Nobiskrug ist insolvent

Martin Hager

 · 14.04.2021

Nobiskrug ist insolventFoto: Nobiskrug
Nobiskrug ist insolvent | nt
Die Rendsburger Werft beantragte nach eigenen Angaben und trotz eines gut gefüllten Auftragsbuches die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

„Wir bauen momentan an drei Yachtneubauten mit 62, 70 und 77 Metern Länge, das 100-Meter-plus-Projekt „Phoenix“ mit der Baunummer 796 sowie zwei weitere Yachten befinden sich in der Projektphase“, erklärte Nobiskrug-Geschäftsführer Raimon Strunck noch vor wenigen Wochen, als das BOOTE EXCLUSIV-Team die Werft und das 80 Meter lange Ausnahmeprojekt „Artefact“ besuchte.

Nun heißt es in einem Pressestatement, dass jüngste Auftragsstornierungen und eine ungewisse Zukunft im Yachtbau einen Insolvenzantrag unvermeidlich gemacht hätten.

Das zur Privinvest-Gruppe gehörende Unternehmen verwies in der Mitteilung darauf, dass die Muttergesellschaft in den vergangenen Jahren rund 178 Millionen Euro in Nobiskrug investiert habe, um das laufende Geschäft zu sichern, ohne dafür eine Rendite erhalten zu haben. Weiter heißt es, das Privinvest seine zwei weiteren norddeutschen Werften German Naval Yards Kiel und die ebenfalls in Kiel ansässige Lindenau-Werft weiter unterstützen werde und das Ziel verfolgt, durch einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Weitere Angaben machte Nobiskrug nicht.

Auf der Referenzliste der Rendsburger finden sich technisch hochkomplexe Formate wie „Sailing Yacht A“ und „Artefact“, sowie richtungsweisende Neubauten à la „Tatoosh“. „Spezialyachten sind unsere Nische“ bekräftigte Nobsikrug-Geschäftsführer Raimon Strunck auch während des BOOTE EXCLUSIV-Interviews. „Bei der Nobiskrug wollen wir uns weiter durch die Art der Projekte abheben, die wir bauen. Wir haben mit den beiden spektakulären Neubauten „Sailing Yacht A“ und „Artefact“ wahrlich ein Zeichen gesetzt. Beides waren Projekte, die andere Werften aufgrund ihrer technischen Komplexität abgelehnt haben.“

Nobiskrug-Geschäftsführer Raimon Strunck | ckFoto: NobiskrugNobiskrug-Geschäftsführer Raimon Strunck | ck

Ein Insolvenzverwalter soll in den nächsten Wochen Sanierungsoptionen für die Werft erarbeiten. Der Werftbetrieb wird uneingeschränkt weitergeführt - einschließlich aktueller Yacht-Neubauten und der Abarbeitung von Reparaturaufträgen.

boote/exclusiv/M4494423Foto: Nobiskrug
Artikel teilen:
Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

Meistgelesen in der Rubrik Boote