The Italian Sea GroupSanlorenzo plant Investitionen

Martin Hager

 · 31.07.2026

The Italian Sea Group durchläuft derzeit ein gerichtlich überwachtes Sanierungsverfahren. Sanlorenzo plant über ein Konsortium Investitionen in die Werftengruppe TISG.
Foto: The Italian Sea Group
Sanlorenzo beteiligt sich an einem Konsortium unter Führung von Polo Nautico Carrara, das die Geschäftsaktivitäten der insolventen Italian Sea Group übernehmen möchte. Das Angebot zielt darauf ab, Arbeitsplätze zu erhalten und den Yachtbau in Carrara fortzuführen. The Italian Sea Group durchläuft derzeit ein gerichtlich überwachtes Sanierungsverfahren.

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Sanlorenzo steigt als Minderheitsgesellschafter in ein Konsortium ein, das die Geschäftsaktivitäten von The Italian Sea Group (TISG) übernehmen möchte. Das Angebot wurde von Polo Nautico Carrara (PNC) eingereicht, einer noch zu gründenden Gesellschaft, die auf Konsortialbasis operieren soll. Nach Angaben der Initiatoren verfolgt das Konsortium das Ziel, Arbeitsplätze zu sichern, den Industriebetrieb wieder aufzunehmen, die lokale Zulieferkette zu unterstützen und die Yachtbauaktivitäten in der Region Carrara aufrechtzuerhalten. TISG befindet sich derzeit in einem gerichtlich überwachten Sanierungsverfahren in Italien. Die Werft hatte im Juli vom Gericht in Florenz Schutzmaßnahmen nach dem italienischen Krisen- und Insolvenzrecht erhalten, die es ihr ermöglichen, während der Ausarbeitung eines Sanierungsplans weiterzuarbeiten. Erst vor wenigen Tagen gab Giovanni Costantino seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender und CEO von The Italian Sea Group bekannt.

Beteiligungsstruktur des Konsortiums

Nach der vorgeschlagenen Eigentümerstruktur sollen zehn Prozent von PNC von einer noch zu gründenden Gesellschaft gehalten werden, die Riccardo Cima zusammen mit bestimmten Zulieferern gründen wird. Die verbleibenden 90 Prozent sollen im Besitz von zwei bis drei international anerkannten Werften sein, mit denen sich die Gespräche laut Sanlorenzo in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Sanlorenzo beabsichtigt, eine Minderheitsbeteiligung an PNC zu erwerben und hat ein Patronatserklärung ausgestellt, die die Teilnahme des Konsortiums am Wettbewerbsverfahren unterstützt. Die Erklärung deckt bis zu zehn Prozent des vorgeschlagenen Kaufpreises als Sicherheit für die Zahlungsverpflichtungen von PNC ab.

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Umfang des Übernahmeangebots

Das Angebot umfasst laut mehreren Medienberichten die operativen Geschäftsaktivitäten von TISG, schließt jedoch deren Schulden und Forderungen aus. Die Fortführung und Fertigstellung bestehender Yachtbauverträge würde separaten Verhandlungen mit den jeweiligen Yachteignern unterliegen. Der Vorschlag steht unter dem Vorbehalt einer Due Diligence, der Einleitung eines gerichtlich überwachten Wettbewerbsverkaufsverfahrens und der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen. Das Angebot ist unverbindlich und verpflichtet weder TISG noch die vom Gericht bestellten Gerichtskommissare zur Durchführung der Transaktion.

Turbulenzen bei TISG

Die Ankündigung folgt auf eine Phase erheblicher Umwälzungen bei TISG. Im Juli traten Vorstandsvorsitzender und CEO Giovanni Costantino sowie der nicht geschäftsführende Direktor Gianmaria Costantino zurück, was nach italienischem Gesellschaftsrecht die Auflösung des Vorstands des Unternehmens auslöste. Der scheidende Vorstand wird auf vorläufiger Basis weiterarbeiten, bis die Aktionäre einen neuen Vorstand ernennen, während das Unternehmen sein gerichtlich überwachtes Sanierungsverfahren fortsetzt. Anfang Juli bestätigte das Gericht von Florenz Schutzmaßnahmen nach dem italienischen Krisen- und Insolvenzrecht, die es TISG ermöglichen, während der Ausarbeitung eines Sanierungsplans weiterzuarbeiten. Das Unternehmen prüft außerdem eine Kapitalerhöhung von rund 100 Millionen Euro zur Stärkung seiner Finanzlage.

Sanlorenzos Motivation

Massimo Perotti, Executive Chairman von Sanlorenzo, erklärte, das Unternehmen habe sich entschieden, die Initiative zu unterstützen, um Arbeitsplätze zu sichern, Italiens Yachtbau-Expertise zu bewahren und zur langfristigen Entwicklung der lokalen Schifffahrtsindustrie beizutragen. „Unsere Absicht ist es, dem Projekt die industrielle Stärke, das Fachwissen und die langfristige Vision der Aktionäre von Polo Nautico Carrara einzubringen, um das lokale industrielle Ökosystem zu verbessern und die Exzellenz italienischer Handwerkskunst weltweit zu fördern", betonte er.

Frühere Übernahmespekulationen

Anfang des Jahres brachten Marktgerüchte TISG mit möglichen Übernahmen durch den deutschen Schiffbauer Lürssen und den italienischen Yachtbauer Ferretti Group in Verbindung. Beide Unternehmen dementierten öffentlich, eine Transaktion anzustreben. Ferretti Group stellte im Juni klar, dass derzeit keine Verhandlungen in dieser Hinsicht mit TISG oder seinen Aktionären laufen. Gleichzeitig betonte die Gruppe, dass sie als führender Akteur in der italienischen Yachtindustrie und im Einklang mit ihrer externen Wachstumsstrategie kontinuierlich potenzielle Chancen evaluiere und bewerte, die sich am Markt ergeben könnten.

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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