Neue Marke mit Mangusta-NäheIcona 70: Hypercar-Look, viel Platz und IPS-Antrieb

Sören Gehlhaus

 · 10.09.2026

Icona 70: Designer Igor Lobanov legte die Frontscheibe ohne senkrechte Holme an, wodurch der Aufbau der Kanzel eines Jets ähneln soll.
Foto: Effebi New Project
Mit der Icona 70 stellt Effebi New Project das erste Modell der neuen Marke mit Nähe zu Mangusta vor. Das 21 Meter lange Powerformat verbindet Automobildesign mit großen Innen- und Außenflächen. Gebaut werden soll sie nach den Standards der Overmarine Group.

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Marke mit Nähe zu Mangusta

Um es gleich klarzustellen: Icona 70 ist kein neues Modell innerhalb der bestehenden Mangusta-Reihen. Hinter dem Projekt steht die Unternehmung Effebi New Project, gegründet von der Familie Balducci (Overmarine Group) und Mangustas US-Vertreter Stefano Arlunno. Die neu geschaffene Marke tritt unter dem Namen Icona inspired by Mangusta auf und positioniert sich im Segment von Yachten unter 24 Metern.

Der Anspruch ist klar formuliert: Icona möchte nicht einfach eine weitere schnelle Yacht auf den Markt bringen, sondern ein eigenes Konzept etablieren. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass zukünftige Eigner nicht unbedingt mehr Volumen oder mehr Ausstattung suchen, sondern ein persönlicheres und emotionaleres Boot. Technisch und konstruktiv soll die Icona 70 von der Erfahrung von Mangustas Muttergesellschaft der Overmarine Group profitieren. Für die neue Marke bedeutet das eine Verbindung aus eigenständiger Gestaltung und etablierter Fertigungskompetenz.

Design zwischen Hypercar und Roadster

Für das Design zeichnet Igor Lobanov verantwortlich, der bereits an der Formensprache von Mangustas REV-Baureihe beteiligt war. Rund 18 Monate lang entwickelte er Exterieur, Interieur, Ergonomie und Fahrstand als zusammenhängendes Projekt. Das Ergebnis fällt vor allem durch glatten, weitgehend unterbrechungsfreie Flächen im Unibody-Look auf.

Die dunkle, verglaste Aufbaustruktur liegt unter einem stark verjüngten Hardtop. Die Frontscheibe kommt ohne senkrechte Holme aus und soll dadurch der Kanzel eines Jets ähneln. Ein auffälliges Detail ist der 3D-gedruckte Lufteinlass mit Wabenstruktur, der an technische Lösungen aus dem Automobilbau erinnert.

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Auch funktionale Bereiche bleiben weitgehend verborgen. Ankertasche und die seitliche Tendergarage sind so in die Außenhaut integriert, dass die Linienführung nicht unterbrochen wird. In der Tendergarage soll ein Jet-Tender mit einer Länge von bis zu 3,45 Metern Platz finden.

Icona 70: Viel Raum auf 70 Fuß

Die Icona 70 soll Innenraum bieten, den man in dieser Größenklasse nicht erwartet. Im zentralen Bereich erreicht die Yacht laut Hersteller eine Innenhöhe von bis zu 2,85 Metern. Die maximale Breite beträgt 6,2 Meter. Drei Kabinen, große Rumpffenster und ein durchgehender Wohnbereich sollen für ein helles und offenes Raumgefühl sorgen.

Eine zentrale Wohnachse verbindet die Heckplattform, das Cockpit und die Innenräume. Große Oberlichter bringen zusätzlich Tageslicht in den unteren Salon. Die Eignerkabine erstreckt sich über die gesamte Breite des Rumpfes und verfügt über ein offen gestaltetes Badkonzept.

Das Heck wird zur Badeplattform

Die auffälligste technische Lösung zeigt sich im Heck. Zwei seitlich abklappbare Flügel vergrößern die Breite im ausgefahrenen Zustand auf mehr als neun Meter. Dadurch entsteht eine rund 40 Quadratmeter große Plattform über dem Wasser. Eine integrierte Transformertreppe führt direkt ins Wasser.

Zur Ausstattung gehören L-förmige Sonnenliegen mit verstellbaren Tischen. Die beiden Boxen darüber wirken wie Gitarrenverstärker. Eine nimmt die Außenküche mit Kühlschrank, Eisbereiter und Grill auf. Das zweite Element beherbergt eine DJ-Station und zusätzlichen Stauraum.

Der Icona-Fahrstand als Cockpit

Auch am Steuerstand setzt Icona auf eine deutliche Abgrenzung von klassischen Yachtlösungen. Der Fahrstand ist als minimalistisches Cockpit gestaltet. Vier integrierte 19-Zoll-Bildschirme, vier Einzelsitze und ein skulptural geformtes Armaturenbrett bilden die zentrale Bedienumgebung.

Physische Schalter und Drucktasten wurden weitgehend reduziert. Stattdessen sollen digitale Anzeigen und integrierte Bedienfunktionen für eine aufgeräumte Optik sorgen. Ergänzt wird das Konzept durch Joystick-Manövriersystem, Dynamic Positioning, vorausschauendes Sonar und Assistenzfunktionen für das Anlegen.

Drei Volvo-Penta-Motoren und bis zu 36 Knoten

Für den Antrieb sind drei Volvo-Penta-Motoren vorgesehen. In der stärksten Ausbaustufe kommt Volvo Pentas D13 IPS1350 zum Einsatz. Jeder Motor leistet dabei 1.000 PS beziehungsweise 735 kW. Vorläufige Leistungsdaten geben eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 36 Knoten an. Als Reisegeschwindigkeit werden rund 30 Knoten genannt. Die Reichweite soll bei ungefähr 270 Seemeilen liegen.

Individualisierung als Teil des Konzepts

Icona möchte die Individualisierung nicht auf die Auswahl aus mehreren Polster- oder Lackvarianten beschränken. Unter dem Namen Commission ist eine direkte Zusammenarbeit zwischen Eigner und Designteam vorgesehen. Automobilinspirierte Außen- und Innenfarben sollen jede Yacht stärker auf den persönlichen Geschmack ihres Besitzers zuschneiden. Ziel ist laut Hersteller ein Einzelstück, das nicht einfach aus einem bestehenden Katalog zusammengestellt wird.

Technische Daten Icona 70

  • ​Länge über alles: 70 Fuß / 21,3 m
  • Breite: 6,20 m
  • Motorisierung: 3 x Volvo D13 IPS 1350
  • Geschwindigkeit max.: 36 kn
  • Geschwindigkeit Reise: 30 kn
  • Reichweite: 270 sm
  • Design: Igor Lobanov
  • Konstruktion: Overmarine Group, Studio Arnaboldi

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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