Pro und ContraEignergemeinschaft – eine gute Idee?

Pro und Contra Eignergemeinschaft: Reise-Ressortleiter Christian Tiedt vs. Redakteurin Ursula Meer
Foto: iStock/apomares
Eine Eignergemeinschaft kann den Traum vom eigenen Boot erst möglich machen oder genau dort für Konflikte sorgen, wo eigentlich Erholung beginnen soll. Zwischen geteilter Verantwortung, sinkenden Kosten und dem Wunsch nach uneingeschränkter Freiheit gehen die Meinungen deutlich auseinander. Reise-Ressortleiter Christian Tiedt und Redakteurin Ursula Meer zeigen, warum manche das Modell befürworten und andere es konsequent ablehnen.

Themen in diesem Artikel

Christian Tiedt stimmt für eine Eignergemeinschaft

​Zu zweit fällt vieles leichter! Klar, besonders bei Binsenweisheiten sollte man vorsichtig sein. Aber beim Thema Eigner­gemeinschaft würde ich dennoch voll zustimmen. Die Vorteile liegen für mich dabei klar auf der Hand. Zum einen: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Noch so eine Binse, stimmt aber. Denn darunter fallen Punkte wie die Organisation rund ums Boot, die routinemäßigen Arbeiten, besonders vor Saisonbeginn, aber natürlich auch alle fixen Kosten. Gerade in Zeiten steigender Preise ist das ein starkes Argument. Würde ich das alles allein schultern wollen – oder können? Sicher nicht. Der Traum vom eigenen Kiel wäre ein Traum geblieben. Dass das genauso für meinen Miteigner gilt, macht es noch besser: Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude! Natürlich sind mir auch die Risiken bewusst. Was ambitioniert und absolut harmonisch startet, kann ganz schnell kippen und zum Albtraum werden. Besonders wenn es ums liebe Geld geht. Deshalb ist meine wichtigste Voraussetzung für eine Eignergemeinschaft auch, dass man nicht nur gut miteinander kann, sondern sich persönlich auch gut kennt. Das ist bei uns der Fall.


Ursula Meer stimmt gegen eine Eignergemeinschaft

​Der Ärger ist vorprogrammiert. Vielleicht ist das auch so eine Binsenweisheit. Aber sie ist entstanden aus Lebenserfahrung. Von Menschen, die ambitioniert und unter Berücksichtigung aller rationalen Argumente – allen voran die Geldersparnis – als Freunde das gemeinsame Projekt Boot angingen und sich später bestenfalls gütlich auf Trennung einigten, schlimmstenfalls als gegnerische Parteien vor Gericht wiederfanden. Ich lege noch einen drauf: Beim Geld hört die Freundschaft auf. Und ein Boot ist am Ende, frei von jeglicher Eignerromantik betrachtet, auch nur GFK gewordenes Geld. Es ist diese Gefahr, dass Freundschaft zu Bruch geht, die für mich gegen eine Eignergemeinschaft spricht. Ein anderer, vielleicht sogar noch wichtigerer Grund: Mein Boot ist meine zweite Heimat – und für eine WG zu klein. Mit Saisonbeginn liegen Zahnbürste und Waschbeutel am Platz, die Koje ist bezogen. Ein Grundstock an Kleidung, Essen und Getränken zieht in die Schapps ein. Zum Boot fahren, das geht dann jederzeit und mit kleinem Gepäck. Einfach ankommen und zu Hause sein, Ruhe haben – und über nichts diskutieren müssen.


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Ursula Meer

Ursula Meer

Redakteurin Panorama und Reise

Ursula Meer ist Redakteurin für Reisen, News und Panorama. Sie schreibt Segler-Porträts, Reportagen von Booten, Küsten & Meer und berichtet über Seenot und Sicherheit an Bord. Die Schönheit der Ostsee und ihrer Landschaften, erfahren auf langen Sommertörns, beschrieb sie im Bildband „Mare Balticum“. Ihr Fokus liegt jedoch auf Gezeitenrevieren, besonders der Nordsee und dem Wattenmeer, ihrem Heimatrevier.

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