Boot abhaltenSo gelingt das Anlegemanöver sicher

BOOTE

 · 05.08.2026

Boot abhalten: So gelingt das Anlegemanöver sicherFoto: Boote-Archiv
Berücksichtigt man ein paar grundlegende Regeln, kann beim Anleger nichts schiefgehen.
Beim Anlegen oder Rangieren greifen viele instinktiv zu Händen oder Füßen. Warum das keine gute Idee ist und was stattdessen hilft.

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​Ein Boot abhalten klingt nach einer Kleinigkeit, kann in Stressmomenten aber ein durchaus heikler Punkte sein. Das zeigt nun ein Unfall in Rheinsberg, Brandenburg: Dort wurde ein 51-Jähriger nach Polizeiangaben schwer verletzt, als er sein Sportboot mit Körperkraft von der Uferbefestigung abdrücken wollte. Kurz zuvor hatte er die Kontrolle über die Steuerung seines Bootes verloren und wollte mit eigener Kraft Schlimmeres vermeiden. Er wurde mit einem Helikopter ins Krankenhaus geflogen.

Der Fall ist extrem, das Grundproblem aber alltäglich. Wenn ein Manöver schiefzulaufen droht, reagieren viele Skipper oder Crews reflexhaft mit dem Körper, obwohl genau das zur Gefahr wird.

​Nie mit dem Körper gegen das Boot arbeiten

​Der wichtigste Grundsatz lautet: Beim Boot abhalten wird nicht mit Füßen, Knien, Händen oder dem ganzen Körper gestoppt oder auf Abstand gehalten. Schon bei kleinen Yachten wirken im Hafen erhebliche Kräfte, erst recht bei Wind, Strömung oder Restfahrt. Wer dann versucht, das Schiff vom Steg oder von einem anderen Boot wegzudrücken, kann ausrutschen, eingeklemmt werden oder mit Bein und Fuß zwischen Boot und feste Kante geraten. Stattdessen gilt: Abstand wird über Manöver, Leinen und Fender kontrolliert.

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Fender müssen nicht nur draußen sein, sondern richtig hängen

Beim Boot abhalten übernehmen Fender die eigentliche Arbeit. Dafür müssen sie an der richtigen Stelle sitzen. Entscheidend ist die breiteste Stelle des Schiffs, denn dort entsteht beim Kontakt meist der größte Druck. Vor dem Manöver lohnt deshalb ein kurzer Check: Stimmt die Höhe, und hängen die Fender weder zu weit vorn noch zu weit achtern?

Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt. Wer sie vor dem Einfahren in die Box unbedacht ausbringt, kann das Manöver behindern oder Beschädigungen an der Reling provozieren. Nach dem Ablegen sollten überflüssige Fender wieder an Deck geholt werden.

Auch beim Übersteigen entscheidet die eigene Einschätzung

Viele Verletzungen entstehen nicht nur beim Kontakt mit dem Steg, sondern schon beim Versuch, eine Situation hektisch zu retten. Dazu gehört der zu frühe Sprung auf den Steg beim Anlegen oder der zu späte Wechsel zurück an Bord beim Ablegen.

Übergestiegen wird nur, wenn der Abstand sicher beherrschbar ist. In diesem Moment zählt nicht die Ungeduld an Bord, sondern die eigene Einschätzung. Wer sich unsicher fühlt, sollte nicht springen. Das gilt umso mehr in der schmalen Zone zwischen Boot und Steg, in der ein Ausrutscher schnell ernste Folgen haben kann.

Längsseits lieber mit Leinen als mit Gewalt

Auch beim Längsseitsgehen hilft rohe Kraft selten weiter. Mit den Händen an der Reling des Nachbarboots zu drücken oder mit dem Bootshaken Gewalt aufzubauen, kann mehr Schaden anrichten als verhindern. Sinnvoller ist es, das Boot kontrolliert über Leinen und Fender zu führen.

Das gilt auch für die Festmacher. Leinen sollten vor dem Manöver sauber aufgeschossen sein, damit sie nicht als Knäuel im Wasser landen. Ebenso wichtig ist die richtige Führung an Bord. Ein Festmacher, der innen über Bug- oder Heckkorb läuft, kann später ungünstig arbeiten.

Bei Wind ist die Reihenfolge entscheidend

Gerade bei Seitenwind wird aus einem kleinen Fehler schnell unnötige Hektik. Dann sollte zuerst die Luvseite gesichert werden. Wer zuerst in Lee belegt, riskiert, dass das Schiff auf den Nachbarlieger driftet.

Viele kritische Situationen lassen sich deshalb schon vor dem Manöver entschärfen: Fender passend setzen, Festmacher vorbereiten, Zuständigkeiten klären und auf riskante Rettungsversuche mit dem eigenen Körper verzichten. Das klingt schlicht, macht im Hafen aber oft den Unterschied.

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