Amphibien-Camper-TrikeDas BeTriton ist eine Mischung aus Fahrrad, Boot und Camper

Jill Grigoleit

 · 06.05.2026

Der Umbau vom Trike zum Boot dauert laut Hersteller nur wenige Minuten.
Foto: BeTriton

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Die besten Ideen entstehen bekanntlich aus der Not heraus. Auf einer 30.000 Kilometer langen Radtour von London bis nach Tokyo war das Fahrrad des lettischen Designers Aigars Lauzis voll beladen mit Campingausrüstung und um Wasserflächen musste er große Bögen machen - was viel Zeit kostet und vor allem auch schade drum ist. Seine Vision: Fahrrad, Boot und Camper in einem. 2020 entwickelte er den ersten Prototypen. Mittlerweile wird sein multifunktionales Dreirad in Serie produziert.

Das BeTriton wird vom Trike zum Boot

Das BeTriton bietet Platz für einen Fahrer und einen Passagier. Es ist 3,90 Meter lang, 1,40 Meter breit und 1,70 Meter hoch. Ein 250 Watt Elektromotor unterstützt die Pedale an Land bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Km/h. Der Umbau vom Trike zum Boot dauert laut Hersteller nur wenige Minuten. Der elektrische Außenborder kann per Knopfdruck abgesenkt und wieder hochgefahren werden. Die Räder werden hochgeklappt und zwei aufblasbare Schwimmkörper an den Seiten fixiert. Das Vorderteil des Trikes wird zum Heck, das Rückteil zum Bug. Ein faltbarer Anker gehört zur Serienausstattung. Mit 2,1 kW (3 PS) erreicht das BeTriton bis zu acht Stundenkilometer auf dem Wasser und ist führerscheinfrei. Da es als E-Bike zugelassen ist, benötigt es im Übrigen auch auf der Straße keinen Führerschein.

Nachhaltig reisen - Alles elektrisch

Der Rumpf besteht aus einem glas- und kohlefaserverstärktem Kunststoff über einem Aluminiumrahmen. Die beiden Lithium-Eisen-Phospat-Batterien mit einer Speicherkapazität von jeweils 1,44 kWh können herausgenommen und an jeder gewöhnlichen Steckdose geladen werden. Die insgesamt 2,88 kWh bringen an Land mit dem Fahrrad eine Reichweite von etwa 150 Kilometern, auf dem Wasser von ungefähr 25 Kilometer.

Das BeTriton kann auch zur Schlafkabine umgebaut werden. Die Liegefläche misst 2,1 mal 0,97 Meter und bietet laut Hersteller ausreichend Platz für zwei Personen. Die Kabine lässt sich wie ein Cabrio öffnen, die Sitze und Plastikfenster können herausgenommen werden. Zum Aufladen technischer Geräte gibt es in der Kabine zwei USB-Anschlüsse und nochmal zwei Anschlüsse am Fahrradlenker vorne, z.B. für ein Navigationsgerät.

Das BeTriton in drei Ausstattungs- und Preisstufen

Die SLIM-Spec startet bei 9.950 Euro netto und bietet eine offene Kabine mit PVC-Abdeckung, einen 1,44-kWh-Akku, ein 100-Watt-Solarpanel sowie 250-Watt-Landmotor und 2.150-Watt-Bootsantrieb. Die Reichweite beträgt bis zu 75 Kilometer an Land und 12,5 Kilometer auf dem Wasser bei einem Leergewicht von rund 170 Kilogramm. Die MID-Spec kostet 11.950 Euro netto und ergänzt bei gleicher Batterie- und Reichweitenbasis eine verschließbare Hardtop-Kabine. Das Leergewicht steigt auf etwa 180 Kilogramm. In der TOP-Spec für 14.950 Euro netto arbeiten zwei Batterien mit zusammen 2,88 kWh. BeTriton nennt bis zu 200 Kilometer Reichweite auf Land und 30 Kilometer auf dem Wasser. Das Leergewicht beträgt rund 190 Kilogramm.

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Serienausstattung und optionales Zubehör

Unabhängig von der gewählten Version gehören USB-Anschlüsse, eine 12-Volt-Steckdose, Innenbeleuchtung, Navigationslichter, ein elektrisches Motorhubsystem, aufblasbare Stabilisierungs-Schwimmkörper, Stauraum, Stützen, Sicherheitsruder und die Carla-Cargo-Deichsel mit Auflaufbremse zur Serienausstattung. Extras wie Schlafmatte, Heizdecke, Moskitonetz, Tisch oder Anker können zusätzlich bestellt werden.


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Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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