Am 31. Dezember 2030 enden die Konzessionsverträge für 20 von 22 ACI Marinas. In einem EU-Land dürfen die Konzessionen nicht mehr automatisch einem staatsnahen Unternehmen zugeschoben werden, sie müssen ausgeschrieben werden. Und es gibt Interessenten, die einen Blick auf die an attraktiven Standorten gelegenen Marinas geworfen haben. Böse Zungen behaupten, dass der Reparatur- und Renovierungsstau, der in manchen ACI Marinas offensichtlich ist, im Zusammenhang mit dem baldigen Ablauf der Konzessionen zu sehen ist. Nachfolgend stellen wir die aktuellen Projekte vor.
Die neue Marina in der Bucht von Pula bietet neben 400 Liegeplätzen für Boote bzw. Yachten bis 25 Meter Länge neuerdings auch Winterlager an. Dazu stehen ein 200-Tonnen-Mobilkran sowie ein selbstfahrender Trailer, der Schiffe bis 100 Tonnen bewegen kann, zur Verfügung. Auf der zur Marina gehörenden Halbinsel St. Katarina wurde die ehemalige K.-u.-k.-Kaserne zum Fünf-Sterne-Hotel Monumenti umgebaut und im Mai 2025 eröffnet.
Zur boot 2024 kündigte der damalige ACI Generaldirektor Kristijan Pavic vollmundig an, dass die Bauarbeiten am größten Investitionsvorhaben im nautischen Tourismus an der kroatischen Adria im Frühjahr 2024 beginnen werden. Die Rede ist vom Umbau des ehemaligen Industriehafens Porto Baroš in Rijeka zur Luxusmarina mit 230 Liegeplätzen für Yachten bis 19 Meter Länge. Zu den Investoren gehören neben ACI auch die deutsche Lürssen-Gruppe. Ab der Saison 2025 sollten Yachten anlegen können. Doch bis heute wurde nicht ein Spatenstich getan. Auf dem ACI-Stand auf der boot 2026 war die neue Luxusmarina kein Thema mehr. Auf Nachfrage kamen schmallippige Antworten. Angeblich sei auf dem Meeresgrund vor Rijeka Kriegsschrott gefunden worden, der erst geborgen werden müsse. Wann die Bauarbeiten beginnen, wusste niemand zu sagen.
Die angekündigten Bauarbeiten im Stadthafen von Krk haben pünktlich zum Ende der Saison 2025 begonnen. Dort mangelte es an Liegeplätzen, und die Hauptmole bot kaum Schutz vor dem aus Süden anrollenden Seegang des Jugos. Nun wird die Hafenmole im Westen verlängert sowie eine neue Mole ab der gegenüberliegenden Bucht Portapižana gebaut. Dadurch entsteht ein großes Hafenbecken, das nach Süden hin weitgehend geschlossen ist. Wenn die zwei neuen Molen fertig sind (geplant bis Sommer 2026), werden in der östlichen Hafenbucht Schwimmstege ausgebracht, wo dann vorzugsweise einheimische Boote liegen werden. Die dadurch gewonnenen Liegeplätze nahe der Altstadt sollen Gästen zur Verfügung stehen. Bis August 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Weitere Großprojekte sind: die Sanierung der Mole in Malinska, die Neugestaltung der Uferpromenade in Vela Jana sowie die Verlängerung zweier Piers im Hafen von Punat.
Die Marina Punat im Süden der Insel Krk setzt als weltweit erste einen mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Robot-Marinero ein. Bereits seit Jahren erhalten alle Liegeplatzinhaber dank des Schiffsüberwachungssystems Pro Active Boat Care einmal wöchentlich per App ein Foto ihres Bootes sowie eine Meldung, wenn Leinen, Fender, Persenninge nicht mehr in Ordnung sind. Bei 1.400 Liegeplätzen war dies ein immenser Arbeitsaufwand für die Marineros, da jedes Bild von Hand aufgenommen und überspielt werden musste. Diese Routinearbeit übernimmt jetzt der Robot-Marinero. Er erkennt sofort, wenn das Boot nicht mehr exakt auf derselben Stelle liegt und schlägt Alarm, wenn seine Wärmebildkamera bei einem unbemannten Boot einen Hitzestau unter Deck erkennt. Der Roboter dient ausschließlich der Sicherheit der Boote am Liegeplatz sowie der Prävention von Schäden.
Ab 2026 bildet die in der Marina Punat ansässige Segelschule „In2TheBlue“ nach den Standards der Royal Yachting Association (RYA) aus. Die österreichische Segelschule ist damit das erste zertifizierte Trainingszentrum der RYA an der nördlichen Adria. Das Kursangebot der RYA in Punat umfasst u. a. folgende Zertifikate: RYA Day Skipper, RYA Coastal Skipper, RYA Yachtmaster Offshore. Alle Kurse sind stark praxisorientiert und finden in kleinen Gruppen an Bord in englischer Sprache statt. Die Ausbildungsdauer beträgt sieben Tage mit Fokus auf Seemannschaft, Navigation und Crewführung unter realistischen Bedingungen. Davon unabhängig können Sie bei „In2TheBlue“ auch eine Ausbildung zum Erwerb der deutschen und österreichischen Segelscheine sowie des Sprechfunkzeugnisses SRC absolvieren.
Nach Fertigstellung der beiden äußeren Wellenbrecher im Frühjahr 2025 ist der Stadthafen Baška ein interessanter Zwischenstopp geworden. Es gibt neue Liegeplätze an den Innenseiten der beiden Molen. Als Abschluss der Bauarbeiten wird aktuell der T-förmige Steg parallel zur Uferpromenade fertiggestellt (auf dem Foto bereits im Rohbau zu sehen). Man geht davon aus, dass die geplanten 72 neuen Liegeplätze für Einheimische und Gäste ab Saisonbeginn 2026 genutzt werden können.
Eine nagelneue Marina mit dem Namen Molum Marine Club wurde im Juni 2025 in der Gemeinde Sv. Filip i Jakov (ca. 4 km nördlich von Biograd) eröffnet. Die neue und sehr edle Anlage bietet 127 Liegeplätze für Yachten bis 35 Meter Länge und acht Meter Tiefgang und den zeitgemäßen Service einer modernen Marina. Zum Yachthafen gehört auch das neue Resort Molum Hotel & Residences. Der Molum Marine Club ist einer der wenigen Yachthäfen an der kroatischen Küste mit einer Absauganlage für Schwarzwasser.
Eigentlich hätte die neue Marina Šešula in der gleichnamigen Bucht im Westen der Insel Šolta bereits 2024 fertig sein sollen. Doch auch in der Saison 2025 war davon noch keine Spur zu sehen. Wie seit Jahren üblich, lagen in der Hochsaison bis zu 60 Boote und Yachten in dem beliebten, schmalen Fjord vor Anker, mit Landfesten zum Ufer – mit den bekannten Folgen für die Wasserqualität. Die geplante Marina mit 70 Muringplätzen an einer Schwimmsteganlage mit Sanitärgebäude wäre ein Segen für die Umwelt. Eine Anfrage an das Hotel Martinis Marchi, das die Anlage bewirtschaften will, blieb unbeantwortet. Aber nach Auskunft von Insidern werden wohl auch 2026 keine Bauarbeiten beginnen.
Albanien wird vom 16. bis 18. Oktober 2026 seine erste internationale Bootsmesse ausrichten. Die In-Water-Boatshow Balkans Sea Fair Albania soll vor allem die Hersteller, Broker und Vercharterer größerer (Motor-)Yachten anlocken. Veranstaltungsort der Balkans Sea Fair ist die Marina Orikum im Süden des Golfes von Vlora.
Seit 2025 dürfen Yachten unter ausländischer Flagge in Montenegro zoll- und steuerfrei Kraftstoff bunkern. Der steuerfreie Sprit-Verkauf ist rechtlich umstritten und sollte auch eigentlich wieder eingestellt werden. Da man jedoch fürchtet, dass die Eigner großer Motoryachten wieder ins benachbarte Albanien abwandern, wo Yachten unter ausländischer Flagge steuerfrei bunkern können, wird es im Land der schwarzen Berge auch 2026 weiter vergünstigten Sprit geben. Mit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten schoss auch der Preis für zollfreien Diesel in die Höhe und lag Ende März bei 1,15 €. Er wird wöchentlich vom Staat neu festgelegt. Aktuell müssen Bestellung, Bezahlung und Zollabfertigung von steuerfreiem Schiffsdiesel von einer lokalen, lizenzierten Agentur abgewickelt werden. Das billige Bunkern auf dem Balkan dürfte bald ein Ende haben. Die EU-Beitrittsverhandlungen mit Montenegro sollen Ende 2026 abgeschlossen sein und ab 2028 dürfte das kleine Land vollwertiges Mitglied des Staatenbundes sein. Dann können Eigner großer Yachten noch für kurze Zeit ins südliche Nachbarland ausweichen, bis 2030 auch Albanien zur EU gehören wird. Folgende Tankstellen dürfen den Diesel zoll- und steuerfrei abgeben: Porto Montenegro, Marina Portonovi und Marina Bar. In Porto Montenegro sind Durchflussmengen von 1.000 Litern pro Minute möglich.

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