Die Küste der Götter ist ein reizvolles Reiseziel in Kalabrien - aber nur wenigen bekannt. Nicht zuletzt, weil es die meisten Skipper stets zu den Liparischen Inseln in Sichtweite zieht. Falsch ist das nicht. Aber man verpasst etwas.
Sie erstreckt sich zwischen Pizzo und Nicotera und punktet mit kristallklarem Wasser, idyllischen Stränden und charmanten Städtchen. Und da knapp 30 Seemeilen nicht gerade eine nautische Herausforderung sind, geht die Reise noch ein Stück weiter südlich bis nach Scilla zu , am Eingang der Straße von Messina. Schon allein wegen der einzigartigen Schwertfischflotte dort. Und den guten Fischrestaurants.
Für Tag eins empfiehlt sich Pizzo, gleich um die Ecke, ein reizvoller Auftakt an der tyrrhenischen Küste. Die Ansteuerung von See her ist bereits ein Erlebnis: Die Stadt thront malerisch auf einem Felsvorsprung über dem Meer und bietet bei der Annäherung vom Wasser aus ein beeindruckendes Panorama mit der alten Festung und den pastellfarbenen Häusern der Altstadt.
Direkt unterhalb des malerischen Zentrums befindet sich ein kleiner, geschützter Hafen, der allerdings nur Fischerbooten vorbehalten ist. Bei schwachen und ablandigen Winden ist das Ankern kein Problem. An Land erwartet Crews ein typisch süditalienisches Ambiente: verwinkelte Gassen, historische Sehenswürdigkeiten wie das Castello Murat. Die Burg erzählt von den bewegten Zeiten Kalabriens und ist eng mit der Geschichte von einem Schwager Napoleons verbunden.
Die wahre Attraktion Pizzos ist allerdings das berühmte Tartufo-Eis, das man sich auf der Piazza della Repubblica mit Blick auf den Hafen nicht entgehen lassen sollte. Das Dessert wurde in den 1950er Jahren hier erfunden. Mehrere Eisdielen behaupten, die Originalversion anzubieten – besonders berühmt ist die Gelateria Dante. Ein Muss. Der Rest ist Schweigen und Schmatzen.
Nächstes Highlight am Tag darauf, etwas nördlich von Pizzo, ist die Chiesetta di Piedigrotta, eine einzigartige Höhlenkirche nahe dem Strand, sehr gut mittels Dingi zu erreichen. Die Kirche wurde in den Felsen am Meer gehauen und verfügt über eine bemerkenswerte Entstehungsgeschichte.
Der Legende nach entstand die Kapelle Ende des 17. Jahrhunderts: Neapolitanische Seeleute gerieten in einen schweren Sturm und gelobten für den Fall ihrer Rettung, eine Kirche zu Ehren der Madonna zu errichten. Und so geschah es. Trotz Schiffbruchs erreichten sie das Ufer unversehrt – ebenso wie ein Madonnenbild, das sich in der Kapitänskajüte befand. Aus Dankbarkeit gruben sie am Ort der Strandung eine Kapelle in den Felsen und stellten das Bild dort auf. .
Von Sturm kann auf unserem Törn keine Rede sein. Die milde auflandige Brise tagsüber begleitet uns in Richtung Tropea, der Perle Kalabriens, von Badestopp zu Badestopp. Unterwegs machen wir an einem besonderen Ankerplatz. In der Nähe eines Tuffsteinfelsens, der wie ein alter, etruskischer Hafen aussieht und am Wochenende sehr beliebt ist. Leider sind wir etwas spät dran. Mehr als ein kurzer Badestopp ist nicht drin. Egal, jede Abkühlung ist willkommen!
Teil 2 der Reportage folgt in Kürze!

Freier Autor
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.