„Canoa“Sparsamer Explorer – JFA Yachts liefert 50 Meter aus

Sören Gehlhaus

 · 10.08.2026

Kraftvoll und effizient, so legten die Eigner, die Konstrukteure von Humphreys und die JFA-Werft „Canoa“ an. Die Anker wirken wie Bullenringe.
Foto: JFA Yachts / FLY HD - Julien Basset
Die französische Werft JFA Yachts lieferte „Canoa“ aus. Der 50 Meter lange Explorer kombiniert Alurumpf mit Aufbauten aus GFK und verfügt über einen Hybrid-Antrieb. Mit einer Reichweite von über 5.000 Seemeilen, hoher Verstau- und Tender-Kapazität sind lange Ozeanpassagen geplant.

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„Canoa“ ist das längste Schiff, das JFA Yachts bisher gebaut hat. Die Werft aus dem bretonischen Concarneau entwickelte das Projekt gemeinsam mit Humphreys Yacht Design, die für Rumpfkonstruktion und Außendesign verantwortlich zeichnen. Das Innendesign stammt vom italienischen Studio m2atelier aus Mailand. Die Yacht ist nach Lloyd's Register klassifiziert und erfüllt die MCA-LY3-Vorschriften für gewerblich genutzte Yachten. Die Erstwasserung des 50-Meter-Baus erfolgte bereits Anfang des Jahres.

Konstruktion aus zwei Materialien

Der Rumpf von „Canoa“ besteht aus Aluminium, die Aufbauten aus GFK. Damit wollen die Bretonen das Gewicht im oberen Bereich reduzieren und den Schwerpunkt senken. Das verbessere die Stabilität, der Kraftstoffverbrauch sinke und der Komfort an Bord steige. JFA Yachts nutzt diese Bauweise bereits bei den Long Island Katamaranen und überträgt die Erfahrungen nun auf größere Einrumpfyachten. Bei einem Explorer dieser Größe ist diese Konstruktionsweise nach Angaben der Werft bisher nicht verwendet worden.​

Effiziente „Canoa“-Rumpfform

Humphreys Yacht Design entwickelte einen Fast-Displacement-Rumpf, der durch hydrodynamische Berechnungen auf Effizienz getrimmt wurde. Die Form soll „Canoa“ sowohl bei niedrigen Reisegeschwindigkeiten sparsamen Verbrauch einbringen als auch höhere Fahrt ermöglichen, wenn die Bedingungen es zulassen. Der Tiefgang beträgt zwei Meter, die Breite liegt bei 9,1 Metern. Zur Stabilisierung dienen je eine bewegliche Flosse pro Flanke und ein Kreiselstabilisierungssystem. Diese Technik soll Schiffsbewegungen während der Fahrt und vor Anker minimieren.

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​Dieselelektrischer Antrieb

Zwei MTU-Diesel vom Typ 12V 2000 M72 arbeiten mit Elektromotoren in einem Parallel-Hybrid-System zusammen. Die Crew kann je nach Situation zwischen verschiedenen Antriebsmodi wählen. Im Hafen, bei langsamer Fahrt oder vor Anker laufen die Elektromotoren leise und ohne Vibrationen. Auf langen Passagen übernehmen die Dieselaggregate die Arbeit. Eine Batteriebank und Solarpaneele speisen die Bordsysteme und senken laut Werft den Gesamtenergieverbrauch. Ist die Reisegeschwindigkeit von zwölf Knoten geloggt und sind die Tanks voll, soll es ​„Canoa“ mehr als 5.000 Seemeilen weit schaffen.

Ein Dynamic-Positioning-System hält ​„Canoa“ automatisch an einer Position, ohne dass der Anker fallen muss. Diese Funktion schont empfindliche Meeresböden und funktioniert, wenn Wind und Strömung nicht zu stark sind. Das System arbeitet mit GPS-Daten und steuert die Antriebe entsprechend. Für Explorer, die in geschützten Buchten oder über Riffen ankern wollen, ein klarer Vorteil.

Ausstattung für Fernreisen

Das Achterdeck bietet Platz für zwei große Tender. Den großen hievt ein Davit an Backbord ins Nass. Der Knickarmkran von Palfinger bewegt kleinere Beiboote und Wassersportausrüstung. Die Innenräume des Mutterschiffs verteilen sich auf vier Decks und bieten Platz für zehn Gäste und neun Crewmitglieder. Große Fensterflächen verbinden die Räume mit der Umgebung und lassen Tageslicht herein. Stauraum, technische Bereiche und Ausrüstung sind auf längere Reisen ohne Hafenaufenthalte ausgelegt. Die Probefahrten von ​„Canoa“ hätten die Seetüchtigkeit und die Funktion aller Systeme bestätigt, so JFA Yachts.

Statements der „Canoa“-Beteiligten

Frédéric Jaouen, Präsident von JFA Yachts, erklärt: „Die Auslieferung von ,Canoa’ stellt den Abschluss mehrjähriger Arbeit dar. Unser Ziel war es, eine echte Explorer-Yacht zu bauen, die weit und lange reisen kann, dabei hohen Komfort bietet und gleichzeitig Lösungen für bessere Energieeffizienz integriert.“ Tom Humphreys, Geschäftsführer von Humphreys Yacht Design, ergänzt: „Wir wollten von Anfang an einen Explorer schaffen, der echte Langstrecken-Fähigkeit mit hoher Effizienz, gutem Seeverhalten und einem charakteristischen Äußeren verbindet. Die Übereinstimmung der Probefahrt-Ergebnisse mit unseren Berechnungen bestätigt den gemeinsamen Ansatz aller Projektbeteiligten.“

Technische Daten „Canoa“

  • Länge über alles: 49,95 m
  • Breite: 9,1 m
  • Tiefgang: 2,0 m
  • Klassifikation: Lloyd's Register, MCA LY3 konform
  • Rumpf: Aluminium
  • Aufbauten: Glasfaser-Epoxid-Verbundwerkstoff
  • Kapazität: 10 Gäste, 9 Crew
  • Antrieb: 2 x MTU 12V 2000 M72, Parallel-Hybrid
  • Reichweite: über 5.000 Seemeilen bei 12 Knoten
  • Reisegeschwindigkeit: 12 Knoten
  • Marinedesign und Außendesign: Humphreys Yacht Design
  • Innendesign: m2atelier

Über JFA Yachts

JFA Yachts baut und überholt Segel- und Motoryachten im Kundenauftrag. Die Werft mit Sitz in der Bretagne ist auch Hersteller der Long-Island-Katamaranreihe. Aktuell entsteht ein 87-Fuß-Modell dieser Serie.

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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