Das neue Flaggschiff der zu Cantiere del Pardo gehörenden Marke setzt die klare Designlinie der beliebten VanDutch 40 fort, vergrößert sie jedoch deutlich. Der Weekender mit 23 Metern Länge präsentiert sich mit einer aufgeräumten, minimalistischen Optik ohne sichtbare Reling. Die Außenflächen gehen fließend ineinander über, was dem Boot seinen charakteristischen, cleanen Look verleiht.
Die hydraulische Badeplattform lässt sich bis auf Wasserniveau absenken. Ein klappbarer Mechanismus mit Rollen erleichtert das Ein- und Auswassern des Tenders. Die Garage bietet Platz für einen Williams Tender mit bis zu 3,85 Metern Länge – ungewöhnlich geräumig für ein Boot dieser Größe. Im Inneren der Garage befinden sich spezielle Halterungen für die Carbonstangen des Sonnenschutzes und die Teile der schnell installierbaren Außendusche, wodurch die Garage aufgeräumt bleibt.
Das Cockpit steigt in kurzen Stufen von der Badeplattform an. Diese theaterartige Anordnung sorgt dafür, dass Gäste weiter vorne höher sitzen und eine freie Sicht haben – egal ob beim Steuern oder Entspannen. Selbst vom Steuerstand aus behält man dank des leicht nach achtern abfallenden Decks den Überblick über die gesamte Sitzgruppe und alle Gäste auf der Badeplattform. Vor einer großzügigen Sonnenliege für sechs bis acht Personen befindet sich eine U-förmige Sitzgruppe. Die Seitenverkleidungen tragen ein an Automobile erinnerndes Design mit integrierten Edelstahlgetränkehaltern. Weiter vorne stehen zwei Esstische zur Verfügung. Beide sind höhenverstellbar, ausziehbar und können zur Sitzgruppe hin verschoben werden, damit die Teller in bequemer Reichweite stehen. Mit zusätzlichen Stühlen an der Außenseite bieten sie Platz für bis zu zwölf Personen. Unter den Sitzbänken befinden sich zwei Schubladenkühlfächer. An der Steuerbordseite ist ein ausklappbarer Fernseher montiert, dem an Backbord ein großes Staufach gegenüberliegt. Die Außenpantry an Steuerbord ist mit Phoenix-Oberflächenmaterial ausgestattet, die Ausstattung umfasst zudem ein Zwei-Platten-Induktionskochfeld, einen Grill, eine tiefe Spüle, einen Eisbereiter und einen Getränkekühlschrank. Diese vollwertige Außenküche eignet sich für die Zubereitung von Frühstück, Barbeque und mehr – und wird bei Weekendern meist häufiger genutzt als die Galley im Interieur.
Drei Kapitänssitze stehen nebeneinander, wobei der äußere Sitz keine Armlehne auf der Außenseite hat, so dass man seitlich herausrutschen kann. Die Rundumsicht ist nahezu perfekt, da alles flächenbündig und in alle Richtungen ungehindert ist – ähnlich wie beim Fahren eines Cabrios. Zwei Garmin-MFDs befinden sich zentral vor dem Steuerstand und bieten Split-Screen-Optionen für Karte und Radar. Das VanDutch-Yachtmanagementsystem steuert Beleuchtung, Füllstände und Bilgenalarme, während physische Schalter für Bilgenpumpen, Navigationslichter, Nebelhorn, Scheibenwischer und Strahlruder beibehalten wurden. In die Windschutzscheibe wurde eine Pantographentür integriert, die den einfachen Zugang auf das relinglose Vorschiff gewährleistet.
Der Verzicht auf eine Reling sorgt für einen coolen Look, macht die XL-VanDutch allerdings nicht zum kinderfreundlichsten Modell für spontane Ausflüge in die Ankerbucht. Klampen zum Ausklappen an beiden Seiten, zusätzliche Beschläge für weitere Fender und drei große Luken, die Tageslicht ins Unterdeck leiten, prägen diesen Bereich. Das Ankersystem ist ungewöhnlich für diese Bootsgröße und -typ: Der Anker wird aus einer Tasche im Rumpf nahe dem Kiel ausgefahren, statt auf dem Bug zu sitzen. Die Ankerwinde wird ferngesteuert und wird von einer Kamera gefilmt, sodass man sie langsam bedienen und den Anker sanft in die Tasche einfahren kann. Im vorderen Stauraum befinden sich ein aufgerollter Frischwasserschlauch mit Anschluss in der Nähe, die Ankerwinde auf einer kleinen Plattform und die Kettenbox ganz vorne. Der vordere Stauraum ist groß genug, um vollständig aufgeblasene große Fender aufzunehmen und bietet noch Platz für weitere Ausrüstung.
Wie beim Exterieur kam das Studio BurdissoCapponi Yachts&Design auch bei der Inneneinrichtung zum Zug. Sie zeichnet sich durch edle Materialien, starke Kontraste und raffinierte Texturen aus. Baunummer 1 des Flaggschiffs wurde mit dem "Cool"-Interieur bestückt. Eine helle, zeitgemäße Version mit Perlmuttfurnier, matten schwarzen Holzakzenten und beigefarbenen Wildlederpolstern. Optional ist auch eine wärmere "Smooth"-Variante mit Mahagoni-Elementen erhältlich. Die Standardausführung bietet drei Kabinen. Die Eignerkabine befindet sich auf der Steuerbordseite achtern, eine Doppelkabine auf der Backbordseite. Beide verfügen über eigene Bäder. Im Bug liegt eine helle und geräumige VIP-Kabine mit Doppelbad, das auch als Tagestoilette dient. Im Zentrum befindet sich ein Wohnbereich mit amerikanisch-offener Galley, Lounge und Esstisch. Eine separate Crew-Kabine im Heck rundet die Aufteilung ab.
Angetrieben wird die von Mulder Design konzipiert VanDutch 75 von drei Volvo-Penta-Motoren, die in der Standardausführung auf drei IPS1050-Einheiten wirken. Optional kommen drei stärkere D13 IPS1350 unter das Heck. Damit sollen Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten erreicht werden.