Ken Freivokh arbeitet seit knapp fünf Dekaden im Bereich Architektur und Design. Der britische Designer zeichnete für Projekte wie die 88-Meter-Yacht „Maltese Falcon” und die 141-Meter-„Dream Symphony” verantwortlich. Abseits seiner beruflichen Tätigkeit widmet er sich mehreren außergewöhnlichen Hobbys. Vor zwölf Jahren kaufte er mit seiner Familie ein altes Bauernhaus mit ausreichend Land in Südengland. Der Wunsch, Alpakas zu halten, entstand bereits während seiner mehrjährigen Zeit in Peru. Heute betreibt er eine der angesehensten Alpaka-Zuchten in Großbritannien mit knapp 100 Tieren. Die Herde besteht aus Nachkommen importierter Zuchttiere von der Snowmass Ranch aus dem US-Bundesstaat Idaho. Acht männliche Tiere bildeten den Grundstock, weitere acht preisgekrönte Alpaka-Schönheiten folgten später. Der Import erfolgte über Neuseeland nach England, ein beachtlicher logistischer Aufwand aufgrund der Einfuhrbestimmungen.
Die Beurteilung von Alpakas erfolgt nicht nur nach Körperbau und Aussehen, sondern vor allem nach der Qualität des Vlieses. Die Tiere auf Freivokhs Anwesen produzieren Wolle mit einer Stärke von nur 14 Mikrometern. Diese Feinheit übertrifft Merinowolle und Kaschmir deutlich. Die außergewöhnliche Weichheit ermöglicht die Herstellung besonders bequemer Kleidungsstücke. Zu den Hauptabnehmern erstklassigen Alpakavlieses zählt Pier Luigi Loro Piana, der auch als leidenschaftlicher Segler bekannt ist. Freivokh konnte bereits mehrere seiner Zuchttiere an Züchter in Frankreich, Spanien, Irland und England verkaufen. Die domestizierte Kamelart zeigt sich als liebevoll und neugierig, die Tiere wollen stets wissen, was ihre Besitzer gerade treiben.
Neben der Alpaka-Zucht betreibt Freivokh drei Teiche mit rund 200 Koi-Karpfen, einige davon über 30 Jahre alt. Zur Familie gehören seit vielen Jahren auch Borderterrier. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit dem Fliegen ferngesteuerter Helikopter, Segeln oder Motorradfahren. Seine Segelgeschichte erstreckt sich über viele Jahre, in denen er überwiegend auf Halb- und Vierteltonnern Regatten bestritt. Zu seinen eindrücklichsten Erfahrungen zählt die Teilnahme am Fastnet-Rennen 1979, das einen tragischen Verlauf nahm. Seine Crew musste damals per Helikopter aus dem Sturm geborgen werden.
Die vielen Saisons an Bord von Tom Perkins' Klassiker „Mariette" gehören zu Freivokhs schönsten Erinnerungen. Mit dem Schiff ging er bei zahlreichen Regatten an den Start. Auch seine besten Taucherlebnisse verbindet er mit Tom Perkins, der ihn auf der „Maltese Falcon" einlud. Mehrere Wochen segelten sie durch die Südsee, ankerten zwischen den Kokosinseln und vor Fidschi. Die Erkundung der Galapagosinseln mit Perkins' Tauchboot bildete den Höhepunkt dieser Reise.
Dieser Artikel erschien erstmals in BOOTE EXCLUSIV 2/2021 und wurde für diese Online-Version aktualisiert.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV
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