Nach dem Höchststand von 38 Schiffsunfällen im Jahr 2023 verzeichnete die Wasserschutzpolizei im vergangenen Jahr mit 19 Unfällen erneut einen Rückgang. Damit haben sich die Schiffsunfälle auf Bundeswasserstraßen und Landesgewässern innerhalb von zwei Jahren halbiert. Nautisches Fehlverhalten und mangelnde Sorgfalt der Fahrzeugführer waren im Jahr 2025 die häufigsten Ursachen für Unfälle.
Die Beamten der Waschpo rückten im vergangenen Jahr zu insgesamt 78 Rettungseinsätzen aus. Diese standen im Zusammenhang mit hilflosen Personen, Suizidversuchen, Havarien, Unfällen, der Suche nach vermissten Personen und der Bergung von Wasserleichen.
Mit 5.376 Kontrollen der Schifffahrt und der Angelfischerei ist die Einsatz- und Kontrolltätigkeit um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Bei der Berufsschifffahrt wurde in jedem vierten kontrollierten Fall ein Verstoß festgestellt, so dass die Wasserschutzpolizei insgesamt 152 schifffahrtspolizeiliche Ordnungswidrigkeiten ahndete.
Die konsequenten Überprüfungen von Sportbooten zeigen Wirkung. Bei 885 Kontrollen im Jahr 2025 wurde nur noch jedes neunte Boot beanstandet – nach jedem siebten im Jahr 2024 und jedem vierten im Jahr 2023. Im Jahr 2025 leitete die Wasserschutzpolizei insgesamt 816 Ordnungswidrigkeiten und 362 Strafverfahren ein.
Im Jahr 2025 nutzte die Wasserschutzpolizei den Start der Sportbootsaison, um auf die Gefahr von Alkohol- und Drogenkonsum am Steuer eines Bootes aufmerksam zu machen. Zwischen dem 29. Mai und 9. Juni 2025 wurden insgesamt 144 Fahrzeuge kontrolliert – 130 Sportboote und 14 Fahrzeuge der Berufsschifffahrt. In 99 Fällen wurden freiwillige Atemalkoholtests durchgeführt, bei denen in acht Fällen Alkoholkonsum festgestellt wurde.
Zugenommen haben Diebstähle von Booten und Motoren. Die Statistik weist für 2025 insgesamt 17 solcher Delikte aus, ein Jahr zuvor waren es fünf. Unter dem Motto „Der Gravierende Unterschied" bietet die Wasserschutzpolizei ganzjährig die Möglichkeit des Gravierens einer individuellen Nummer für Außenbordmotoren an. Diese Maßnahme erschwert den Verkauf gestohlener Motoren erheblich und erhöht die Chance auf Wiederbeschaffung.
Bootseigner sollten dieses kostenlose Angebot der Wasserschutzpolizei nutzen, um ihr Equipment zu schützen. Die Gravur kann an allen Standorten der Wasserschutzpolizei durchgeführt werden. Die befinden sich in Magdeburg, Dessau-Roßlau, Haldensleben, Halle, Havelberg und Zerben.
Von den eingeleiteten Strafverfahren entfielen 243 Fälle und damit rund 67 Prozent auf Umweltstraftaten. Die Zahl der festgestellten Gewässerverunreinigungen stieg von 18 auf 33 an. Die Aufklärungsquote bleibt mit 78 Prozent in diesem Deliktsbereich weiterhin sehr hoch.
Um diesem Schwerpunkt gerecht zu werden, hat die Wasserschutzpolizei vom 12. bis 18. Mai 2025 zum vierten Mal an den „Bundesweiten Aktionstagen Gewässer- und Umweltschutz" teilgenommen. Ziel der BAGU ist es, bundesweit gleichzeitig und damit über Ländergrenzen hinweg die Einhaltung umweltrechtlicher Bestimmungen im Bereich der Schifffahrt zu überprüfen und Verstöße konsequent zu ahnden. Auch 2026 wird sich die Wasserschutzpolizei wieder an der BAGU-Kontrollwoche beteiligen.
Die Wasserschutzpolizei des Landes Sachsen-Anhalt ist für ein rund 560 Kilometer langes Netz an Bundeswasserstraßen zuständig. Dazu gehören Elbe, Saale, Untere Havel-Wasserstraße, Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal einschließlich der Nebenkanäle sowie Häfen, Lade-, Lösch- und Umschlagstellen.
Zum Zuständigkeitsbereich zählen zudem rund 190 Kilometer weitere Flüsse, auf denen die Schifffahrt zugelassen ist, beispielsweise jene Abschnitte der Saale, die nicht als Bundeswasserstraße eingestuft sind, sowie die Unstrut. Auch Seen mit einer Gesamtausbreitung von rund 6.500 Hektar fallen in die Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei, darunter der Arendsee, der Niegripper See, der Große Goitzschesee und der Geiseltalsee.

Textchef YACHT