BootsangelnBugmotoren im Vergleich: Welche Klasse zu welchem Boot passt

Thorsten Trojan

 · 18.06.2026

Das Angeln-Spezial wird präsentiert von
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Auf Offshore-Plattformen wird sichtbar, wie weit sich die Kategorie entwickelt hat: Der Bugmotor ist längst nicht mehr nur Thema flacher Spezialboote.
Foto: bassproshops
Vom günstigen 12-Volt-Einstieg bis zur leistungsstarken Oberklasse mit 24-/36-Volt-Systemen: Entscheidend sind weniger die Marken als vielmehr Einsatzprofil, Bootsgröße, Komfortanspruch und Leistungsreserven eines Bugmotors. Wer diese Unterschiede kennt, findet schneller den Motor, der wirklich zum eigenen Revier und zur eigenen Praxis passt.

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​Der Markt für Bugmotoren ist heute breit genug, um ihn nicht nur nach Marken, sondern vor allem nach Anwendung, Kosten und Leistungsprofil zu lesen. Darin liegt inzwischen seine Stärke. Zwischen einem bezahlbaren 12-Volt-Einstieg, einer besonders komfortablen Automatiklösung, einer bürstenlosen Performance-Klasse und einem Langschaftmotor für Boote mit hohem Freibord liegen heute zwar deutliche Unterschiede – aber keine unübersichtlichen. Im Gegenteil: Die Klassen lassen sich erstaunlich klar sortieren.


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Der Einstieg in die Bugmotor-Welt

Wer erstmals in die Welt der Bugmotoren einsteigt, landet fast zwangsläufig bei Minn Kota PowerDrive oder Terrova. Der Grund ist einfach: Diese Baureihe verbindet eine vergleichsweise niedrige Einstiegshürde mit jenen Funktionen, die den Bugmotor im Alltag überhaupt so wertvoll machen – GPS-Anker, automatische Positionskorrektur, Tempomat-/Autopilot-Logik und eine unkomplizierte Fernbedienung.

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Preislich bleibt dieser Einstieg greifbar. Je nach Ausführung beginnt die PowerDrive-Klasse grob bei 1.500 Euro, und damit markiert sie heute die Tür zur Kategorie.

Die komfortable Lösung

Wenn maximaler Komfort zählt, führt kaum ein Weg an Minn Kota Ulterra vorbei. Ulterra steht seit Jahren für Auto-Stow/Deploy und Power Trim – also für die Möglichkeit, den Motor per Fernbedienung, Pedal oder kompatiblem System aus- und einzufahren und in der Höhe anzupassen, ohne ihn vorn überhaupt anfassen zu müssen.

12 Volt: Wann es reicht

Für kleinere, leichtere Boote und überschaubare Reviere. Gerade dann, wenn das Boot wenig Wind­angriffsfläche bietet, moderat genutzt wird und keine extreme Schubreserve gefordert ist, funktioniert diese Klasse einwandfrei. Wichtig ist nur die richtige Erwartung. 12 Volt sind keine Universalantwort, sondern die passende Lösung für eine klar umrissene Aufgabe: leichte Boote, überschaubare Bedingungen, ein sinnvoller Einstieg. Sobald Boot, Freibord, Winddruck und Einsatzintensität wachsen, kippt die Sache sehr schnell in Richtung 24 Volt.

24 oder 36 Volt in einem Motor

Die spannendste moderne Klasse sind derzeit Motoren, die 24 und 36 Volt in einem Gerät verarbeiten. Hier beginnt die eigentliche Oberklasse des Marktes. Lowrance Recon, Minn Kota QUEST und Garmin Force/ Force Pro stehen exemplarisch für diese Welt.

Der Vorteil liegt auf der Hand: mehr Reserve, mehr Flexibilität, mehr Zukunftssicherheit. Gerade auf mittleren und größeren Booten, bei häufigem Einsatz, mehr Wind oder stärkerem Strom entsteht hier jene Souveränität, die den Unterschied zwischen „es geht irgendwie“ und „es funktioniert wirklich sauber“ ausmacht.

Im Turnier gern gesehen

Wer Bugmotoren nach sportlich-ambitionierter Bootsführung liest, landet gedanklich sehr schnell bei Minn Kota Ultrex QUEST, Lowrance Ghost X und Garmin Force Pro.

Der Grund liegt in ihrer Charakteristik. Ultrex QUEST bleibt wegen seines direkten, fußpedal­nahen Steuergefühls hochinteressant. Ghost X wirkt wie eine sehr konsequente Performance-Antwort auf aktives Werfen und präzise Linienführung. Force Pro verbindet starke Leistung mit einer aufgeräumten, sehr modernen Integrationslogik.

Das macht diese Motoren nicht exklusiv „turniertauglich“, wohl aber besonders attraktiv überall dort, wo Bootsführung schnell, präzise, wiederholbar und ohne Hektik funktionieren soll.

Große Boote, hoher Freibord

Sobald Boote größer oder höherbordiger werden, ändert sich auch die Motorfrage. Hier wird Garmin Force Kraken besonders interessant. Kraken ist genau für diese Welt gebaut: für mehr Freibord und Montagesituationen, bei denen der Schaft auch mal zwei Meter und länger werden muss.

Ganz allein steht Garmin damit nicht. Auch andere Hersteller bieten lange Schaftvarianten an. Aber Kraken setzt diesen Gedanken derzeit besonders klar und sichtbar um.


Auswahlhilfe: Welche Klasse passt zu welchem Einsatz?

Hersteller ProduktnameLeistung VoltSchub lbsEcholot-Geber Integration möglichLive-Geber-Technik Integration möglichFußpedalSchaftlängen ZollNetzwerkFernbedienungPreis Euro
GARMIN (brushless)
Force 24 + 36 Dual80/100ja, CHIRP, ClearVü, SideVüoptional montierbarja, WLAN50, 57ja, WLANja, mit Gestensteuerungab 4.000
Force Pro24 + 36 Dual80/100ja, GT56optional montierbarja, WLAN50, 57ja, WLANja, mit Gestensteuerungab 4.500
Force Kraken24 + 36 Dual80/100ja, Option, GT56optional montierbarja, optional48, 63, 75, 90, 110ja, WLANja, mit Gestensteuerungab 4.500
LOWRANCE (brushless)
Ghost24 + 36 Dual90/115ja, option, Act.Imag3-in-1optional montierbarja, Kabel47, 52, 60ja, LAN/NMEAja, mit Tasterab 4.000
Recon24 + 36 Dual90/115 ja, HDI Geber mögl.neinja, WLAN48, 54, 60, 72ja, LAN/NMEAja, mit Jogab 4.500
MINN KOTA (brush)
PowerDrive1245/55Option, DSC mögl.neinoption, Kabel54ja, LANja, mit Tasterab 1.300
PowerDrive2460Option, DSC mögl.neinoption, Kabel60ja, LANja, mit Tasterab 1.900
Terrova1255Option, DSC mögl.neinoption, Kabel54, 60ja, LANja, mit Tasterab 2.200
Terrova2480/112Option, DSC mögl.neinoption, Kabel60ja, LANja, mit Tasterab 2.600
Ulterra24 oder 3680/112Option, DSC mögl.neinoption, Kabel60ja, LANja, mit Tasterab 4.000
Ultrex24 oder 3680/112Option, DSC & MDI mögl.optional montierbarja, Kabel52, 60ja, LANja, mit Tasterab 4.000
MINN KOTA (brushless)
Terrova Quest24 + 36 Dual90/115Option, DSC, MSI mögl.neinoption45, 60, 72, 87, 100ja, LANja, mit Tasterab 4.500
Ultrex Quest24 + 36 Dual90/115Option, DSC, MSI mögl.neinja, Kabel60, 72ja, LANja, mit Tasterab 5.500
Ulterra Quest24 + 36 Dual90/115Option, DSC, MSI mögl.neinoption60, 72ja, LANja, mit Tasterab 5.500
Instinct Quest24 + 36 Dual90/115neinneinoption60, 72, 87, 100ja, LANja, mit Tasterab 6.300

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Thorsten Trojan

Thorsten Trojan

Freier Autor, Angelexperte

Thorsten Trojan ist der Angelboot-Experte des BOOTE Magazins. Als Hersteller von Aluminium-Arbeits- und Angelbooten und als Partner internationaler Marken kennt er die gesamte Kette: von der ersten Skizze über den Bau in der Werkstatt bis zum Härtetest auf Nordsee, Rhein oder Fjord. Gleichzeitig ist er als Organisator großer Raubfisch-Events und Turniere tief in der Angelszene verwurzelt und im ständigen Austausch mit Profis, Guides und ambitionierten Freizeitanglern. Die Kombination aus Handwerk, Technikverständnis und gelebter Praxis macht ihn zu einem profilierten Kenner dieser Nische.

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