100 Jahre Feuerland-ExpeditionTreffen mit Nachfahrin eines Crewmitgliedes von Gunther Plüschow

Lasse Johannsen

 · 30.06.2026

100 Jahre Ankunft Gunther Plüschows in Feuerland. Maschinist Josef "Seppel" Schmitt ist ganz links im Bild zu sehen.
Foto: Osvaldo E. Escobar Torres
​Vor rund 100 Jahren erforschte der bekannte deutsche Marineoffizier Gunther Plüschow erstmals die abgelegenen Regionen am südlichsten Ende Südamerikas. Damit begann eine Reihe aufregender Expeditionen – sowohl aus der Luft als auch auf dem Wasser. Zu seinen Ehren segelte der Kap-Hoorn-Skipper Osvaldo E. Escobar Torres mit wechselnden Crewmitgliedern mehrere der damaligen Routen nach. In Berlin traf der Chilene nun die Hinterbliebene eines ehemaligen Mannschaftsmitglieds von Plüschow.

Über seine Begegnung und das Gespräche schreibt Torres:

“An diesem Wochenende fand in Berlin eine bedeutende kulturelle und historische Begegnung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Ankunft des deutschen Forschers und Piloten Gunther Plüschow in Patagonien statt. Seine Expedition stellte einen Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt, der maritimen Erforschung und der geografischen Dokumentation der südlichen Regionen Chiles und Argentiniens dar.

Am Freitag, den 26. Juni, hatten die Vertreter des Freundeskreis Gunther Plüschow – Berlin, Gerhard Ehlers und der Chilene Osvaldo E. Torres, die besondere Ehre, in Berlin Erika Schmitt zu empfangen, die Tochter von Josef „Seppel“ Schmitt, dem Maschinisten und Besatzungsmitglied des historischen Kutters Feuerland. Josef Schmitt war von Beginn an Teil der Expedition von Gunther Plüschow – von der Konstruktion des Schiffes im Hafen von Büsum, Deutschland, bis zur Ankunft in Punta Arenas, Chile, im Jahr 1928.

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Diese Begegnung ermöglichte es, neue historische Hintergründe sowie wertvolle persönliche Zeugnisse über diese außergewöhnliche Reise durch die Kanäle, Fjorde und die damals weitgehend unerforschten Gebiete Feuerlands und des Kap Hoorn kennenzulernen.

Erika Schmitt in Punta Arenas – Chile geboren, teilte Erinnerungen aus ihrer Familie, Erlebnisse aus ihrer Kindheit auf den Estancias der Region Magallanes sowie ihre späteren Reisen zwischen Chile und Deutschland. Dadurch vermittelte sie einen besonders persönlichen und menschlichen Einblick in die Geschichte dieser einzigartigen Expedition.

Während des Treffens wurde Erika Schmitt eine Sammlung von Artikeln und Veröffentlichungen überreicht, die in verschiedenen deutschen und chilenischen Medien erschienen sind und die historische sowie kulturelle Bedeutung der Expedition von Gunther Plüschow und das Vermächtnis aller Beteiligten dokumentieren.

Darüber hinaus zeigte Erika Schmitt anhand einer nautischen Karte die genaue Route, die die Feuerland während ihrer Reise zurücklegte. Mit großer Detailkenntnis erläuterte sie die Herausforderungen, denen sich die Expedition ihres Vaters und Gunther Plüschows bei der Durchfahrt durch die unbekannten und anspruchsvollen Seegebiete Patagoniens stellen musste.

Dieses Treffen bildet den Auftakt zu einer Reihe weiterer Aktivitäten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums dieser bedeutenden Patagonien-Expedition. Dazu gehören mehrere Forschungsfahrten im Bereich des Beagle-Kanals gemeinsam mit Journalisten und weiteren Nachfahren von Expeditionsteilnehmern Gunther Plüschows sowie Mitgliedern des Freundeskreis Gunther Plüschow – Berlin. Auch Erika Schmitt wird daran teilnehmen. Ziel ist es, Teile der historischen Route zu erforschen, fotografisch festzuhalten, zu dokumentieren und weiterzugeben, die ihr Vater Josef „Seppel“ Schmitt während der Fahrt des Kutters Feuerland durch das Kap Hoorn in den Jahren 1928/1929 zurücklegte.

Darüber hinaus ist ab Dezember 2026 eine audiovisuelle Präsentation gemeinsam mit Erika Schmitt in der Region Magallanes geplant. Dabei werden Erinnerungen, Dokumente und persönliche Erfahrungen rund um diese Geschichte der Erforschung und Navigation vorgestellt.

Im Rahmen dieser Gedenkaktivitäten ist außerdem die offizielle Übergabe von Originalteilen und historischen Elementen des Kutters Feuerland von Gunther Plüschow an Institutionen, kulturelle Einrichtungen und Museen in Punta Arenas und Puerto Williams vorgesehen. Damit soll dieses bedeutende historische Erbe bewahrt, zugänglich gemacht und für zukünftige Generationen erhalten werden.

Diese kulturellen Aktivitäten verfolgen nicht nur das Ziel, die Erinnerung an eine der bedeutendsten Expeditionen Patagoniens lebendig zu halten, sondern auch die historischen, kulturellen und menschlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Chile durch Forschung, Seefahrt, Entdeckung und persönlichen Austausch weiter zu vertiefen.”

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Lasse Johannsen

Lasse Johannsen

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Geboren in Kiel, aufgewachsen am Wasser und an Bord, seglerisch ausgebildet im Verein und beim Segeln auf Nord- und Ostsee. Nach Schule, Marine und juristischer Ausbildung 2007-2009 Volontariat bei der YACHT im Ressort Panorama, welches er heute leitet. Daneben verantwortet er die Sonderausgabe YACHT classic, veröffentlichte mehrere Bücher im Verlag Delius-Klasing und ist stellvertretender Chefredakteur der YACHT. Johannsen ist begeisterter Fahrtensegler auf eigenem Kiel und aktiver Begleiter der deutschen Klassiker-Szene.

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