PorträtBabs Kijewski – die Welt ist ihr Revier zum Angeln

Thorsten Trojan

 · 14.07.2026

Das Angeln-Spezial wird präsentiert von
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Auf Instagram nimmt „Babs“ ihre über 72.000 Follower mit auf ihre Angelreisen.
Foto: Babs Kijewski
​Es gibt Menschen, die haben ein Hausgewässer zum Angeln. Einen See, einen Flussabschnitt, eine Kante, an der sie fast jeden Stein kennen. Und dann gibt es Babs Kijewski. Bei ihr wirkt der Begriff „Haus­gewässer“ beinahe zu klein. Berlin, Rhein, Holland, Frankreich, Norwegen, Kanada, Karibik, Mongolei, tropische Inseln im Indischen Ozean – ihre Angelgeschichte liest sich weniger wie eine Fangliste, sondern eher wie eine Bucketlist für Angelreisen.

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​Ihre Geschichte beginnt nicht mit Show, Kamera oder großen Fischen. Sie beginnt leise. Im Berliner Norden. Mit einer kindlichen Faszination für alles, was unter der Wasseroberfläche lebt. Fische, Seen, Flüsse, das Unbekannte unter dem Spiegel. Ihr Vater schaut mit ihr Dokumentationen über die Unterwasserwelt, sie schnorcheln gemeinsam, beobachten, staunen. Noch ist da keine Angelkarriere, kein TV-Auftritt, kein Social-Media-Kanal. Nur dieses Gefühl, dass Wasser mehr ist als Oberfläche.

Die erste Erfahrung beim Angeln

Zum Angeln kommt Babs später über zwei Schulfreunde. Der Ort: der Tegeler See. Die Methode: Wurm und Pose. Der erste Fisch: ein Barsch. Kein Weltrekord, kein Trophäenbild, kein großes Drama. Und doch einer jener Momente, die im Rückblick eine Richtung vorgeben. Eine Pose zuckt. Eine Schnur spannt sich. Ein Fisch liegt in der Hand. Manchmal braucht es nicht mehr, damit aus Neugier Leidenschaft wird. Aus diesem ersten Barsch wird bei Babs Kijewski eine Reise, die bis heute weitergeht. Sie wird Profi-Anglerin, Moderatorin, Reisebloggerin, Content Creatorin. Sie steht vor der Kamera, moderiert Formate, fischt mit bekannten Namen, reist an besondere Gewässer und baut sich eine eigene, starke Präsenz in der Angelszene auf. Aber wer Babs nur über Reichweite, Medien und Bekanntheit beschreibt, verpasst den eigentlichen Kern.

Denn im Zentrum steht bei ihr nicht die Bühne. Im Zentrum steht das Angeln. Babs ist immer auf der Suche. Nach neuen Gewässern, neuen Fischarten, neuen Techniken, neuen Situationen. Sie gehört nicht zu jenen, die sich bequem in einer Nische einrichten und dort bleiben. Mal geht es auf Raubfisch, mal auf Karpfen, mal auf Wels, mal ins Salzwasser, mal auf Salmoniden, mal an große Flüsse, mal auf Seen, mal an Orte, die für viele Angler eher nach Abenteuerfilm klingen als nach Wochenend-Trip.

Der Perspektivwechsel beim Angeln

Diese Vielseitigkeit macht sie besonders. Und sie macht sie für unser Thema spannend. Denn Bootsangeln ist genau das: Bewegung, Freiheit, Perspektivwechsel. Man steht nicht am Ufer und wartet, dass der richtige Fisch vorbeikommt. Man sucht ihn. Man liest das Wasser. Man achtet auf Wind, Drift, Tiefe, Struktur und Temperatur. Das Boot ist dabei nicht nur Transportmittel, sondern Schlüssel. Es öffnet ein Revier. Es macht Wasser größer. Es bringt einen dorthin, wo der Tag noch nicht entschieden ist.

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In dieser Welt fühlt sich Babs sichtbar wohl. Sie ist regelmäßig auf großen Gewässern unterwegs, fischt in den Niederlanden, in Frankreich und weit da­rüber hinaus. Heute lebt sie in Frankreich und erkundet dort unter anderem Karpfen- und Welsgewässer. Zugleich bleibt sie dem Raubfischangeln und den großen Wasserflächen verbunden. Boot, Echolot, Motor, Taktik – das alles gehört zu ihrem Angeln dazu, ohne dass es in den Vordergrund gerückt werden muss. Technik ist bei ihr kein Selbstzweck. Sie ist Teil des Weges zum Fisch und Teil des Erlebnisses draußen.

Ein Vorbild für Frauen

Babs denkt Boot und Angeln als Naturzugang. Als Reise. Als Lernprozess. Als Draußenleben. Als Möglichkeit, immer wieder neu anzufangen – an einem anderen Wasser, mit einer anderen Methode, auf eine andere Fischart.

Natürlich ist sie damit auch ein starkes Vorbild für Frauen, die selbst angeln oder aufs Boot wollen. Aber nicht weil sie einen pädagogischen Zeigefinger hebt. Nicht weil sie ständig beweisen müsste, dass Frauen das auch können. Sondern weil sie es einfach macht. Sie fährt raus, fischt, reist, probiert aus, fällt vielleicht auch mal hin, steht wieder auf und erzählt davon. Das ist viel stärker als jede Parole.

Denn am Ende ist Bootsangeln kein exklusiver Club. Es ist ein Gefühl. Dieses leichte Ruckeln, wenn das Boot vom Trailer gleitet. Der erste Blick über ein noch stilles Gewässer. Der Wind, der entscheidet, wo man anfängt. Das Echolot, das plötzlich Leben zeigt. Der Wurf an eine Kante. Der Einschlag in der Rute. Der Fisch im Kescher. Und manchmal auch einfach nur der Moment, in dem man merkt: Genau hier wollte ich sein.

Babs Kijewski hat aus diesem Gefühl eine Lebenslinie gemacht. Vom ersten Barsch am Tegeler See bis zu Angelreisen rund um die Welt. Von der kindlichen Neugier auf die Unterwasserwelt bis zur professionellen Anglerin mit internationaler Erfahrung. Sie zeigt, wie weit eine Leidenschaft tragen kann, wenn man ihr folgt. Und sie zeigt ganz nebenbei: Das Wasser ist groß genug für alle.


​Steckbrief: Barbara „Babs“ Kijewski

  • ​Erste anglerische Erfahrungen: Berlin, unter anderem Tegeler See.
  • Erster Fisch: Barsch auf Wurm und Pose.
  • Heute: Profi-Anglerin, Moderatorin, Reisebloggerin, Content Creatorin (@babskijewski)
  • Schwerpunkte: Süß- und Salzwasser, Raubfisch, Karpfen, Wels, Reiseangeln, große Gewässer.
  • Lebensmittelpunkt: Frankreich.
  • Bootsbezug: Große Gewässer, Guidings, moderne Bootstechnik, inter­nationale ­Angelreisen.

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Thorsten Trojan

Thorsten Trojan

Freier Autor, Angelexperte

Thorsten Trojan ist der Angelboot-Experte des BOOTE Magazins. Als Hersteller von Aluminium-Arbeits- und Angelbooten und als Partner internationaler Marken kennt er die gesamte Kette: von der ersten Skizze über den Bau in der Werkstatt bis zum Härtetest auf Nordsee, Rhein oder Fjord. Gleichzeitig ist er als Organisator großer Raubfisch-Events und Turniere tief in der Angelszene verwurzelt und im ständigen Austausch mit Profis, Guides und ambitionierten Freizeitanglern. Die Kombination aus Handwerk, Technikverständnis und gelebter Praxis macht ihn zu einem profilierten Kenner dieser Nische.

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