Trockene Theorie am Flipchart? Nicht mit uns! Wer lernen möchte, ein Motorboot sicher und seemännisch zu führen, macht das am besten direkt an Bord. Im Oktober fand daher wieder für 23 BOOTE-Leser ein Fahrtraining auf Mallorca statt. Gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern Pantaenius Yachtversicherungen, Boote Polch und der Bootsschule OnWater ging es mit verschiedenen Modellen von Axopar und Nimbus aufs Wasser. Auf dem Lehrplan standen zum Beispiel An- und Ablegemanöver bei unterschiedlichen Windverhältnissen. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Fahrverhalten von Booten mit einem und mit zwei Motoren zu vergleichen. Eine andere Trainingseinheit widmete sich dem Ankern: Wo findet man sichere Plätze, wie wendet man das Ankergeschirr an und woran erkennt man, ob der Anker Halt gefunden hat oder nicht?
Natürlich kam auch der Fahrspaß nicht zu kurz. Insbesondere schnelles Fahren will gelernt sein. Den Gashebel sollte man besser nicht einfach mal eben so bis zum Anschlag nach vorn schieben. Richtiges und sicheres Geradeaus- und vor allem auch Kurvenfahren will gelernt sein. Erst recht bei Welle. Unser Trainerteam stand den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite und zeigte, wie sich ein Boot auch bei hohem Tempo jederzeit souverän kontrollieren lässt.
Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr erstmals eine Nachtfahrt. Vor der beeindruckend beleuchteten Kathedrale von Palma wurde schnell deutlich, wie hell ausgeleuchtet Küsten- oder auch Uferabschnitte bisweilen sind und wie schwierig es dann ist, Seezeichen auszumachen und zu identifizieren. Bei Dunkelheit oder auch bei Nebel hilft die moderne Navigationstechnik zwar weiter. Doch der Skipper muss den Umgang mit AIS, Radar oder einer Nachtsichtkamera auch beherrschen. Dank der umfangreich ausgestatteten Boote von Polch, die im Port Calanova zur Verfügung standen, konnten die Systeme und Gerätschaften in der Praxis ausprobiert werden.
Ein anderer wichtiger Bestandteil jedes BOOTE-Fahrtrainings sind Sicherheits- und Spezialmanöver. Pantaenius-Experte Ole Pietschke erläuterte nicht nur Schritt für Schritt das richtige Vorgehen bei einem Mann-über-Bord-Manöver. Er demonstrierte auch den Einsatz eines Überlebensanzugs und schickte einen der Teilnehmer damit gleich mal ins Wasser.
Beim abschließenden Praxistörn konnten alle ihre neu gewonnenen Fähigkeiten anwenden, verfeinern und festigen. Ein gemeinsamer Lunch an Bord vor der eindrucksvollen Kulisse Mallorcas rundete das Training ab. Fast alle Teilnehmer hatten übrigens bereits einen Sportbootführerschein. Grundkenntnisse wie Kurshalten oder allgemeines Boots-Handling waren also vorhanden. Dennoch zeigte sich, dass es vielen an Fahrpraxis mangelte. Das intensive Training habe geholfen, Unsicherheiten abzulegen und stattdessen an Routine zu gewinnen, waren sich am Ende alle einig. Davon profitiert im Bordalltag nicht nur der Skipper, sondern auch die Crew. Strahlt die Frau oder der Mann am Steuer Ruhe und Sicherheit aus, überträgt sich das automatisch auf die Mitfahrer.
Das machte sich beim Training auf Mallorca rasch bemerkbar. Kein Wunder, dass die Teilnehmer nun kaum abwarten können, bis der nächste Törn auf eigenem Kiel oder mit den Charterboot ansteht.