Mark Berryman eröffnete 2007 sein eigenes Designstudio und arbeitete seither an zahlreichen Interieur-Projekten. Zu seinen jüngsten Entwürfen zählt das 66-Meter-Projekt „JAS“, seine größte Arbeit ist das Interieur der 136 Meter langen „Hadar” (Ex-„Flying Fox”), die über einen 400 Quadratmeter großen Spa-Bereich verfügt. Seine Frau Charlotte brachte ihn auf die Idee eines Gartenteichs im alten Haus in Lymington. Ursprünglich dachte Berryman an Goldfische, doch nach der Fertigstellung des ersten Teichs kamen auch Koi-Karpfen dazu. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass der Teich nicht für diese Fischart ausgelegt war. Der Designer interessierte sich schon immer für japanisches Design, von Architektur bis Gartengestaltung, hatte aber nie über Koi-Haltung nachgedacht. Nach intensivem Designprozess entstand ein möglichst naturnah aussehender Teich. Die Erfahrungen mit dem ersten Teich führten zu konkreten Verbesserungen beim zweiten Projekt.
Vor drei Jahren zog die Familie in ein neues Haus. Berryman wollte eine Weiterentwicklung des ersten Teiches entwerfen. Die Beobachtung zeigte schnell, dass Kois viel besser zu sehen sind, wenn das Wasser pflanzenfrei bleibt. Für die Gesundheit der Fische sind eine gute Filteranlage und hervorragende Wasserqualität entscheidend. Eine gute Teichtiefe stimuliert das Wachstum der Kois, weshalb der neue Teich 1,70 Meter tief wurde. Aufgrund sehr konkreter Vorstellungen übernahm Berryman die gesamte Landschaftsgestaltung und realisierte einen Garten mit deutlichem japanischen Touch. Die letzten Teile der komplexen Teichfilteranlage baute er selbst ein, um das System besser zu verstehen. Das Endergebnis bezeichnet er als fantastisch.
Nach einer harten Arbeitswoche kann sich Berryman am Teich sitzend verlieren. Es ist eine völlig entspannende Erfahrung, bei der Minuten zu Stunden zu werden scheinen. Der Designer wurde auch ein bisschen zum Wissenschaftler, der die Wasserqualität überprüft und die Fische auf Parasiten und Infektionen untersuchen muss. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach meiner Schulzeit wieder ein Mikroskop benutzen würde”, sagt Berryman. Die Pflege der Kois erfordert regelmäßige Kontrollen und technisches Verständnis. Die komplexe Filteranlage muss einwandfrei funktionieren, damit die Fische gesund bleiben. Der pflanzenfreie Teich ermöglicht eine optimale Beobachtung der Tiere und erleichtert die Kontrolle ihres Gesundheitszustands.
Freunde, die ins Haus kommen, verfallen alle in eine Art Trancezustand, während sie die Fische beobachten. Ein Handwerker war so sehr in den Bann gezogen, dass Berryman nicht mit ihm reden konnte. „Das war ziemlich lustig”, erinnert sich der Designer. Er überlegt scherzhaft, ob er Kunden häufiger vorbeikommen lassen sollte, am besten dann, wenn es darum geht, neue Verträge zu unterschreiben. Die beruhigende Wirkung der Koi-Beobachtung zeigt sich bei allen Besuchern. Der Teich ist zu einem zentralen Element des Gartens geworden und verbindet Berrymans Leidenschaft für japanisches Design mit praktischer Entspannung nach der Arbeit im Yachtdesign-Studio.
Dieser Artikel erschien erstmals in BOOTE EXCLUSIV 1/2021 und wurde für diese Online-Version aktualisiert.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv