„BEL1“Rossinavis 50-Alu-Meter mit besten Aussichten

Sören Gehlhaus

 · 09.08.2026

„BEL1“ lief 2024 bei Rossinavi als 49,90 Meter langer Alu-Verdränger vom Stapel.
Foto: Giovanni Malgarini
Die 50 Meter lange „BEL1“ ist ein besonderes Format aus Hallen von Rossinavi. Der Alu-Verdränger entstand in Zusammenarbeit mit Fulvio De Simoni für das Exterieur und Team For Design für das Interieur. Zur Monaco Yacht Show bitten die Italiener an Bord.

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„BEL1“ lief 2024 bei Rossinavi vom Stapel und wird auf der diesjährigen Monaco Yacht Show vom 23. bis 26. September ausgestellt. Der Grund für die Zurschaustellung: Der 50-Meter-Einzelbau befährt über das Maklerhaus IYC für 295.000 Euro pro Woche den Chartermarkt. „BEL1“ ist in vielerlei Hinsicht ein spannendes Format. Auch wenn sie von den Linien her schneller aussehen mag und das Baumaterial Aluminium etwas anderes vermuten lassen könnte, handelt es sich um einen Verdränger. Einen mit besonders wenig Tiefgang (2,3 m) und damit nur wenig Berührungsscheue bei Küsten-Safaris.

Look eines Sport-SUVs

Das von Kanten und Kurven geprägte Äußere schuf Fulvio De Simoni. Der italienische Designer lehnte den Entwurf an sportliche SUV-Fahrzeuge an. Der hochgezogene Rumpf geht nahtlos in den Aufbau über, Oberflächen sind durchgehend weich geformt. Zwei große Öffnungen in der Bordwand bringen Tageslicht in den Salon und die Eignerkabine. Ein Glasband, das in das Schanzkleid integriert ist, erhellt das Oberdeck und lässt Ausblicke aus der Lounge zu. Ein gleiches Schlitzfenster ziert die Schanz des Sonnendecks. Den Bug von ​„BEL1“ betont De Simoni als markantes Gestaltungselement mit zusammenlaufenden Linien.

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Unterdeck und Beachclub

Das Unterdeck beherbergt vier Gästekabinen: drei mit Doppelbetten und eine mit verschiebbaren Einzelbetten. Achtern befindet sich der Lagerraum für das Wasserspielzeug, der sowohl von innen als auch von außen zugänglich ist. Eine aufklappbare Seitenwand verwandelt diesen Bereich in einen Balkon und erleichtert das Wassern der Tender und Wassersportgeräte. Der geschlossene Beachclub lässt sich durch ausklappbare Seiten und eine speziell konstruierte Heckklappe in eine großzügige Terrasse verwandeln.

Hauptdeck und Mezzanin

Das Cockpit auf dem Hauptdeck ist überdacht und bietet einen geschützten Außenbereich. Im Bug schließt sich nach dem Loungebereich ein Speiseplatz an. Die Seitenwände des Salons lassen sich als Balkone ausklappen und schaffen Panoramablick. Im Heck liegt zwischen Haupt- und Oberdeck eine Mezzanin-Ebene. Diese Zwischenebene nutzt den Höhenunterschied zwischen den Decks für zusätzliche private Rückzugsräume – damit qualifiziert sich „BEL1“ auch und besonders in der Marina als eine Yacht mit hoher Privatsphäre.

​Oberdeck und Sonnendeck

Das Oberdeck verfügt achtern über eine Veranda mit Essbereich, der durch verschiebbare Glaspaneele wettergeschützt werden kann. Dieses Areal ist direkt mit der Lounge verbunden, die eine offene Bar aufweist. Ebenfalls auf diesem Deck untergebracht ist ein Fitnessraum von „BEL1“. Darüber erlaubt der verlängerte Aufbau ein 145 Quadratmeter großes Sonnendeck. Dieses teilt sich in Liegeflächen, einen überdachten Sitzbereich mit Bar, einen Grillplatz und ein kleines Tauchbecken. Ein versenkbarer Fernseher in der Deckmitte lässt sich sowohl zum Bug als auch zum Heck ausrichten.

Interieur von Enrico Gobbi

Team For Design unter Enrico Gobbi entwickelte gemeinsam mit Carlo Lionetti das Interieur von „BEL1“. Das Farbkonzept basiert auf dunklen Tönen wie Schwarz, Grau und Taupe, die einen Kontrast zum hellen Blau des Meeres bilden sollen. Mit einem Farbverlauf von dunkleren zu helleren Nuancen will das Team um Gobbi optische Tiefe erzeugen. Im Eingangsbereich dient eine Treppe aus Wabenkern-Aluminium in Messingfarbe mit hinterleuchteter Wandverkleidung als Blickfang.

Gebürstetes amerikanisches Walnussholz und mattlackiertes Thai-Holz prägen die Oberflächen. Die Wandverkleidungen aus genähtem Nappaleder sollen haptische Wärme vermitteln. Maßgefertigte Möbelstücke bekannter Marken wurden speziell auf die Raumgeometrie abgestimmt. Besondere Marmorarten und Kunstwerke internationaler Künstler, darunter Murano-Glasarbeiten, ergänzen den gehobenen Ausbau.

Antrieb und Tender-Flotte

​Im Schlepp oder in der Verfolgung fährt ein elf Meter lange Axopar mit Kabine, Toilette und Außendusche mit. Außerdem gehören ein Clubman 21 RIB sowie ein 6,8 Meter langes Crew-Tenderboot zur internen Flotte. Zu den Wassersportgeräten zählen ein SeaDoo RXP-X Jetski für 2 Personen, ein SeaDoo RXT-X Jetski für 3 Personen, zwei SeaBobs sowie zwei Stand-up-Paddle-Boards.

Vier Stabilisatorflossen sollen für Ruhe bei Seegang sorgen. Mit einer Länge von 49,90 Metern und einer Breite von 8,90 Metern bleibt „BEL1“ knapp unter der 500-Gross-Tons-Grenze. Zwei CAT-Diesel mit je 1.193 Kilowatt Leistung treiben über Wellenantriebe auf eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten an. Die Reisegeschwindigkeit wird bei 14 Knoten erreicht. Bei zehn Knoten konstanter Fahrt und vollen Tanks soll die Reichweite laut Rossinavi 4.000 Seemeilen betragen.

Technische Daten „BEL1“

  • Länge über alles: 49,90 m
  • Breite: 8,90 m
  • Tiefgang: 2,30 m
  • Innenraumvolumen: unter 500 Gross Tons
  • Material: Aluminium
  • Motoren: 2 x CAT, 2 x 1.193 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 18 kn
  • Reisegeschwindigkeit: 14 kn
  • Reichweite: 4.000 sm bei 10 kn
  • Stabilisierung: vier Flossen
  • Außendesign: Fulvio De Simoni Yacht Design
  • Innendesign: Team For Design - Enrico Gobbi mit Carlo Lionetti
  • Gästekabinen: vier (drei Doppel, eine Twin)
  • Sonnendeck: 145 Quadratmeter

Über Rossinavi

Die Werft Rossinavi wurde 2007 in Viareggio gegründet, nachdem die Brüder Claudio und Paride Rossi seit den 1980er Jahren als Metallbauer Rumpfe für Fischerboote fertigten. Unter dem Namen Cantiere Navali Rossi arbeitete das Unternehmen in den 1990er Jahren als Zulieferer für die Luxusyachtindustrie. Heute baut die Werft maßgeschneiderte Superyachten zwischen 40 und 70 Metern Länge. Rossinavi ist nach wie vor ein familiengeführtes Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Fertigung erfolgt in Handarbeit, die gesamte Konstruktion findet im eigenen Betrieb statt.

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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