Hatecke Bootswerft Condor

Steckbrief für Hatecke Bootswerft Condor

TypMotorboot-Klassiker
ModellHatecke Bootswerft Condor
Gebraucht/NeuGebrauchtboot
PreisEUR 29.990,- inkl. MwSt.
MaterialHolz
StandortBrandenburg
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Abmessungen

Länge9.64
Breite2.60
Tiefgang0.90
Gewicht6000

Motor

AntriebWellenantrieb D-Drive
HerstellerMercedes
Motorleistung1 x 70 PS / 51 kW
TreibstoffDiesel

Bemerkung

Bei dem Boot handelt es sich um eine Pinasse, die viele Jahre im Einsatz bei der
Bundeswehr war. Es ist vollständig aus Holz gebaut. Unter der Motorhaube tuckert
ein 70 PS starker Dieselmotor der Firma Mercedes Benz. Die Condor verfügt über
einen Salon mit bis zu 8 Sitzplätzen. Die Pinasse ist mit Echolot, Sumlog (mechanisch
und GPS mit Logging auf SD-Karte) und Kompass ausgerüstet. Zum Betreiben
elektronischer Geräte stehen 12V und 24V KFZ-Buchsen zur Verfügung (kleine
Ladegeräte für Handy o.ä.). Die Schleuderscheiben garantieren eine gute Sicht selbst
bei starkem Regen. Zur Sicherheit sind Rettungswesten und 2 Rettungsringe, ein
Feuerlöscher und eine Löschdecke vorhanden. Das Boot wurde mit Bedacht - wo
notwendig - modernisiert. So ist es nach 65 Jahren fast im Originalzustand erhalten.
Kopien der originalen Bau- und Ausrüstungszeichnungen aus dem Jahr 1961 sind
vorhanden. Im Jahr 2008 wurde die Pantry neu gebaut, die Kajüte fast vollständig
überarbeitet und nach Originalvorlagen eine neue Fahrpersenning angefertigt. Mit ihr
wird die Condor durch wenige Handgriffe zum Cabriolet.
Motor: Mercedes OM 312, 70 PS
Rumpf: karweel-beplankt (Mahagoni-Planken auf Eichenspanten)
Aufbauten: Teak, Mahagoni
Ausstattung: UKW Sprechfunk für den Binnenschifffahrtsfunk, Echolot,
Sumlog, Kompass, Schleuderscheiben, Lenzpumpen,
Suchscheinwerfer
Sicherheitsausstattung: Rettungswesten (auch für Kinder), Feuerlöscher,
Signalflagge, Schallsignalgerät, manuell und elektrisch
Pantry: mit zweiflammigem Kocher (Spiritus) und kleinem
Waschbecken

Die Boote dieser Schiffklassen wurden wahrscheinlich auf mehreren Werften gebaut, so zum Beispiel
auf der Bootswerft Schweers in Bardenfleth/Weser, die seit 2001 zur Lürssen-Gruppe
gehört. Mögliche Werften sind auch die Hatecke-Werft in Drochtersen oder die
Everswerft in Niendorf. Nach uns vorliegenden Kopien der originalen Bau- und
Ausrüstungszeichnungen war Herr Kurt A. H. Oehlmann (Schiffbauingenieur,
Travemünde) der Konstrukteur der Pinasse. Weitere Unterlagen sind bei den Werften
nicht mehr erhältlich, diese sind durch Hochwasser und andere Ereignisse verloren
gegangen.
Dieser Bootstyp war unter anderem als Kommandantenboot auf den Tenderschiffen
(Versorgungsschiff), so zum Beispiel auf dem „Tender Elbe“, im Einsatz.
Die Pinasse gehörte der Schiffklasse 936 an, von der lt. Schiffsnummerverzeichnis
etwa 15 Stück gebaut wurden, nur wenige waren mit 70 PS motorisiert und mit
Sonderausrüstungen wie Schleuderscheiben, Suchscheinwerfer und
Selbssteueranlage ausgerüstet. Von der Schwesterklasse 935 wurden ca. 24 Stück
gebaut, eine davon, die Pinasse "Nordwind" (ehemals Beiboot des Tenders "Saar" der
Bundesmarine), wird im Yachtclub Kassel für Hafenrundfahrten eingesetzt. Eine
weitere Pinasse dieser Bauart wird bei der Marinekameradschaft Heilbronn gepflegt.
Die Schiffsklasse 935 wurde später durch die Klasse 954 ersetzt. Sie unterscheidet
sich optisch nicht von der 935. Allerdings wurden diese aus GFK gefertigt. Eine
Pinasse dieser Bauart war bis Juni 2006 im Marinehafen Olpenitz im Dienst. Ob die
Klasse 936 einen Nachfolger hatte ist uns nicht bekannt, es gibt aber Fotos von
Pinassen aus GFK mit Kajüte. Ob es sich dabei um Umbauten der Klasse 954 handelt,
wissen wir nicht.
Etwa Anfang der achtziger Jahre wurde unsere Pinasse von der Marine ausgemustert,
sie ist seitdem in Privatbesitz. Seit ihrer Ausserdienststellung lag sie im Yachthafen
"Munkmarsch" auf Sylt, ab 1989 dann in Husum und an der Eider.
Weitere Pinassen der Klasse 954 werden in der Marineschule Mürwik an der
Flensburger Förde zur Ausbildung genutzt.
Von den mit Kajüte gebauten Pinassen gibt es neben unserer noch zwei weitere, die
bis vor kurzem bei der Bundeswehr in Marinetechnikschulen im Einsatz waren. Sie
wurden außer Dienst gestellt und standen bei der Vebeg zum Verkauf. Über weitere
Pinassen ist uns bisher nichts bekannt.

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