FilmyachtenDie Rolle der Yachten in The White Lotus, Tenet und ​Succession

Sören Gehlhaus

 · 01.03.2026

Auf Mission: Über Katherine „Kat“ Barton kommt der von John David Washington gespielte CIA-Agent an ihren Mann Andrei Sator.
Foto: dpa/pa
Kaum ein Requisit fällt so auf wie eine Yacht und genau deshalb taucht sie in Serien und Filmen immer öfter auf. Mit dem anhaltenden Erfolg der Streamingdienste nutzen vor allem Charter-Formate diese Plattform gezielt als Werbefläche – sofern sie zum Narrativ passt. Diese Yachten spielen eine Rolle in Tenet, The White Lotus und Succession

​Tenet | „Planet Nine“

Auf Mission: Über Katherine „Kat“ Barton kommt der von John David Washington gespielte CIA-Agent an ihren Mann Andrei Sator.
Foto: dpa/pa

​Mit Christopher Nolans Blockbuster kam 2020 ein namenloser „Protagonist“ (John David Washington) auf die Leinwand. Der CIA-Agent stirbt bei einem Anschlag auf eine Oper in der Ukraine nur scheinbar und soll die Welt vor dem russischen Oligarchen Andrei Sator (Kenneth Branagh) und einem dritten Weltkrieg retten. Sator und seine Frau nehmen ihn mit auf einen foilenden Segelkat der F50-Klasse, gedreht wurde mithilfe von SailGP-Star Tom Slingsby vor Southampton. An der Amalfiküste begegnet er dem Antagonisten auf „Planet Nine“. Die 73 Admiral-Meter sind ein seltener Ausflug von Designer Tim Heywood in das Explorer-Genre und wirken in „Tenet“ finster. Dazu trägt eine nachgebaute Raketenabwehr-­Batterie auf dem Helideck bei und natürlich die Ankunft aus der Luft. Der MD Explorer 902 musste in den Hangar, damit ein russischer Mil Mi-8 so tun konnte, als würde er aufsetzen. Er war zu schwer.


​The White Lotus | „SilverCat“

The White Lotus: So heißen die Resorts in der HBO-Serie. Hier sind Chelsea (Aimee Lou Wood) und Rick (Walton Goggins) in der Marina von Phuket.
Foto: PR

​In der dritten Staffel der HBO-Erfolgsserie agiert auch der 36-Meter-Katamaran von Silver Yachts. Die Hauptrolle unter den Schauplätzen nimmt allerdings White Lotus ein, so der Name einer fiktiven internationalen Hotelkette. Die einzelnen Staffeln spielen im sizilianischen Taormina, auf Maui oder eben auf der thailändischen Insel Koh Samui. Immer geht es um die Gäste und das Personal des Resorts. Auf „SpaceCat“ wird die Handlung in der vierten Folge verholt. Es ist die Yacht von Greg Hunt, dem Freund des Models Chloe (Charlotte Le Bon). Das futuristische Design lief 2022 nach Vorgaben von Espen Øino (S. 48) als erstes Modell der SpaceCat-Reihe in Westaustralien vom Stapel. Silver Yachts wollte eine schwimmende Villa schaffen, und „White Lotus“ machte die Probe aufs Exempel: Der halbe Cast fand auf den zwölf Meter breiten Decks allemal Platz. Wer sich selbst vom Raumgefühl überzeugen möchte, kontaktiert IYC oder Burgess. Sie offerieren „SpaceCat“ als Joint Central Agents zu einem Preis von 16,5 Millionen Euro.


Lesen Sie passend dazu:


​Succession | „Solandge“

Sommer 2019: Das Produktionsteam boardet die 85-Meter-Lürssen „Solandge“ im kroatischen Cavtat. Erstgewassert wurde der Øino-Riss 2013.
Foto: dpa/pa
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

​Die HBO-Serie widmet sich dem Topos der Nachfolge innerhalb eines US-Familienunternehmens. Primär verhandeln die vier Staffeln von „Succession“ Dysfunktionalität und Macht. Der fiktive Medienmogul Logan Roy kann nicht loslassen, hält seine vier Kinder für unfähig und sieht sein Lebenswerk in Zeiten veränderter Mediennutzung in Gefahr. Das Drama basiert lose auf dem Erbstreit rund um Rupert Murdoch, den Gründer von Fox News. Was die Darstellung des Reichtums angeht, versteht sich der Logan-Klan auf Stealth Wealth. Ob Manhattan oder Riviera, man fällt in der Öffentlichkeit nicht durch Kleidung oder Auftritt auf, im Hintergrund sind Helikopter und Privatjet allerdings Pflicht. Dass es zum großen Finale der zweiten Staffel mit „­Solandge“ eine 85-Meter-Lürssen sein muss, passt dann doch ins Bild. Denn der verdrossene Patriarch Logan Roy bittet seine Abkömmlinge an Bord – für einen Krisenrat und um Unterschiede zu verdeutlichen, in Stellung, aber auch in unbedingtem Durchsetzungsvermögen.


Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

Meistgelesen in der Rubrik Boote