Suzuki MotorSammeltechnik jetzt für alle

Ralf Marquard

 · 26.03.2026

Suzuki Motor: Sammeltechnik jetzt für alleFoto: Suzuki Motor
Die spezielle Filtereinheit sammelt Mikroplastik.
Suzuki Motor Corporation stellt 34 Patente zur Mikroplastik-Sammeltechnologie für Außenbordmotoren lizenzfrei zur Verfügung. Die seit 2022 in fünf Modellen verbaute Vorrichtung sammelt Mikroplastik während der Fahrt, ohne die Motorleistung zu beeinträchtigen. Erstmals verzichtet der japanische Hersteller auf Lizenzgebühren, um die Verbreitung der Technologie zu beschleunigen.

Suzuki Motor Corporation öffnet seine Patente für Mikroplastik-Sammelvorrichtungen an Außenbordmotoren. 34 Patente, einschließlich noch nicht erteilter Anmeldungen, stehen ab sofort lizenzfrei zur Verfügung. Die Entscheidung markiert einen Strategiewechsel: Erstmals in der Unternehmensgeschichte verzichtet Suzuki auf Lizenzgebühren für eine eigene Technologie. Der Schritt zielt darauf ab, die Verbreitung der Sammeltechnologie zu beschleunigen und mehr Hersteller zur Integration in ihre Produkte zu bewegen. Seit Juli 2022 verbaut Suzuki die Vorrichtung serienmäßig in ausgewählten Modellen. Die Technologie nutzt das Kühlsystem des Motors, um Mikroplastik nahe der Wasseroberfläche während der Fahrt einzusammeln. Fünf Modelle – DF140BG, DF115BG, DF140B, DF115B und DF100C – sind aktuell mit der Sammelvorrichtung ausgestattet. Das erste Patent erhielt Suzuki im November 2021, weitere folgten für Außenbordmotoren weltweit.

Funktionsprinzip der Sammeltechnologie

Die Patente beschreiben ein System, das in den Kühlwasserkreislauf des Außenbordmotors integriert wird. Während der Fahrt pumpt der Motor Wasser zur Kühlung an. Die Sammelvorrichtung sitzt im Kühlwasserkanal hinter der Kühlung des Motors und filtert Mikroplastik aus dem durchströmenden Wasser. Die bestehende Kühlfunktion bleibt dabei vollständig erhalten. Ein paralleler Bypass-Kanal verhindert Leistungseinbußen bei verstopftem Filter. Das System leitet den Wasserstrom um, wenn der Durchfluss abnimmt. Spezielles Problem: Unter bestimmten Betriebsbedingungen kann Kühlwasser im Kanal zurückfließen und gesammelte Partikel wieder nach oben drücken. Die verbesserte Konstruktion verhindert, dass Mikroplastik durch den Bypass-Kanal zurück ins Meer gelangt. Die Technologie arbeitet ohne zusätzlichen Energiebedarf und nutzt ausschließlich den vorhandenen Wasserdurchfluss.

Hintergrund der Freigabe

Plastikabfall in den Ozeanen entwickelt sich zu einem globalen Umweltproblem. Kunststoffe zersetzen sich in der Natur zu Mikroplastik, das von Meereslebewesen aufgenommen wird und Ökosysteme belastet. Suzuki entwickelte die Sammeltechnologie als direkte Reaktion auf diese Entwicklung. Je mehr Boote mit der Technologie ausgestattet sind, desto größer ist der Effekt auf die Meeresumwelt. Die Patentfreigabe soll Hersteller weltweit ermutigen, ähnliche Systeme zu entwickeln oder die Suzuki-Technologie zu übernehmen. Kontakt: micp-patents@hhq.suzuki.co.jp.

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Ralf Marquard

Ralf Marquard

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE

Ralf Marquard entdeckte seine Begeisterung für das Bootfahren auf der beschaulichen Aller, zunächst mit Schlauchbooten, später mit einem Sechs-Meter-Kajütboot. Sein Elektrotechnikstudium an der HAW Hamburg führte ihn vom südlichen Heidekreis (Niedersachsen) in die Hansestadt. Ralf Marquard arbeitet seit 1997 in der BOOTE-Redaktion und wurde dort zum Testredakteur ausgebildet. Er testet sowohl kleine Schlauchboote als auch größere Yachten. Sein persönliches Boot ist ein 4,50 Meter langes, selbstgebautes Holzboot mit einem 50-PS-Außenbordmotor. Im Jahr 2007 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur bei BOOTE ernannt.

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