Internationaler FrauentagPionierinnen im Motorboot-Rennsport

David Ingelfinger

 · 08.03.2026

Dorothy Levitt auf ihrem Boot im Jahr 1903.
​Seit über einem Jahrhundert prägen Rennpilotinnen den internationalen Motorboot-Rennsport durch Bestleistungen an der Weltspitze. Wir blicken auf vier Pionierinnen, die von 1903 bis in die Gegenwart mit ihrer Professionalität und ihrem Können auf dem Wasser vorangingen, diverse Rekorde gebrochen und Premieren gefeiert haben.

Zahlreiche Frauen haben die Entwicklung im Rennsport auf dem Wasser maßgeblich mitgestaltet, auch wenn viele dieser Namen heutzutage lange nicht so bekannt sind, wie sie sein sollten. Hier sind vier Rennfahrerinnen, deren Biografien stellvertretend für viele Frauen Rennsport Geschichte stehen.


​Dorothy Levitt: Erster Geschwindigkeitsrekord einer Frau

​Dorothy Levitt ist heute vor allem für ihre Rekorde mit dem Auto bekannt. Neben ihren Erfolgen im Rennauto setzte sie aber auch mehrere Bestmarken auf dem Wasser. Bereits im Jahr 1903 Gewann sie beispielsweise den traditionsreichen Harmsworth Cup in Irland und brach den damaligen Geschwindigkeitsrekord für Frauen.

Die einstige Schreibkraft bei der Motorenschmiede Napier & Son wurde zu einer der ersten echten Markenbotschafterin der Motorsportgeschichte. Zudem war Levitt neben ihrem fahrerischen Talent auch eine versierte Mechanikerin, die ihre Boote und Autos auch unter Rennbedingungen selbständig instand halten konnte. Mit nur 21 Jahren war sie bekannt als Pionierin im Motorsport und stellte 1903 den weltweit ersten Wassergeschwindigkeitsrekord für Frauen auf. Wie sie zur „schnellsten Frau der Welt“ aufstieg und mit einem einfacher Handspiegel Geschichte schreiben konnte, lesen Sie in unserem ausführlichen Porträt.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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