SuperyachtenLürssen liefert 78-Meter-Yacht „Odisea“ aus

Lars Bolle

 · 16.03.2026

Die neue Lürssen „Odisea“ bei den Sea Trials.
Foto: Lürssen
Am 13. März 2026 verließ die 78,20 Meter lange „Odisea“ die deutsche Werft Lürssen. Die unter dem Projektnamen ACE 21 gebaute Yacht verbindet zeitgenössisches Design des britischen Studios RWD mit weltweiter Einsatzfähigkeit. Erstmals arbeitet Lürssen bei Außen- und Innendesign mit dem mehrfach ausgezeichneten Studio zusammen.

Am 13. März 2026 startete die 78,20 Meter lange „Odisea“ ihre Jungfernfahrt von Deutschland aus. Lürssen hat die unter dem Projektnamen ACE 21 gebaute Yacht fertiggestellt und damit das erste gemeinsame Projekt mit dem britischen Designstudio RWD realisiert. Die Zusammenarbeit umfasst sowohl Außen- als auch Innendesign – eine Premiere für die deutsche Werft und das mehrfach ausgezeichnete Studio. Seit der Jahrtausendwende hat Lürssen mehr als 20 Yachten unter 80 Metern Länge ausgeliefert, was etwa einem Drittel aller in diesem Zeitraum gebauten Lürssen-Yachten entspricht. Die „Odisea“ reiht sich in diese Serie ein und setzt dabei neue Akzente in der Zusammenarbeit zwischen deutscher Ingenieurskunst und britischem Design. Die Werft positioniert die Yacht als Verbindung von außergewöhnlichen Lifestyle-Features und echter Hochsee-Tauglichkeit.

Designphilosophie und Zusammenarbeit

Die Silhouette der „Odisea“ zeigt einen vertikalen Bug und Linien, die Klarheit mit Raffinesse verbinden. Großflächige Verglasung löst traditionelle architektonische Grenzen auf und durchflutet das Innere mit natürlichem Licht. Die Sichtlinien reichen ununterbrochen bis zum Horizont. Die Innenräume präsentieren sich hell und einladend, gestaltet für ein Leben auf See. Natürliche Töne, helle Hölzer und blasser Marmor definieren eine zurückhaltende, aber warme Farbpalette. Organische Texturen und subtile Übergänge ersetzen Verzierungen, während kuratierte Kunstwerke und mehrschichtige Oberflächen Tiefe und Lebendigkeit einbringen.

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Beach House als architektonisches Highlight

Eines der markantesten Merkmale der „Odisea“ ist das Beach House: eine verglaste Lounge auf dem Hauptdeck, die sich über drei Meter breite Schiebetüren an drei Seiten öffnet. Der Raum verbindet sich direkt mit dem Außendeck und dem darin integrierten, mit Teakholz ausgekleideten Pool. Lürssen hat das Beach House intern entwickelt und konstruiert, was die Fähigkeit der Werft demonstriert, große und komplexe Glasstrukturen zu entwickeln und umzusetzen. Die Konstruktion ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen Innen- und Außenbereichen. Die technische Umsetzung der großflächigen Verglasung mit den drei Meter breiten Schiebeelementen stellte besondere Anforderungen an Statik und Abdichtung.

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Vielseitige Ausstattung und Bereiche

Das Vordeck bietet einen Sportplatz, der sich für Basketball, Pickleball, Yoga oder Pilates nutzen lässt. Das Sonnendeck verwandelt sich mühelos von einem offenen Rückzugsort in eine geschlossene Sky Lounge und verfügt über Jacuzzi, Bar, Feuerstelle sowie Essplatz für bis zu 20 Gäste. Zwei Außenkinos, ein Wellness-Bereich und eine dedizierte Wassersportzone mit Tauch- und Angeleinrichtungen vervollständigen die Ausstattung. Die flexible Nutzbarkeit der Bereiche ermöglicht unterschiedliche Szenarien vom sportlichen Aktivprogramm bis zur entspannten Unterhaltung. Die Wassersportzone ist speziell für den Einsatz verschiedener Sportgeräte konzipiert und bietet die notwendige Infrastruktur für Taucher und Angler. Das Sonnendeck lässt sich je nach Wetterbedingungen und Nutzungswunsch zwischen offenem und geschlossenem Zustand umkonfigurieren.

Technische Innovation und Umwelttechnik

„Jede Yacht, die wir bauen, verlangt etwas Neues von uns", sagt Peter Lürssen. Die Arbeit mit RWD an der „Odisea“ habe es ermöglicht, die Grenzen sowohl in der Ingenieurskunst als auch in der Raumaufteilung zu verschieben. Das Ergebnis sei eine Yacht, die vollständig um das moderne Leben auf See herum konzipiert wurde. Sie sei eine stolze Ergänzung der Flotte. Wie bei allen modernen Lürssen-Yachten standardmäßig üblich, wurde die „Odisea“ mit einem kompakten Abgassystem mit patentiertem SCR-System ausgestattet, das die NOx-Emissionen erheblich reduziert.



Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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