FilmyachtenVon „Leight Star“ bis „Geco“ – diese Charteryachten rücken ins Rampenlicht

Sören Gehlhaus

 · 28.02.2026

Hochstaplerin Anna Delvey lädt sich in der Netflix-Serie auf „Leight Star“ ein.
Foto: Aaron Epstein; Netflix
In Serien und Filmen auf den beliebten Streaming-Plattformen wie Netflix & Co. gleiten immer häufiger Yachten über die heimischen Bildschirme. Besonders Charter-Formate setzen ihre Auftritte gezielt als Werbefläche ein – vorausgesetzt, die Inszenierung passt zum Narrativ.

​Inventing Anna | „Leight Star“

Süßes Leben: Hochstaplerin Anna Delvey lädt sich in der Netflix-Serie auf „Leight Star“ ein.
Foto: Aaron Epstein; Netflix

​Im Zentrum der neunteiligen Miniserie steht die reale Geschichte der Hochstaplerin Anna Delvey, die als Anna Sorokin in Russland geboren wurde und mit 16 Jahren nach Eschweiler kam. Die Arbeit für das Magazin „Purple“ brachte sie 2013 über Paris nach New York. Hier fasste die mode- und kunstinteressierte Delvey den Plan, eine Mischung aus Galerie und Member Club ähnlich dem „Soho House“ zu eröffnen. Sie geriert sich als Erbin und sucht die Nähe zu solventen Personen, eine treffen Anna und ihr Freund vor Ibiza auf „Leight Star“. Nachdem sie mit dem Eigner von Bord gehen, kehren sie kurzerhand auf das 44 Meter lange Chartervehikel zurück und täuschen der Crew vor, dass die Zusatzwoche abgesprochen sei. Letztlich wurde „Anna“ zu 20 Monaten Haft und einer Rückerstattung sowie einer Geldstrafe verurteilt, weil sie sich über gefälschte Beglaubigungen Darlehen erschlich.


​Killer Heat | „Geco“

Transfer: Nick Bali (Joseph Gordon-Levitt) und Auftraggeberin Penelope Vardakis (Shailene Woodley) nähern sich „Geco“ per Chaseboot.
Foto: dpa/pa

​Das Krimidrama aus den Amazon MGM Studios will den Film noir neu interpretieren, das geht natürlich nicht ohne einen Privat­detektiv. In „Killer Heat“ wird Nick Bali, gespielt von Joseph Gordon-­Levitt, von Penelope Vardakis (Shailene Woodley) engagiert: Der Zwillingsbruder ihres Mannes ist beim Klettern auf Kreta ums Leben gekommen. „Geco“ (Heft 6/21) mimt die Familienyacht der Vardakis, auf die es auch Nick Bali zieht. Während einer Wohl­tätigkeitsveranstaltung wird der Schnüffler von Bord geworfen und dürfte einen guten Blick auf die Linien gehabt haben. Admirals 55 Meter langer Alu-Bau fällt durch das markant überbordende Helipad auf dem Vordeck und die metallicblaue Farbgebung auf. Werft-Designer Gian Marco Campanino konzipierte „Geco“ als Charteryacht ohne Klappbalkone, aber mit Strand im Heck. Das Maklerhaus IYC vermittelt Urlaube ab 335.000 Euro pro Woche.


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​Griselda | „Northwind“

Großes Bohei: Auf dem 38 Meter langen US-Bau aus dem Jahr 1930 schmeißt Drogen-Baronin Griselda in der Netflix-Serie eine Party vor Miami.Foto: NetflixGroßes Bohei: Auf dem 38 Meter langen US-Bau aus dem Jahr 1930 schmeißt Drogen-Baronin Griselda in der Netflix-Serie eine Party vor Miami.
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​Die Netflix-Serie ist an wahre Begebenheiten rund um Griselda Blanco angelehnt. Die von Sofía Vergara gespielte Kolumbianerin steht an der Spitze eines Drogenkartells. Und um sich dort zu halten, richtet „La Jefa“ Festivitäten auf „Northwind“ aus. Das passiert vor dem Miami der 1970er-Jahre, gedreht aber wurde vor Los Angeles. Hier spielen Teile der bewegten Geschichte des 38-Meter-Klassikers, die nicht unähnlich jener von „Christina O“ ist und 1930 bei der Manitowoc Shipbuilding Company in Wisconsin beginnt. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs gelangte die Yacht in die Hände der britischen Regierung, wodurch auch Winston Churchill an Deck weilte. Dank der griechischen Reederfamilie Nomikos kamen sich Jackie Kennedy und Aristotle Onassis an Bord näher. Filmemacher Tom Jones bewahrte vor dem Abwracken und brachte ihr den „Griselda“-Gig ein.


Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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