Interview: Andreas Mengen
Tino Böttcher: Bei Yachten um die neun Meter Länge ist die maximale Raumausnutzung ja immer ein Thema. Bei der Neon 910 ermöglicht das Außenborderkonzept eine sehr geräumige Unterflurkabine im Heck. Mit Einbaumaschine würde sie viel kleiner ausfallen oder sogar ganz wegfallen.
Die Werft bietet die Neon in der Tat aktuell mit Benzin-Außenbordern in verschiedenen Leistungsstufen an. Für E-Mobilität ist die Plattform aber sehr gut geeignet. Umbauten mit elektrischen Außenbordern lassen sich mit vertretbarem Aufwand realisieren, wie es bei der hier vorgestellten Nachrüstung mit dem Torqeedo der Fall war.
Die Spitzengeschwindigkeit ist schon erstaunlich, immerhin handelt es sich um ein voll ausgestattetes Boot mit rund 4,5 Tonnen Gewicht und ordentlich Volumen. Es zeigt sich, dass man bei moderater Geschwindigkeit mit recht wenig Energie vorankommt.
Das Ganze steht und fällt mit einem guten Montageort für die PV-Module. Hier bietet die Neon mit ihrem sehr großen Dach perfekte Voraussetzungen, denn die Fläche ist komplett verschattungsfrei und recht groß. Mit den Modulen in unterschiedlichen Abmessungen, die dauerelastisch aufgeklebt wurden, konnte die Fläche maximal genutzt werden.
Bei unseren Yachten, die bewohnbar sind und für ausgedehnte Reisen gekauft werden, ist eine Ausrüstung mit PV mittlerweile der Normalfall. Die vorgestellte Neon hat mit über 420 Wp eine recht große Anlage auf dem Dach. Meist sind die Anlagen so ausgelegt, dass man mit Blick auf die normalen Verbraucher mehrere Tage lang ohne Landstrom auskommen kann.