Dorothy LevittDie Frau, die den Männern den Heckspiegel zeigte

David Ingelfinger

 · 08.03.2026

Dorothy Levitt auf ihrem Boot im Jahr 1903.
​Zugegeben, Dorothy Levitt ist heute vor allem für ihre Rekorde auf dem Asphalt bekannt. Doch schon vor ihren großen Erfolgen im Automobil-Rennsport setzte sie mehrere Bestmarken auf dem Wasser. Bereits im Juli 1903 düpierte sie die männliche Elite in beim traditionsreichen Harmsworth Cup in Irland. Ihre Geschichte zum Weltfrauentag.

Dorothy Levitt stammte aus einer bürgerlichen, jüdischen Familie und wurde am 5. Januar 1882 als Elisabeth Dorothy Levi in Hackney, London, geboren. Ihr Weg in den Motorsport verlief alles andere als gradlinig. Sie begann zunächst als Schreibkraft bei der Motorenschmiede Napier & Son. Dort erkannte der Direktor Selwyn Edge schnell ihr Talent und machte sie zu seiner Markenbotschafterin. Sie lernte den Umgang mit Motoren und Technik und konnte eine Fahrausbildung absolvieren. Allein dadurch wurde sie zu einem echten Unikat ihrer Zeit.

Dorothy Levitt feiert Weltrekord in Irland

Die ersten Erfolge feierte sie jedoch auf dem Wasser. Ihr Sieg beim „Harmsworth Cup“ in Irland im Sommer 1903, der ihren Ruf als Pionierin bereits mit 21 Jahren zementierte, gelang ihr noch, bevor sie im Oktober desselben Jahres in Southport ihren ersten Sieg mit dem Auto feierte. Dabei stellte sie mit 19,3 Meilen pro Stunde den weltweit ersten Wassergeschwindigkeitsrekord für Frauen auf.


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In der Frühphase des professionellen Motorrennsports setzte sie sich in diversen Rennen gegen die ausschließlich männliche Konkurrenz durch und galt zu ihrer Zeit völlig zu Recht als die „schnellste Frau der Welt“, nachdem sie 1905 in Brighton mit 79,75 Meilen pro Stunde einen Damen-Weltrekord an Land aufstellte und diesen 1906 in Blackpool auf 90,88 Meilen pro Stunde steigerte.

Vorreiterin im Rennsport

Dabei war sie weit mehr als eine Rennboot- und Rennauto-Pilotin. Levitt war eine versierte Mechanikerin, die ihre Boote und Autos oft unter vollen Rennbedingungen selbst instand setzen konnte. Sie entwickelte eigene Ideen und bewies zu einer Zeit, in der viele dies für unmöglich hielten, dass Frauen eine ernsthafte Rolle im Rennsport spielen können.

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Bereits 1909 empfahl sie in ihrem Handbuch „The Woman and the Car“, einen Handspiegel beim Fahren mitzunehmen, um das Geschehen hinter sich zu beobachten – eine Idee, die Jahre später als Rückspiegel zum Standard werden sollte.

Eine unabhängige und konsequente Frau

Auch außerhalb ihrer sportlichen Erfolge war sie ihrer Zeit viele Jahre voraus. Levitt floh von zu Hause, als ihre Eltern versuchten, sie zu verheiraten. Sie lebte stattdessen unabhängig in einer Frauen-Wohngemeinschaft und finanzierte ihr Leben durch den Motorsport und journalistische Projekte. Den zu dieser Zeit eigenwilligen Kurs hielt sie auch abseits der Rennstrecken konsequent bei.

So fiel sie gleich mehrfach durch zu hohe Geschwindigkeiten im Straßenverkehr auf. Dass sie für ihre persönliche Sicherheit auf Langstrecken immer eine Waffe mitführte, unterstreicht nur die Härte dieser Frau, die den Weg für alle nachfolgenden Generationen von Rennfahrerinnen ebnete.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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