Für Jan Pusch gehört das Erkennen von Unterwasserstrukturen schon immer zum Angeln dazu. Als kleiner Junge zeigte ihm sein Großvater auf dem großen Schweriner See, wie man mit einem einfachen Seil Wassertiefen bestimmt. Im Gespräch erklärt er, wie Technik das Angeln verändert – und warum Erfahrung, Naturverständnis und Leidenschaft unersetzlich bleiben.
Eigentlich einfacher. Moderne Geräte sind wie ein Smartphone intuitiv aufgebaut, viele Funktionen erklären sich fast von selbst. Die Herausforderung liegt darin, Informationen richtig zu deuten und daraus Entscheidungen abzuleiten.
Ein sauber montierter Geber, ein guter Kartenplotter und eine präzise Tiefenkarte. Das ist die Basis. Mit 2D, DownScan und SideScan kann man viel erkennen: Kanten, Krautfelder, harte Böden, Futterfische oder Untiefen. Wichtig ist, von Anfang an ein erweiterbares System zu wählen. Viele Geräte vereinen Echolot und Kartenplotter. Digitale Tiefenkarten lassen sich mit Community-Daten aktualisieren und erweitern.
LiveScope zeigt Verhalten. Man sieht nicht nur, dass Fische da sind, sondern nahezu in Echtzeit, wie sie auf den Köder reagieren. Steigen sie auf? Folgen sie? Drehen sie wieder ab? Diese unmittelbare Rückmeldung macht das Angeln spannend und lehrreich.
Ist es auch. Man sieht nicht nur die Fische, sondern auch den eigenen Köder und dessen Lauf im Wasser. Dadurch lernt man viel über Köderführung, Köderwahl und Fischverhalten. Trotzdem ist LiveScope keine Fanggarantie. Man kann alles richtig machen und trotzdem bleibt der Biss aus.
Ich erkenne schneller, wo sich Fische aufhalten, und nutze die gemeinsame Zeit effektiver – denn Zeit ist Fisch. Viele Gäste buchen ein Guiding gerade deshalb, weil sie moderne Bootselektronik unter realen Bedingungen erleben möchten. Im Fachgeschäft sieht man meist nur einen Demo-Modus. Auf dem Wasser zeigt sich, was moderne Bootselektronik wirklich leistet. Für mich ist genau diese Kombination das Besondere: gemeinsam Fische finden, Technik verständlich erklären und unvergessliche Erlebnisse schaffen.
Früher war ein Guide vor allem Revierkenner. Heute erwarten viele Gäste mehr. Sie möchten nicht nur Fische fangen, sondern moderne Bootselektronik verstehen und sicher anwenden. Deshalb gehört es für mich genauso dazu, Technik verständlich zu erklären, wie das Gewässer zu kennen. Ein erfolgreicher Guiding-Tag bedeutet für mich deshalb nicht nur schöne Fische, sondern Gäste, die neues Wissen mit nach Hause nehmen.
Nein. Moderne Technik hilft uns, Gewässer besser zu verstehen und uns sicher auf dem Wasser zu bewegen. Gerade auf unbekannten Gewässern sorgen digitale Seekarten für ein großes Plus an Sicherheit. Trotzdem nimmt sie dem Angler keine Entscheidungen ab. Den richtigen Platz, den passenden Köder und die richtige Köderführung muss jeder selbst finden. Technik erweitert Erfahrung – sie ersetzt sie nicht.
Ehrlich gesagt nein. Meine Bootselektronik, mein Smartphone und meine Armbanduhr gehören bei jeder Ausfahrt dazu. Ein Gast sagte einmal: „Ohne deine Technik würdest du gar keine Fische fangen.“ Ich schaltete alle Displays aus – und wir fingen trotzdem Fische. Technik ist ein Werkzeug. Wassertrübung, Wind, Licht, Futterfische und Temperatur spielen genauso eine Rolle. Erst Erfahrung, Naturbeobachtung und Technik zusammen ergeben das Gesamtbild.
Es muss zuverlässig funktionieren. Ich setze auf ein vollständig vernetztes Garmin-System. LiveScope, SpyPole, Force Kraken und ECHOMAP Ultra arbeiten zusammen, die Motordaten meines Suzuki-Außenborders werden direkt auf den Displays angezeigt. Genauso wichtig sind professionelle Installation, saubere Verkabelung, Stromversorgung, Batterien, Ladegeräte und ein stabiles Netzwerk. Ich bin das ganze Jahr auf dem Wasser – bei Hitze, Regen, Wind und Kälte. Da muss alles funktionieren. Die beste Technik ist die, über die man auf dem Wasser gar nicht mehr nachdenken muss.
Der Moment. Du bist draußen, hast Wind im Gesicht, das Boot unter den Füßen und einen Köder im Wasser. Du musst entscheiden, wo du stehst, wohin du wirfst und wie du führst. Die Technik hilft, Zusammenhänge zu verstehen. Aber sie nimmt dir das Angeln nicht ab. Und genau das ist gut so.
Ja – wenn man sie richtig nutzt. Moderne Technik hilft, das Wasser besser zu verstehen. Man versteht mehr, lernt schneller und entdeckt Zusammenhänge, die früher verborgen geblieben wären. Genau das macht das Angeln für mich noch faszinierender. Die eigentliche Begeisterung entsteht erst, wenn Technik, Erfahrung und Natur zusammenkommen. Wenn meine Gäste am Abend mit einem Lächeln vom Boot steigen, war es ein erfolgreicher Tag – ganz unabhängig davon, wie viele Fische wir gefangen haben. Genau dafür fahren wir raus. Und genau deshalb gilt für mich heute mehr denn je: Zeit ist Fisch.

Freier Autor, Angelexperte
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