IndopazifikStraße von Malakka - Kuala Lumpur und der Norden

BOOTE

 · 02.09.2026

Indopazifik: Straße von Malakka - Kuala Lumpur und der NordenFoto: Franz Schmitt
Die Petronas Towers sind das Wahrzeichen von Kuala Lumpur.
​Die nördliche Hälfte der Straße von Malakka steht im wahrsten Sinne im Schatten der Metropole Kuala Lumpur. Doch auch hier findet man ruhige Ankerplätze zwischen Mangroven.

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Text: Franz Schmitt

Nicht direkt am Wasserstraßenrand aber durchaus in verlockender Nähe liegt Kuala Lumpur, die Hauptstadt von Malaysia. Wir nehmen Kurs auf Port Dickson, einer Marina ganz in der Nähe der Megametropole. Sie ist recht geräumig, aber nicht sonderlich gut besucht. Im Schatten eines großen Hotelkomplexes bietet sie Erfrischung für die Crew (Pool!) und guten Schutz fürs Schiff – so hoffen wir zumindest. Die Steganlage wirkt nämlich etwas in die Jahre gekommen und recht fragil.

Unser Schiff wird also gut gesichert und wir checken nun auch offiziell in Malaysia ein. Zwei Tage später machen wir uns fein für einen längeren Landgang. Von Port Dickson aus sind es etwa zwei Stunden Fahrt bis Kuala Lumpur. Gut angekommen, beziehen wir ein Domizil hoch über den Wolken im 27. Stock eines Hotelhochhauses.

Landgang in Kuala Lumpur

Am Abend und am darauffolgenden Tag kreuzen wir per pedes durch die Millionenstadt und müssen uns wie immer erst mal an den Sound und die Menschenmengen gewöhnen. Besonders beeindrucken uns die 452 Meter hohen Petronas-Towers und das Viertel Bukit Bintang, das besonders am Abend extrem bunt und lebendig wirkt.

Zurück im Hotel wird es plötzlich stürmisch und wir sind froh, dass wir nicht reffen müssen. Dank der bodentiefen Fenster wirken die vorbeiziehenden Böenwalzen beeindruckend und wir machen uns einige Sorgen um unser Boot.

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An Tag drei wird’s kulturell, die Batu Caves stehen auf dem Programm. Wir finden unseren Kurs zwischen einigen Affen und vielen Menschen und staunen nicht schlecht. Da haben die Malaien doch tatsächlich beeindruckende Tempelanlagen in noch beeindruckendere Höhlen hineingebaut. In einem der Tempel bekommen wir gegen eine kleine Gabe von einem Hindu-Priester Armbänder geknotet, die allzeit Schutz versprechen – genau das, was man bei einer Seefahrt braucht.

Ankern zwischen Mangroven

Zurück in Port Dickson stellen wir fest, dass unser Schiff noch an seinem Platz ist und klettern erleichtert wieder an Bord. Nach Tanken und Proviantieren legen wir wenige Tage später ab und suchen unser Glück wieder auf dem Wasser. Unser nächstes Etappenziel: eine Ankerbucht bei Port Klang, dem Hafen von Kuala Lumpur, der aber gut 60 Kilometer von der Großstadt entfernt liegt.

Die Marina dort hat nicht so wirklich gute Bewertungen. Als wir das Zwischenziel 47 Seemeilen und neun Stunden später erreichen, ankern wir deshalb lieber unweit der Hafenanlagen zwischen prachtvollen Mangroven. Zwei uns bekannte Yachten leisten uns Gesellschaft.

Am Morgen darauf starten wir zur letzten großen Etappe: Nur noch 250 See-meilen sind es bis zur Rebak Island Marina im Westen von Langkawi. Diese letzte Strecke in der Straße von Malakka bescheren uns weitere Highlights, die wir so eigentlich nicht gebucht hatten.

Schreck in der Dunkelheit

In der ersten Nacht geben die einheimischen Fischer wieder alles, um es für uns nicht eintönig werden zu lassen. Eins der kleineren, meist unbeleuchteten Fischerboote erstrahlt plötzlich nur wenige Meter neben uns. Nun könnte man ja vermuten, die Fischer wären warum auch immer verstimmt oder hätten unredliche Absichten, aber nichts da: Überaus gut gelaunt wollen sie nur wissen, woher wir kommen und wohin wir wollen. Wie eigentlich immer, löst die in die Nacht gebrüllte Antwort „We are from Germany.“ ein begeistertes Feedback aus. Freundlich winkend drehen sie dann ab, schalten alle Lichter wieder aus und haben erfolgreich dafür gesorgt, dass auch Mareike, die gerade Freiwache hat, wieder hellwach ist.

Ein seltsames Notsignal

Mareike ist es auch, die später in der Nacht ein aktives EPIRB-Signal auf dem Plotter entdeckt – also eine eigentlich sehr ernst zu nehmende Sache. Da das Ding nicht direkt um die Ecke ist, kontaktiert sie über Satellit einen Hafenkapitän aus Malaysia, der uns in Lombok seine Nummer gegeben hatte – für alle Fälle! Der gibt aber sofort Entwarnung: Die Fischer, so erklärt er, benutzen häufig ausgediente Seenotsender, um ihre Netzte zu markieren. Darauf muss man erst mal kommen.

In der zweiten Nacht passieren wir die Land nahe Insel Pulau Pinang und lernen mal wieder was zwei Knoten Gegenströmung, die sich zu allem Überfluss auch noch mit dem Wind verbünden, bedeuten: Schneckentempo bis Still-stand! Zwischenzeitlich haben wir das Gefühl, dass uns die nahe Insel über-holt und wir nie ankommen werden. Erst nach zwei Stunden lässt der Wahn-sinn spürbar nach und wir gewinnen die Wettfahrt mit der Insel.

Straße von Malakka passiert

Elf Stunden und 56 Seemeilen später erreichen wir tatsächlich unser endgültiges Etappenziel: Die Rebak-Marina auf Langkawi. Vor der Hafeneinfahrt, die gar nicht so einfach zu erkennen ist, umkurven wir noch einen letzten Fischer mit Netz. Das Anlegen und Festmachen ist dann nur noch Formsache. Wir haben es tatsächlich geschafft – eine der meistbefahrenen Seestraßen der Welt liegt hinter uns.

Teil 1 der Reportage finden Sie hier!

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