Sören Gehlhaus
· 01.03.2026
Mit Christopher Nolans Blockbuster kam 2020 ein namenloser „Protagonist“ (John David Washington) auf die Leinwand. Der CIA-Agent stirbt bei einem Anschlag auf eine Oper in der Ukraine nur scheinbar und soll die Welt vor dem russischen Oligarchen Andrei Sator (Kenneth Branagh) und einem dritten Weltkrieg retten. Sator und seine Frau nehmen ihn mit auf einen foilenden Segelkat der F50-Klasse, gedreht wurde mithilfe von SailGP-Star Tom Slingsby vor Southampton. An der Amalfiküste begegnet er dem Antagonisten auf „Planet Nine“. Die 73 Admiral-Meter sind ein seltener Ausflug von Designer Tim Heywood in das Explorer-Genre und wirken in „Tenet“ finster. Dazu trägt eine nachgebaute Raketenabwehr-Batterie auf dem Helideck bei und natürlich die Ankunft aus der Luft. Der MD Explorer 902 musste in den Hangar, damit ein russischer Mil Mi-8 so tun konnte, als würde er aufsetzen. Er war zu schwer.
In der dritten Staffel der HBO-Erfolgsserie agiert auch der 36-Meter-Katamaran von Silver Yachts. Die Hauptrolle unter den Schauplätzen nimmt allerdings White Lotus ein, so der Name einer fiktiven internationalen Hotelkette. Die einzelnen Staffeln spielen im sizilianischen Taormina, auf Maui oder eben auf der thailändischen Insel Koh Samui. Immer geht es um die Gäste und das Personal des Resorts. Auf „SpaceCat“ wird die Handlung in der vierten Folge verholt. Es ist die Yacht von Greg Hunt, dem Freund des Models Chloe (Charlotte Le Bon). Das futuristische Design lief 2022 nach Vorgaben von Espen Øino (S. 48) als erstes Modell der SpaceCat-Reihe in Westaustralien vom Stapel. Silver Yachts wollte eine schwimmende Villa schaffen, und „White Lotus“ machte die Probe aufs Exempel: Der halbe Cast fand auf den zwölf Meter breiten Decks allemal Platz. Wer sich selbst vom Raumgefühl überzeugen möchte, kontaktiert IYC oder Burgess. Sie offerieren „SpaceCat“ als Joint Central Agents zu einem Preis von 16,5 Millionen Euro.
Die HBO-Serie widmet sich dem Topos der Nachfolge innerhalb eines US-Familienunternehmens. Primär verhandeln die vier Staffeln von „Succession“ Dysfunktionalität und Macht. Der fiktive Medienmogul Logan Roy kann nicht loslassen, hält seine vier Kinder für unfähig und sieht sein Lebenswerk in Zeiten veränderter Mediennutzung in Gefahr. Das Drama basiert lose auf dem Erbstreit rund um Rupert Murdoch, den Gründer von Fox News. Was die Darstellung des Reichtums angeht, versteht sich der Logan-Klan auf Stealth Wealth. Ob Manhattan oder Riviera, man fällt in der Öffentlichkeit nicht durch Kleidung oder Auftritt auf, im Hintergrund sind Helikopter und Privatjet allerdings Pflicht. Dass es zum großen Finale der zweiten Staffel mit „Solandge“ eine 85-Meter-Lürssen sein muss, passt dann doch ins Bild. Denn der verdrossene Patriarch Logan Roy bittet seine Abkömmlinge an Bord – für einen Krisenrat und um Unterschiede zu verdeutlichen, in Stellung, aber auch in unbedingtem Durchsetzungsvermögen.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV