Besondere LeuchttürmeRoman Pharos Dover - ein Römer bei den Briten

Christian Tiedt

 · 22.06.2026

Besondere Leuchttürme: Roman Pharos Dover - ein Römer bei den BritenFoto: Christian Tiedt
Der Römische Leuchtturm (links der Mitte) wurde im Mittelalter zu einem Anbau der Kirche von Dover Castle und diente als Glockenturm. Die Struktur des Gebäudes bliebt aber erhalten.
Besondere Leuchttürme: Dieses Bauwerk blickt zurück auf zwei Jahrtausende – in südenglischen Dover steht am Ärmelkanal einer von drei erhaltenen Leuchttürmen aus römischer Zeit.

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In der römischen Antike war der Ärmelkanal - ein Teil des Oceanus Britannicus - keine unüberwindliche Grenze. Er war Verkehrsweg, denn auch der größte Teil Britanniens war nahezu vier Jahrhunderte lang Teil des Imperiums. Wie heute verkehrten Handels- und Fährschiffe zwischen beiden Küsten, um Güter und Reisende überzusetzen. Galeeren der Flotte zeigten Präsenz gegen Piraten und Schmuggler. Damit dies möglichst sicher passieren konnte, setzten die Römer auf moderne nautische Infrastruktur - den Leuchtturm.

Bloß keine halben Sachen

Da die Römer selten halbe Sachen machten, bauten sie gleich zwei Leuchttürme - je einen auf beiden Seiten des bedeutenden Handels- und Kriegshafens Dubris, dem heutige Dover. Seine Lage war kein Zufall: Über eine Länge von rund 30 Kilometer machten schon damals die berühmten Kreidefelsen jedes sinnvolle Anlanden entlang der Küste unmöglich. Die einzige Lücke in dieser Wand bestand bei Dubris. Wie ein Tor sollten die beiden Feuer – eines im Westen, das andere im Osten der Stadt – von Süden kommenden Schiffen den Weg zu diesem Einschnitt weisen.

  • Name: Roman Pharos Dover, England
  • Lage: Ärmelkanal, Atlantik
  • Position: 51°07'41,8"N, 001°19'22,7"E
  • Turmhöhe: 16 m
  • Feuerhöhe: 20 m (geschätzt, oberer Teil umgebaut)
  • Kennung: vermutlich dauerhaft brennend in offenen Feuerschalen

Für den östlichen der beiden Türme, den bis heute erhaltenen, wählte man einen Standort auf dem höchsten Hügel gleich oberhalb des Hafens. Der vermutlich viergeschossige Turm wurde mit Rundbogenfenstern versehen und mit grünem Sandstein verkleidet. Die Höhe des Gebäudes wird auf etwa 20 Meter geschätzt, von denen heute noch 20 Meter erhalten sind. Insgesamt ergab sich so eine eindrucksvolle Feuerhöhe von rund 130 Metern.

Während der westliche Turm nach dem Ende der römischen Präsenz in Britannien nach dem Jahr 410 verschwand, blieb der östliche erhalten - zunächst als Glockenturm einer mittelalterlichen angelsächsischen Kirche, später dann als Teil der Befestigungsanlagen der Burg von Dover, die noch im Zweiten Weltkrieg eine militärisch bedeutsame Rolle spielte.

​Einer von drei erhaltenen Türmen

Der Roman Pharos Dover ist heute einer von drei erhalten römischen Leuchttürmen, die beiden anderen stehen in A Coruña in Nordspanien und Leptis Magna in Lybien. Nach mehreren Umbauten sind vom originalen Bauwerk noch rund 13 Meter erhalten, das oberste Stockwerk wurde im Mittelalter aufgesetzt. Für die sichere Ansteuerung des Fähr- und Yachthafens von Dover sorgen heute die Molenfeuer.

Für Gäste: die Dover Marina

Gastlieger finden Plätze in der Dover Marina im westlichen Teil des Hafens, der Outer Marina. Sie ist gezeitenabhängig, kann aber bei jeder Tide angelaufen werden. Der Römische Leuchtturm ist Teil der musealen Anlage von Dover Castle und kann beim Eintritt ebenfalls besichtigt werden. Die solide, nahezu zwei Jahrtausende alte Konstruktion spricht noch heute von antiker Baukunst.


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Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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