Auf den ersten Blick sehen die 50 Meter wie ein hoch skalierter Passage Maker aus. Der Rumpf besteht aus Alu und scheint effizient geformt zu sein. Beste Voraussetzungen, um weit zu kommen und dabei wenig Kraftstoff zu verbrauchen. Ungewöhnlich für einen Explorer ist zudem der Tiefgang von nur zwei Metern. Gleich lange Formate mit Stahlrumpf haben etwa einen Meter tiefer reichende Kiele. Das besondere Aluminium-Format ließ JFA Yachts in Concarneau zu Wasser, nachdem der Bau in der Bretagne im Herbst 2021 begonnen hatte.
Auffällig sind optische Parallelen zur Arksen 85, die ebenfalls aus den Rechnern von Humphreys Yacht Design (HYD) kommt. Für den Einzelbau erledigten die Konstrukteure mit Sitz in Lymington die Gestaltung sowie sämtliche schiffbaulichen Berechnungen. HYD ist auch für die Luxus-Segler von Oyster verantwortlich. Die Vorgabe lautete, ein familienorientiertes Kreuzfahrtschiff zu entwickeln, das weltweit mit außergewöhnlicher Effizienz, Komfort und Sicherheit unterwegs sein sollte.
Tom Humphreys sagt dazu: „Das Design profitiert von einem hochintegrierten Ansatz, der alle technischen, funktionalen und kundenspezifischen Anforderungen vereint und durch eine rigorose Konstruktion untermauert wird, bei der intensive CFD-Arbeiten letztendlich durch eines der umfassendsten Simulationsprogramme validiert wurden.“
Ungewöhnlich für einen Explorer ist die Kombination aus Verdrängerrumpf aus Aluminium und Aufbauten aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Bauweise, die JFA bereits bei seiner Long-Island-Katamaranserie einsetzt, reduziert das Gesamtgewicht und senkt den Schwerpunkt des Schiffs. Gegen etwaige Rollbewegungen wird dennoch an zwei Fronten angekämpft: seitlich sind es Flossen und im Inneren ein großer Kreiselstabilisator. Das Achterdeck wurde speziell für den Transport großer Beiboote konzipiert.
Das Herzstück der 50 Meter ist ein hybrides Antriebssystem. Zwei Zwölfzylinder-Diesel von MTU (2000 M72) arbeiten mit Elektromotoren zusammen und ermöglichen einen lautlosen, emissionsfreien Betrieb im Ankermodus oder bei niedriger Geschwindigkeit. Die wirtschaftliche Reisegeschwindigkeit liegt bei 12 Knoten, wobei die Yacht eine Reichweite von über 5.000 Seemeilen erreicht. Für zusätzliche Energieeffizienz sorgt eine Vielzahl an Solarmodulen und ein leistungsstarkes Batteriesystem.
Mit einer Breite von 9,1 Metern und einem Tiefgang von 2 Metern bietet der Explorer trotz der schlanken Bauweise Platz für bis zu zehn Gäste und neun Besatzungsmitglieder. Der Innenraum wird durch viel Glas und große Außenbereiche zum Außenbereich hin offen sein. Die Gestaltung stammt von m2 atelier aus Mailand, das von den Architekten Marijana Radovic und Marco Bonelli gegründet wurde.
„Dieses Projekt bestätigt unsere Fähigkeit, uns an einzigartige Projekte anzupassen. Seit 1993 ermöglicht uns das Know-how von JFA Yachts, das auf Konstruktionen oder Renovierungen basiert, die sich alle voneinander unterscheiden, weiter voranzukommen. Wir sehen in diesem Projekt sowohl ein großes Vertrauen als auch eine Anerkennung für all die Jahre, in denen wir unseren Kunden gedient haben“, sagt Frédéric Jaouen, CEO von JFA Yachts.
JFA Yachts ist eine französische Werft mit Sitz in Concarneau in der Bretagne. Das Unternehmen hat sich auf den Bau von Aluminium- und Kompositbooten spezialisiert und fertigt sowohl Segel- als auch Motoryachten. Besonders bekannt ist die Werft für ihre Long Island Katamaranserie und maßgeschneiderte Expeditionsyachten für weltweite Fahrtgebiete.