Letztes Jahr wurde Projekt 821 aus der Halle gezogen, jetzt geht die Feadship als “Breakthrough” auf große Fahrt. Der Kapitän an Bord der 118,8 Meter meldete Anfang 2025: Im Februar und März wird die Crew vervollständigt, die Yacht beladen und dann heißt es: Training, Training, Training. Das ist notwendig, denn die Giga kommt mit einer Branchenneuheit.
Null Emissionen. Wenn jetzt alles so läuft, wie es soll, kommt auf kürzeren Distanzen oder für den Hotelbetrieb nur reines Wasser aus den Abgasrohren der Feadship - ideal für Hafenmanöver oder in geschützten Meeresgebieten.
Unter Deck der Feadship stehen Flüssigwasserstofftanks mit einem Fassungsvermögen von 92 Kubikmeter, dazu ein Verdampfungssystem: Der auf minus 253 Grad Celsius gekühlte Wasserstoff verdampft, wird erhitzt, und anschließend strömt das Gas in die Brennstoffzelle. Details zur Technik unter Deck von Projekt 821.
MAN Cryo ist der Name hinter dem für das Superyachting neuen System. Das Unternehmen sitzt im schwedischen Göteborg und führt den Markt bei kryogenen Anlagen zur Lagerung, Verteilung und Handhabung von Gasen an. Obwohl Wasserstoff-Brennstoffzellen seit mehr als 60 Jahren kommerziell genutzt werden, gab es bisher keine Lösung für den maritimen Sektor.
Das Projekt 821 von Feadship markiert nun den Wendepunkt, “Breakthrough” kann mit der neuen Antriebstechnik eine Woche lang geräuschlos vor Anker liegen und dabei die Gäste komfortabel versorgen - oder emissionsfrei mit zehn Knoten fahren.
Zu den größten Herausforderungen zählten die Genehmigungsverfahren für das Tankdesign, wofür es keine Vorschriften gab. Normalerweise werden LNG-Tanks des Typs C nach dem IGF-Code konstruiert, der jedoch nicht ganz auf Wasserstoff anwendbar ist. Stattdessen reichte MAN Cryo bei Lloyd’s Register einen auf einer Risikobewertung basierenden, als sicher geltenden Entwurf ein, der für eine Installation unter Deck zugelassen ist.

Redakteurin News & Panorama