Liegeplatz-Check OstseeGeduldsprobe in SH – Häfen fast restlos belegt

David Ingelfinger

 · 07.04.2026

Liegeplatz-Check Ostsee: Geduldsprobe in SH – Häfen fast restlos belegtFoto: Fabian Boerger
Während es Dauerlieger in SH schwer haben, finden Gastlieger fast immer einen Platz.
Rund 69 Prozent der befragten Häfen an der Ostsee verfügen momentan über keinen einzigen freien Dauerliegeplatz. Die Wartelisten für eine feste Box bleiben damit weiterhin lang. Unsere aktuelle Erhebung unter 83 Ostsee-Häfen verdeutlicht, dass man für einen festen Standort zwischen Flensburg und Lübeck derzeit vor allem eine große Portion Ausdauer mitbringen muss.

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Im Zuge unserer umfassenden Recherche haben wir über 200 Häfen und Marinas entlang der deutschen Ostseeküste kontaktiert. Allein aus Schleswig-Holstein lieferten 45 Betriebe präzise Informationen zu ihrer aktuellen Lage. Diese Daten untermauern die tägliche Realität vieler Eigner, die häufig viel Geduld brauchen, um eine feste Box in Schleswig-Holstein zu finden. Die Wartelisten verkürzen sich nicht und die Mehrheit der Anlagen ist weiterhin restlos belegt.

Wenig Spielraum für Eigner

69 Prozent der befragten Häfen in Schleswig-Holstein melden: kein einziger freier Dauerliegeplatz. Das Revier zwischen Flensburg und Travemünde ist nahezu komplett ausgelastet – spürbar dichter belegt als die Reviere in Mecklenburg-Vorpommern.

Die wenigen freien Kapazitäten ballen sich in einigen Hotspots. Fünf große Anlagen, darunter die ancora Marina in Neustadt und die Marina Wendtorf, halten rund ein Viertel aller verfügbaren Plätze. Die Auswahl für suchende Segler ist begrenzt. Überhaupt meldeten nur 14 Häfen freie Boxen.


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Kostengefälle an der Ostsee

Die Knappheit treibt die Preise. Dauerlieger in Schleswig-Holstein zahlen durchschnittlich 44,50 Euro pro Quadratmeter für die Saison, in Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 38,10 Euro. Doch die Unterschiede fallen von Hafen zu Hafen erheblich aus: Die Spanne reicht in Schleswig-Holstein von 15 bis 76 Euro pro Quadratmeter.

Besonders in den Ballungsräumen wie Kiel oder Travemünde wird es teurer als in den angrenzenden Regionen. Entscheidend sind zudem die Serviceleistungen – und die variieren je nach Marina deutlich.

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Preise im Vergleich: Wo sich SH und MV unterscheiden

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Quelle: YACHT-Umfrage

Entspannung bei Gastliegern

Für Urlauber sieht die Lage deutlich entspannter aus. Die tägliche Fluktuation sorgt dafür, dass besetzte Dauerliegeplätze frei werden – durchreisende Crews finden auf dem Törn meist problemlos eine Box. Für eine Zwölf-Meter-Yacht werden in Schleswig-Holstein durchschnittlich rund 25 Euro pro Nacht fällig, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 23,38 Euro. Der große Preisunterschied, der bei Dauerliegeplätzen ins Gewicht fällt, existiert hier nicht.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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