Mathilda Wiberg stammt aus Stockholm und wurde im Jahr 2005 in eine Familie hineingeboren, die tief im Rennsport verwurzelt ist. Dabei war in der vergangene Saison ihr Bruder Hilmer gleichzeitig ihr härtester Konkurrent auf die Weltmeisterschaft, erreichte 2025 aber nur den zweiten Platz hinter seiner Schwester. Ihr Vater Andreas Wiberg war früher ebenfalls Rennfahrer und fing schon früh an die Begeisterung seiner Kinder für den Rennsport zu fördern. Ihr erstes offizielles Rennen bestritt sie 2016 mit 13 Jahren in der GT15-Klasse, den international anerkannten Nachwuchswettbewerb für den Einstieg in den professionellen Motorbootsport.
Ihr Sieg in der UIM F2 World Championship war das Ergebnis einer nervenstarken Aufholjagd: Nach einem schwierigen Saisonstart in Italien kämpfte sie sich mit einem Sieg in Litauen zurück an die Spitze und profitierte im Finale in Portugal von ihrer Konstanz, während ihre Konkurrenten mit technischen Defekten ausschieden. Mit der schnellsten Rennrunde und einem souveränen Vorsprung sicherte sich Mathilda Wiberg den Weltmeistertitel und wurde anschließend zum UIM Driver of the Year gewählt.
Parallel zu ihren Renneinsätzen verfolgt sie auch außerhalb ihrer eigenen Motorbootkarriere mehrere Projekte. Mathilda Wiberg studiert im zweiten Jahr Nautical Science an der Linné-Universität in Kalmar mit dem Ziel, später als Kapitänin in der Handelsmarine zu arbeiten. Diese Professionalität trägt sie auch in ihre Position als Co-Teamchefin des Aoki Racing Teams in der noch jungen Elektroboot-Rennserie E1 Series. Hier koordiniert sie strategischen Abläufe am Renntag und analysiert technische Details wie die Bojen-Positionierung oder die Analyse zum aktuellen Wellengang. In der E1 Pilot Academy gibt sie ihre seit 2016 gesammelte Erfahrung auch als Übungsleiterin an die nächste Generation.
Trotz ihrer Management-Rollen bleibt Mathilda Wiberg als Pilotin aktiv, was ihr dabei hilft, die Herausforderungen für der beiden Fahrer vom Team Aoki Michelle Alobaidan und Danny Clos besser nachzuvollziehen. Sie ist ein Sinnbild für die zunehmende Professionalisierung im Rennsport und hat im alter von 21 Jahren noch den Großteil ihrer Karriere vor sich. An der Seite von weiteren Pilotinnen ihrer Generation bereitet sie das Fahrwasser für eine Zukunft, in der Frauen im Motorboot-Rennsport zur neuen Normalität an der Weltspitze gehören.

Volontär