Die Grande 44M ist das neue Flaggschiff von Azimut und markiert den Einstieg der italienischen Werft in ein neues Segment. Mit 44 Metern Länge positioniert sich das Modell als größte Yacht der Grande-Serie. Mehr als zwei Drittel des Produktionswerts von Azimut entfallen mittlerweile auf Modelle über 24 Meter Länge. Nun lief die erste Grande 44M in Viareggio vom Stapel.
Der große Einsatz von Kohlefaser prägt die von Alberto Mancini entworfene Yacht. Über 1.000 Quadratmeter des Materials kommen zum Einsatz, was die Aufbauten laut Werft um acht Tonnen leichter macht als eine vergleichbare GFK-Konstruktion. Erst diese Gewichtsersparnis habe die vier Decks zugelassen. Die oberste Ebene beherbergt das Steuerhaus, das in die Silhouette integriert ist.
Dadurch wird das darunterliegende Oberdeck von allen technischen Einrichtungen befreit und steht komplett dem Eigner zur Verfügung. Zur Beletage gehören private Terrassen mit Blick zum Horizont. Die Carbon-Komponenten entstehen im neuen Composites Hub in Massa, einem Zentrum der Azimut-Benetti-Gruppe für Glas- und Kohlefaser.
Am Heck befindet sich das Mezzanin-Deck mit einer Sea View Terrace. Ein besonderes Element ist der Pool mit transparentem Boden, der für Lichtbrechungseffekte im darunterliegenden Beachclub sorgt. Das Innendesign stammt vom m²atelier aus Mailand. Das vordere Oberdeck lässt sich unterschiedlich nutzen: als Essbereich für zwölf Personen, als Medienraum oder als Gästebereich. Große Fenster öffnen den Blick um 180 Grad zur vorderen Außenlounge mit Feuerstelle.
Die Grande 44M gehört zu Azimuts sogenannter Low-Emission-Flotte. Laut Werft sollen die CO2-Emissionen um bis zu 30 Prozent niedriger ausfallen als bei vergleichbaren Yachten herkömmlicher Bauart. Dazu trägt die Hull-Vane-Technologie bei: Ein Foil aus Carbon sitzt achtern unter Wasser und soll die Hecksee minimieren sowie zusätzlichen Auftrieb erzeugen. Die Tragfläche wiegt 400 Kilogramm, eine Stahlkonstruktion würde 1.500 Kilogramm wiegen.
Das Unterwasserschiff kombiniert einen schnellen Verdrängerrumpf am Bug mit einem Halbgleiter am Heck. Diese Konstruktion entwickelte die Forschungsabteilung der Azimut-Benetti-Gruppe zusammen mit P.L. Ausonio Naval Architecture. Sie soll den Kraftstoffverbrauch über den gesamten Geschwindigkeitsbereich optimieren.
Das Mild Hybrid System basiert auf zwei Elektromotoren mit je 50 Kilowatt Leistung, die als Wellengeneratoren konfiguriert sind. Ein Batterieraum mit 188 Kilowattstunden Kapazität lässt sich auf 230 Kilowattstunden erweitern. Asea Nautica entwickelte das System gemeinsam mit Azimut-Benetti. Die Grande 44M soll mit ausgeschalteten Generatoren drei bis vier Stunden tagsüber und acht bis zehn Stunden nachts vor Anker liegen können. In dieser Zeit entfallen Abgase und Motorengeräusche. Bei einer Fahrt mit 15 Knoten lädt sich das Batteriepaket in zwei Stunden vollständig auf. Auf dem vierten Deck sind 30 Quadratmeter Solarmodule integriert, die den Hotelbedarf unterstützen.
Azimut wurde 1969 von Paolo Vitelli gegründet und gehört zur Azimut|Benetti Gruppe. Die Werft baut Motoryachten von 42 bis 144 Fuß Länge in sieben Serien: Verve, Atlantis, Magellano, Fly, S, Grande und Seadeck. Der Hauptsitz liegt in Avigliana bei Turin. Fünf Produktionsstätten befinden sich in Italien: Avigliana, Fano, Viareggio, Savona und Varazze. Eine weitere Werft steht in Itajai, Brasilien. Azimut ist in 80 Ländern durch Vertriebs- und Servicezentren sowie Repräsentanzen in Hongkong, Fort Lauderdale, Itajai, Palma de Mallorca und Monaco vertreten.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV
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