Windy SR77Neues Flaggschiff für Begleit- oder Kurzfahrt

Sören Gehlhaus

 · 15.12.2025

Zeichen auf Entspannung: Das Cockpit der SR77 erstreckt sich über zwei Ebenen. Über Glasschiebetüren lässt sich die Kabine vollständig schließen.
Foto: Windy Boats
Windy Boats baut ein neues Flaggschiff. Mit der 24 Meter langen SR77 haben die Schweden vor allem den Chaseboat-Markt im Blick. Für Kurztrips eignet sich das McKeon-Design aber auch.

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Die SR77 markiert einen Meilenstein in der Geschichte von Windy. Mit einer Länge von knapp unter 24 Metern ist sie das bislang größte Boot aus eigenen Hallen und auch eines der längsten Komposit-Formate aus schwedischer Fertigung. Bedient wird der Nischenmarkt der Chaseboats, den Windy seit 2010 befährt. Los ging es mit der SR52 Blackbird, eines der letzten Designs von Ed Dubois.

Das neue Flaggschiff wurde in Zusammenarbeit mit dem Designstudio MMYD (Malcolm McKeon Yacht Design) entwickelt. Der Konstrukteur aus dem britischen Lymington konzipierte die SR77 als Weekender und eben Begleiterin eines Mutterschiffs. Die sind teils so groß, dass 60-Fuß-Versionen an Bord mitgeführt werden. Eine SLR60 dient der ​97-Meter-Lürssen „Carinthia VII“.

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Von der SR77 verkaufte Windy bereits die erste Einheit, die in der neuen 2.300 Quadratmeter großen Montagehalle in Västervik an der Ostküste Schwedens entsteht – mit einem hohen Maß an Individualisierbarkeit. Ähnlich wie bei den Mutterschiffen passen die Schweden ihre SR-Modelle Kundenwünschen an.

Kunden können Layouts über und unter Deck abwandeln, den Innenraumstil der Gäste- und Crewkabinen definieren und jedes Detail von den Badezimmern bis zu den Materialien und Bordsystemen spezifizieren. Eine Besonderheit des Konzepts ist, dass sich sogar Innenarchitekten der Eigner in den Gestaltungsprozess einbringen können. Diese Flexibilität bieten nur wenige Bootsbauer in dem Größensegment.

Windy stellt Antriebspakete zur Wahl

Bei der Motorisierung bietet Windy zwei unterschiedliche Konfigurationen an: entweder zwei Zwölfzylinder von MAN in Kombination mit Waterjets oder drei IPS-1350-Einheiten von Volvo Penta. Trotz der unterschiedlichen Antriebskonzepte bleibt die Reichweite dank Zusatztanks mit 600 Seemeilen bei beiden Varianten gleich – ein Alleinstellungsmerkmal, das Windy besonders betont. Mit ihrer schlanken Linienführung, dem weitläufigen Gästedeck und der großzügigen Badeplattform soll die SR77 sowohl als Basis zum Entspannen an Deck als auch als leistungsstarkes Fahrzeug dienen.

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Strategische Ausrichtung des Unternehmens

Die Entwicklung der SR77 ist Teil einer breiteren Geschäftsstrategie von Windy. In den letzten fünf Jahren hat sich das Unternehmen zunehmend auf die halbindividuelle Fertigung konzentriert. Darüber schafften es die Schweden trotz globaler Turbulenzen weiter zu wachsen.

CEO Trevor Fenlon äußert sich zur Zusammenarbeit mit Malcolm McKeon Yacht Design: „Wir freuen uns sehr, wieder mit Malcolm McKeon Yacht Design zusammenzuarbeiten. Die Linien, die MMYD in ihre SR-Designs einbringt, sind etwas ganz Besonderes. Ich erwarte, dass dieses Boot genauso beliebt sein wird wie die früheren SR-Modelle, bei denen wir zusammengearbeitet haben."

Auch Malcolm McKeon selbst betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „Die SR77 stellt eine mutige Weiterentwicklung unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Windy dar. Von Anfang an war es unser Ziel, kompromisslose Leistung mit einem raffinierten Gefühl für Zweck und Stil zu verbinden."

Technische Daten Windy SR77

  • Länge über alles: 23,98 m
  • Breite: 6 m
  • Tiefgang: 1,03 m
  • Verdrängung: 48,5 t
  • ​Antrieb 1: 2 x MAN V12-1800 mit Waterjets
  • Antrieb 2: 3 x Volvo Penta IPS 1350
  • Diesel: 8.800 l
  • Wasser: 1.000 l
  • Reichweite: 600 sm
  • CE Classification: B
  • Konstruktion/Design: Malcom McKeon Yacht Design
  • Werft: Windy Boats, Västervik, Schweden

Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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