Refit SpecialModerner Anstrich für „Starfire“

2007: Lürssen schickte die 70 Meter einst als „Saint Nicolas“ auf die Meere. Die Außenlinien zeichnete Espen Øino, das Interieur lieferte Zuretti.
Foto: Jeff Brown/Northrop & Johnson
Bei Abeking & Rasmussen erhielt die 70 Meter lange „Saint Nicolas“ ein neues Gesicht. Die Dame entstand 2007 bei Lürssen und fährt nun als „Starfire“. A&R-Refitchef Swen Westerdijk blickt für uns hinter die Kulissen des Großprojekts.

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Zwölf Monate dauerte der Umbau, der aus „Saint Nico­las“ – mit Außenlinien von Espen Øino und Zuretti-Inte­rieur – die 73 Meter lange „Starfire“ machte. Ein knapper, aber dafür umso straffer getakteter Zeitplan. Auf der To-do-Liste für die 13 Meter breite Lady standen unter anderem eine neue Außenlackierung, mehr Decksfläche achtern, ein neues Gym, größere Fenster sowie eine Reihe von technischen Verbesserungen. Dafür holte sich Abeking & Rasmussen umfangreiches Know-how auf das Gelände in Lemwerder.

Herausforderung beim Refit der „Starfire“

So ist „Starfire“ ein gemeinsames Projekt des Kapitäns und der Crew mit den Superyachtmanagern von Arrow Yachts und Pascoli International für die Außenlinien. Die Umgestaltung des Interieurs übernahm das US-Studio Patrick Knowles Design, den Entwurf des neuen Hecks lieferten die Konstrukteure von Murray Associates. Bei A&R griffen die Arbeitsschritte unter der Aufsicht von Projektleiter Hannes Köhler sowie Refitchef Swen Westerdijk ineinander. „Die größte Herausforderung bestand darin, die umfangreichen Arbeiten auf allen Decks parallel zu den Malerarbeiten innerhalb des gewünschten Zeitrahmens auszuführen“, erklärt Westerdijk.

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Dank der um drei Meter nach hinten gezogenen Heckpartie ist eine 12,8 mal 5,4 Meter große Badeplattform entstanden, auf der sogar ein informeller Speiseplatz für bis zu 14 Gäste stehen kann. Nach dem Lunch ist hier zudem Platz für alle Aktivitäten rund um das Leben am Beachclub. Schließlich ist auf einer modernen Yacht mit sechs bis sieben Suiten auch eine üppige Wassersportausrüstung ein Muss, plus Tender mit zwölf respektive acht Meter Länge. Das ehemals offene Sonnendeck verwandelte sich in ein verglastes und selbstverständlich klimatisiertes Gym mit Wellnessareal – ausgestattet mit einer Infrarotsauna, einem Eis-Tauchbecken und einem Massagebereich.

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Ein moderner Fahrstuhl verbindet die Etagen, vom Tankdeck bis hinauf zum Pooldeck, wo ein fünf mal drei Meter großes Schwimmbecken mit Gegenstromanlage nebst Poolbar auf die Gäste wartet. Die Fläche dahinter dient wahlweise als Partyzone, Kino oder Basketballplatz.

Vergrößerung der Fenster

Das Interieur auf allen Decks wurde ebenfalls umfassend renoviert, der klassische Yacht-Look mit viel hochglänzendem Holz blieb erhalten, doch heute fluten raumhohe Fenster sowohl auf dem Haupt- als auch auf dem Oberdeck die mindestens 2,3 Meter hohen Salons und VIP-Suiten mit viel natürlichem Licht. Trotz des umfassenden Refits blieb der Stil der „alten“ Lürssen weitgehend erhalten. „Ein großer Punkt war der Umbau der Fenster achtern“, erklärt Westerdijk anhand eines Beispiels. „Diese waren ursprünglich nur halb hoch. Wir haben sie bis auf den Decksboden heruntergezogen.“ Das Ergebnis mache die Räume nicht nur heller, sondern werte sie insgesamt auf, vor allem den großen Salon.

Modernisierung der Technik an Bord von „Starfire“

Nicht immer lief auf der Baustelle alles wie geplant, allerdings gehören Überraschungen zu jedem Refit-Projekt. „Das macht es ja auch so interessant“, versichert Westerdijk. „Es fängt an bei Teilen, die nicht mehr lieferbar sind, bis hin zu Systemen, die anfangs problemlos laufen und später dann doch eine Wartung oder sogar eine Erneuerung benötigen.“ Dabei sei es allen Beteiligten des Projekts wichtig gewesen, selbst in solchen Fällen stets mit Sorgfalt und Engagement daran zu arbeiten, für „die Kunden die perfekte Lösung möglich zu machen“.

Um die Yacht fit für die Zukunft zu machen, wurden an Bord von „Starfire“ auch Teile der Technik modernisiert und gewartet. „Wir haben zum Beispiel ein neues Abgasreinigungs-System an den Stromerzeugern installiert“, berichtet Westerdijk. Abeking & Rasmussen ist nun mehr als stolz, dass dieses Yacht-Refit innerhalb des knapp gesteckten Zeitrahmens so gelungen ist und das Projekt nach „den höchsten Standards der Handwerkskunst“ abgeschlossen wurde. ­Hannes ­Köhler, „Starfire“-Projektleiter, sagt: „Die Transformation hat der Yacht nicht nur ein modernes Aussehen verliehen, sondern spiegelt auch die hervorragende Teamarbeit und die nahtlose Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten wider. Gemeinsam haben wir die Vision für diese Yacht in die Realität umgesetzt.“


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