Wellcraft 28 T-TopSportlicher Allrounder garantiert Wassersportvergnügen

Ralf Marquard

 · 31.12.2025

Bei der Testfahrt im Mittelmeer konnte die Wellcraft ihre guten Fahreigenschaften zeigen.
Foto: Jérôme Kelagopia

Die Kombination aus V-Rumpf und drei leistungsstarken Außenbordern ist effektiv und macht auch die Offshore-Fahrt mit der Wellcraft 28 T-Top zum positiven Erlebnis.

W​ellcraft gibt es bereits seit sieben Jahrzehnten. Bekannt wurde die Marke durch die Serie „Miami Vice“ in den 80er-Jahren, in der Don Johnson alias Sonny Crockett mit einer Wellcraft Scarab 38 KV auf Gangsterjagd ging. Begonnen hat die Werft mit schnellen Holzbooten; die „Miami Vice“-Version hatte dagegen einen Kevlar-Rumpf und eine sehr außergewöhnliche Lackierung. Jetzt gehört die Werft zur Groupe Beneteau, dem weltweit führenden Bootsbaukonzern. Das Rumpfdesign unseres Testbootes, der Wellcraft 38 T-Top, stammt von Michael Peters aus Florida, der unter anderem auch für Bertram und Azimut sowie den RIB-Hersteller Zodiac gezeichnet hat.

Für wen sich die Wellcraft 28 T-Top eignet

Das Testboot positioniert sich als vielseitiges Center-Console-Boot, das sowohl für Offshore-Fahrten als auch für Wassersportaktivitäten konzipiert wurde. Es besitzt ein T-Top, das auf Booten dieser Art häufig zu finden ist. Das Dach schützt die Fahrgemeinschaft vor Sonne und Regen. Gehalten wird es von einem soliden Rohrgestell. Auf dem Dach lassen sich gut Radar- und UKW-Antennen installieren. Zudem ist an dem Top eine Zugvorrichtung montiert. Diese ermöglicht das Schleppen von Wassersportgeräten wie Wakeboards aus einer erhöhten Position, was sich positiv auf die Lauf- und Sprungeigenschaften beim Wakeboarden auswirkt. Eine zweite große Nutzungsmöglichkeit ist das Angeln. Für diesen Spaß bekommt man ein spezielles Adventure Fishing Pack, das für gut 2.400 Euro auf der Optionsliste steht und ein Frischwasserbecken für Fische, drei Angelrutenhalter am Heck, Salzwasser-Waschanlagen (Cockpit und Anker) sowie eine Köder-Schublade beinhaltet. Insgesamt verfügt die Wellcraft über zahlreiche Stauräume für Wassersportausrüstung.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Besonders schöne Bereiche auf dem Boot findet man unter freiem Himmel mit großzügigen Sitz- und Liegeflächen; die Werft bezeichnet sie als Social Areas für die Fahrgemeinschaft. So ist auf dem Vordeck des Testbootes eine Doppelliege und ein im Fußboden versenkter Tisch installiert, der sich per Knopfdruck hochfahren lässt und zusammen mit der Bug­sitz­bank eine gemütliche Runde bildet. Komfortable, großzügige Sitzmöglichkeiten gibt es im Cockpit ebenfalls.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Die Badeplattform mit Leiter ermöglicht einen leichten Zugang zum Wasser. Gleiches gilt für die zusätzliche Badeleiter, die sich an der Terrasse an Steuerbord befestigen lässt. Zum Abbrausen nach dem Baden spendiert Wellcraft serienmäßig eine Cockpitdusche (kalt/warm). Für die Zubereitung von Snacks und das Kühlen von Getränken stehen auf der Zubehörliste Kocher, Kühlschrank (Schubladenschrank), Mikrowelle und Cockpitgrill.

Ein weiteres Highlight ist die Kabine, die sich unter dem Fahrstand und der Bugsonnenliege befindet. Der Zugang führt über eine stabile Tür an Backbord, und über Stufen gelangt man dann weiter in den Unterdeckbereich. Hier bietet das Testboot eine große Doppelkoje, einen separaten Duschraum mit Toilette und im Eingangsbereich eine Schrankeinheit mit Waschbecken.

So schlägt sich die Wellcraft 28 T-Top im Test

Zum Fahren: Das Boot wird in fünf unterschiedlichen Motorisierungen angeboten: Es beginnt mit 2 x 350 PS (Mercury) in der Einstiegs-Ausführung und geht über die 3-x-300-PS-Außenborder-Variante bis zu maximal 3 x 350-PS-Motoren. Bei den Triple-Anlagen kann man zwischen Mercury und Yamaha wählen. Wir fuhren mit drei 350-PS-Mercury-Außenbordmotoren. Am Fahrstand installiert die Werft drei baugleiche, fest gepolsterte Sportsitze, die guten Seitenhalt bieten. Der Fahrer sitzt in der Mitte, hat einen uneingeschränkten Blick auf die Monitore und kann die Lenkung, Schaltung sowie den Joystick gut erreichen. Mit Letzterem und dem Bugstrahlruder lässt sich die Wellcraft problemlos an- und ablegen.

Bei unserer Probefahrt zeigen die drei Motoren, was in ihnen steckt: Sie bringen die Wellcraft ruckzuck ins Gleiten, die Voraussicht bleibt dabei immer gut und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei gut 52 Knoten. Wirtschaftlich gleitet das Gespann mit 26,4 Knoten. Dann ergibt sich eine Reichweite von 203 Seemeilen plus 15 Prozent Reserve.

Weiter draußen auf dem Mittelmeer wurde es kabbeliger, der Rumpf zeigte dabei ein weiches, gutes Fahrverhalten. Selbst bei Kurven mit etwa 35 Knoten zog der Rumpf sicher und komfortabel seine Bahnen. Auch Slalomkurse lassen sich sicher und direkt steuern. Gleiches gilt für abrupte Lenkbewegungen mit der leichtgängigen Steuerung.


Technische Daten

  • CE-Kategorie: B/10, C/12
  • Länge über alles: 11,69 m
  • Breite: 3,30 m
  • Verdrängung: 6,4 t
  • Tiefgang: 0,80 m
  • Durchfahrtshöhe: 2,86 m
  • Kraftstofftank: 1.006 l
  • Max. Motorisierung: 772 kW (1.050 PS)
  • Testmotorisierung: 3 x Mercury 350 V10 mit je 257 kW (350 PS)
  • ​inkl. Fracht ab: 356.557 €
  • Händlernachweis: wellcraft.com

​Fazit

Die Wellcraft 38 T-Top ist ein Boot, das zu den unterschiedlichsten Aktivitäten einlädt und reichlich Platz sowie Komfort bietet. Das Testboot zeigt sportliche Fahreigenschaften. Mit dem Joystick sowie dem Bugstrahlruder lässt es sich gut manövrieren.


Meistgelesen in der Rubrik Boote