Designer HobbysMark Berryman findet Entspannung bei seinen Koi-Karpfen

Martin Hager

 · 05.06.2026

Berrymans Privathaus in Lymington: Den 1,70 Meter tiefen Teich und den Garten entwarf der Yachtdesigner als eine Weiterentwicklung seines
ersten Koi-Domizils – für ...
Foto: privat
Der britische Yachtdesigner Mark Berryman, bekannt für das Interior der 136 Meter langen „Hadar”, hat ein außergewöhnliches Hobby. In seinem selbst entworfenen Garten mit japanischem Einschlag hält er Koi-Karpfen, die ihm als Ausgleich zur anspruchsvollen Arbeit im Yachtdesign dienen.

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Mark Berryman eröffnete 2007 sein eigenes Designstudio und arbeitete seither an zahlreichen Interieur-Projekten. Zu seinen jüngsten Entwürfen zählt das 66-Meter-Projekt „JAS“, seine größte Arbeit ist das Interieur der 136 Meter langen „Hadar” (Ex-„Flying Fox”), die über einen 400 Quadratmeter großen Spa-Bereich verfügt. Seine Frau Charlotte brachte ihn auf die Idee eines Gartenteichs im alten Haus in Lymington. Ursprünglich dachte Berryman an Goldfische, doch nach der Fertigstellung des ersten Teichs kamen auch Koi-Karpfen dazu. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass der Teich nicht für diese Fischart ausgelegt war. Der Designer interessierte sich schon immer für japanisches Design, von Architektur bis Gartengestaltung, hatte aber nie über Koi-Haltung nachgedacht. Nach intensivem Designprozess entstand ein möglichst naturnah aussehender Teich. Die Erfahrungen mit dem ersten Teich führten zu konkreten Verbesserungen beim zweiten Projekt.

Weiterentwicklung mit klarem Konzept

Vor drei Jahren zog die Familie in ein neues Haus. Berryman wollte eine Weiterentwicklung des ersten Teiches entwerfen. Die Beobachtung zeigte schnell, dass Kois viel besser zu sehen sind, wenn das Wasser pflanzenfrei bleibt. Für die Gesundheit der Fische sind eine gute Filteranlage und hervorragende Wasserqualität entscheidend. Eine gute Teichtiefe stimuliert das Wachstum der Kois, weshalb der neue Teich 1,70 Meter tief wurde. Aufgrund sehr konkreter Vorstellungen übernahm Berryman die gesamte Landschaftsgestaltung und realisierte einen Garten mit deutlichem japanischen Touch. Die letzten Teile der komplexen Teichfilteranlage baute er selbst ein, um das System besser zu verstehen. Das Endergebnis bezeichnet er als fantastisch.

Entspannung und wissenschaftliche Beobachtung

Nach einer harten Arbeitswoche kann sich Berryman am Teich sitzend verlieren. Es ist eine völlig entspannende Erfahrung, bei der Minuten zu Stunden zu werden scheinen. Der Designer wurde auch ein bisschen zum Wissenschaftler, der die Wasserqualität überprüft und die Fische auf Parasiten und Infektionen untersuchen muss. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach meiner Schulzeit wieder ein Mikroskop benutzen würde”, sagt Berryman. Die Pflege der Kois erfordert regelmäßige Kontrollen und technisches Verständnis. Die komplexe Filteranlage muss einwandfrei funktionieren, damit die Fische gesund bleiben. Der pflanzenfreie Teich ermöglicht eine optimale Beobachtung der Tiere und erleichtert die Kontrolle ihres Gesundheitszustands.

Faszination für Besucher

Freunde, die ins Haus kommen, verfallen alle in eine Art Trancezustand, während sie die Fische beobachten. Ein Handwerker war so sehr in den Bann gezogen, dass Berryman nicht mit ihm reden konnte. „Das war ziemlich lustig”, erinnert sich der Designer. Er überlegt scherzhaft, ob er Kunden häufiger vorbeikommen lassen sollte, am besten dann, wenn es darum geht, neue Verträge zu unterschreiben. Die beruhigende Wirkung der Koi-Beobachtung zeigt sich bei allen Besuchern. Der Teich ist zu einem zentralen Element des Gartens geworden und verbindet Berrymans Leidenschaft für japanisches Design mit praktischer Entspannung nach der Arbeit im Yachtdesign-Studio.

​​Dieser Artikel erschien erstmals in BOOTE EXCLUSIV 1/2021 und wurde für diese Online-Version aktualisiert.


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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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