Östlich von Klintholm Havn beginnt die Küste Møns langsam, aber stetig anzusteigen. Der bei Tage relativ unscheinbare gelbe Turm des Leuchtfeuers im äußersten Südosten der Insel nutzt bereits die hier zehn Meter hohen Klippen, um größere Feuerhöhe zu erreichen. Seine Kennung lautet: Fl(4) W 30s. Møns Klint liegt von hier quasi um die Ecke.
Jahrhundertelang diente seine unübersehbare Wand als wichtige Landmarke für die Schifffahrt in der Ostsee. Später begannen die wilden, wie erstarrte Wellen aufbrandenden Formationen, verändert von Wasser, Wind und Frost, dann auch landseitig Anziehungskraft auszuüben: Zuerst kamen die Maler, dann die Urlauber. Wenige zuerst, später immer mehr. Heute stehen die „Fundamente Dänemarks“, deren 70 Millionen Jahre alter Kalkstein hier so spektakulär zutage tritt, als Biosphärenreservat auf der Liste der Unesco. Ein offenes Fenster in die erdgeschichtliche Vergangenheit, eingebettet in herrliche Natur.
Zentraler Anlaufpunkt für die Erkundung der Klippen und des übrigen Biosphärenreservats auf der Halbinsel Klintholm ist das Besucherzentrum des Geocenters, einer sehenswerten interaktiven Erlebnisausstellung zur Naturgeschichte der Kreideküste und zum dicht bewaldeten Naturschutzgebiet im Landesinneren dahinter. Öffnungszeiten: je nach Saison von 10 bis 18 Uhr. (moensklint.dk). Der Dronningestolen ist nur 300 Meter vom Parkplatz entfernt.
Hier startet auch eine Reihe anderer Wanderrouten durch das Waldgebiet des Klinteskoven zu verschiedenen Aussichtspunkten und zum Park von Liselund im Norden, dem kleinsten „Schloss“ Dänemarks. Insgesamt sechs Treppen, verteilt auf knapp sieben Kilometer Küste, verbinden Strand und Kliffkante. Mit dem Bordfahrrad beträgt die Entfernung von Klintholm Havn zum Geocenter etwa sieben Kilometer. Von Ende April bis Ende September gibt es auch eine direkte Busverbindung: Die Linie 678 verkehrt zwischen Hafen und Besucherzentrum, die Fahrt dauert rund zwanzig Minuten.
Wer mehr Zeit im Revier verbringen möchte, kann Møn auf dem Wasser umrunden und seine „anderen Seiten“ kennenlernen, die flachen, geschützten Sunde im Norden etwa, die kleine, von Salzwiesen und Vogelbrutgebieten geprägte Nachbarinsel Nyord oder den Hauptort Stege im Nordwesten der Insel mit seinen 4.000 Einwohnern – wenn man sich nach so viel Natur wieder nach „Großstadt“ sehnt …
Entsprechend gut ist die Versorgungslage. Geschäfte finden sich entlang der Storegade, ebenso eine Vielzahl von Restaurants. Gastlieger kommen entweder im etwas industriellen Sukkerhavn auf der Westseite des Sundes (der seewärts der Straßenbrücke auch als Außenhafen bezeichnet wird) unter, im Kulhavn gegenüber oder auch auf dem Ostufer im Becken des Lystbådehavn. Das Hafenbüro mit Bezahlautomat befindet sich ebenfalls hier. Gleich vier Supermärkte stehen zur Auswahl.

Ressortleiter Reise
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