Klein, wendig und am Heck mit einem markanten Schlitten ausgestattet: Die Marine hat ihre Flotte um Jetskis erweitert. Die „Biber“ erreichen bis zu 38 Knoten und sollen dort zum Einsatz kommen, wo größere Sicherungsboote weniger flexibel sind. Mit den Jetskis lassen sich auch Kontrollen in militärischen Sicherheitsbereichen durchführen. Als möglicher Einsatzzweck wird ausdrücklich die Kontrolle von Sportbooten genannt. Außerhalb solcher Sicherheitsbereiche benötigt die Marine dafür jedoch eine gesetzliche Grundlage. Ohne einen geregelten Anlass darf sie nicht einfach längsseits gehen und Führerscheine, Alkohol oder die Ausrüstung überprüfen.
Die offizielle Bezeichnung der Fahrzeuge lautet Maritime Interdiction Security Safety Craft, kurz MISC. Wegen ihres breiten Heckschlittens werden die Jetskis auch „Biber“ genannt. Zur Ausstattung für die Marine zählen ein verstärktes Unterwasserschiff, Signalbeleuchtung und Rettungsmittel. Laut dem dpa-Bericht über die Vorstellung in Wilhelmshaven erreichen die Jetskis bis zu 70 Kilometer pro Stunde, das entspricht etwa 38 Knoten. Die Fahrzeuge befinden sich noch in der Erprobung. Ob sie in größerer Zahl eingeführt werden, ist noch offen.
Die ersten sechs Biber sind auf zwei Standorte verteilt: Drei Fahrzeuge wurden in Neustadt in Holstein stationiert, drei weitere in Wilhelmshaven. Warnemünde ist als zusätzlicher Einsatzort vorgesehen.
Wer in einen militärischen Sicherheitsbereich fährt, muss mit einer Kontrolle rechnen. Soldaten, die mit Wach- oder Sicherheitsaufgaben betraut sind, dürfen die Identität einer Person feststellen und prüfen, ob sie sich berechtigt dort aufhält. Grundlage dafür ist das Gesetz für militärische Wach- und Sicherheitsaufgaben.
Die Marine führt deshalb auch Sport- und Freizeitboote als mögliche Ziele solcher Kontrollen auf. Mit den kleinen Fahrzeugen können Einsatzkräfte Boote direkt ansprechen, ohne dafür ein größeres Sicherungsboot auszuschicken. In Wilhelmshaven etwa führt der Weg zur großen Seeschleuse durch den militärischen Vorhafen. Sportboote dürfen diesen Bereich unter strengen Zufahrtsregeln passieren, um zur Schleuse zu gelangen. Eine Biber-Besatzung könnte dort beispielsweise prüfen, ob ein Boot tatsächlich zur Schleuse fährt und sich berechtigt im Sicherheitsbereich befindet. Das ist nicht mit einer gewöhnlichen Sportbootkontrolle durch die Wasserschutzpolizei gleichzusetzen.
Für den Standort Neustadt nennt die Marine neben Sicherungsaufgaben ausdrücklich die Seenotrettung. Der Heckschlitten soll es erleichtern, Menschen aus dem Wasser an Bord zu holen. Wie gut sich die Biber im täglichen Einsatz bewähren, wird noch erprobt.
Zu Reichweite und zulässigem Seegang macht die Marine keine Angaben. Die Biber sind als Ergänzung für den Hafen- und Küstenbereich gedacht, nicht als Ersatz für größere Sicherungsboote.
Sind Sie auf Ihrem Boot schon einmal von der Marine angesprochen oder kontrolliert worden, und in welcher Situation?

Redakteurin Panorama und Reise
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