis Beaufort 6 und Wellenhöhen bis 2 Metern ausgelegt ist.
Auf dem Boot ist ein LETECH-Aluminiumbügel montiert, der zusätzliche Beleuchtung trägt. Die Oberfläche ist pulverbeschichtet, um Korrosion zu verhindern. Integrierte Stauräume bieten Platz für Ausrüstung und persönliche Gegenstände.
Das Boot wurde auf dem Ancora Yachtfestival 2026 vorgestellt. Bisher haben wir noch keinen BOOTE-Test unternommen, stehen aber mit dem Hersteller in Kontakt und sind in der Planung.

Redakteur Test & Technik