KroatienNationalpark Kornati - Murings für den Meeresschutz

Bodo Müller

 · 04.06.2025

Kroatien: Nationalpark Kornati - Murings für den MeeresschutzFoto: Bodo Müller
Eine neue Muringboje im Nationalpark Kornati.
Im Nationalpark Kornati werden in allen bislang zum Ankern ausgewiesenen Buchten neuartige Murings ausgelegt. Seegraswiesen am Meeresgrund sollen so besser geschützt werden.

Ein umweltschonendes Earthanchor-System soll künftig das individuelle Ankern im Nationalpark Kornati ersetzen. Grund ist der Schutz der Seegraswiesen (Posidonia) im Kornaten-Archipel. Das Seegras ist wichtig für das Ökosystem des Planeten, da es durch Photosynthese Kohlendioxid absorbieren und Sauerstoff gibt. Zudem dienen die Wiesen als Kinderstube für etliche Meeresbewohner. Tausende von Ankerliegern pro Saison haben diese wichtigen Habitate immer mehr gefährdet.

Neues umweltschonendes Muringsystem

Mit Unterstützung der EU begann der Nationalpark Kornati daher bereits 2024 in acht Buchten 90 Bojen des neuen Earthanchor-System zu installieren. Dabei werden nicht mehr, wie bislang im Mittelmeer üblich, tonnenschwere Betonblöcke auf dem Grund versenkt: Der Earthanchor besteht stattdessen aus einer Bohrung im Meeresboden, in die ein Stahlanker „geschossen“ wird.

Der Eingriff ist so nur minimal. An den Anker wird ein Tampen geschäkelt, an dem oben wiederum eine Boje befestigt wird. Daran können Boote und Yachten mit einer Länge von bis zu 16 Metern festmachen.

Alle ausgewiesenen Buchten in den Kornaten

Laut Aussage des Nationalpark-Direktors Šime Ježina sollen künftig in allen ausgewiesenen 19 Ankerbuchten (Stiniva, Statival, Lupeška, Tomasovac/Suha punta, Šipnate, Lučica, Kravljačica, Strižnja, Vrulje, Gujak, Opat, Smokvica, Ravni Žakan, Lavsa, Piškera/Vela Panitula, Anica und Lojena auf Levrnaka, Podbižanj, Koromačna) insgesamt über 200 der neuartigen Muringbojen verankert werden. Die Arbeiten sind technisch aufwändig, darum kann heute noch nicht gesagt werden, wann sie abgeschlossen sein werden.

Der Nationalpark Kornati

Der Nationalpark Kornati vor der Adriaküste Kroatiens umfasst 89 Inseln aller Größen. Seit 1980 steht er unter Naturschutz und bietet spektakuläre Karstlandschaften ohne Wasserläufe, zum großen Teil frei von dichtem Bewuchs. Die beeindruckenden Klippen und versteckten Buchten sind beliebte Ziele bei Bootscrews und ideal zum Tauchen und Schnorcheln. Größte Insel ist Kornat, von der der gesamte Archipel den Namen hat. Sie ist 25 km lang, dabei aber nur maximal 2,5 Kilometer breit. Die Verwaltung des Nationalparks Kornati befindet sich hingegen auf der Insel Murter.

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Bodo Müller

Bodo Müller

Freier Autor

Seit 1987 arbeitete Bodo Müller, damals noch in Rostock lebend, als DDR-Korrespondent des Magazins YACHT. Nach seiner Ausreise im August 1989 berichtet er als Reporter und Fotograf der Magazine YACHT und BOOTE über alle Charterreviere weltweit. Er schrieb 22 Bücher, darunter den bei Delius Klasing erschienenen Bestseller „Über die Ostsee in die Freiheit“, der von der ARD verfilmt wurde. Daneben ist er Drehbuchautor von zeitgeschichtlichen Filmen und arbeitet als Drohnen- und Unterwasser-Kameramann für den TV-Sender ARTE. Bodo Müller lebt heute auf der Halbinsel Priwall in Travemünde.

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