David Ingelfinger
· 07.04.2026
Für einen Liegeplatzreport hat boote mehr als 200 Häfen und Marinas entlang der deutschen Ostseeküste angeschrieben. Davon lieferten 38 Marinas aus Mecklenburg-Vorpommern detaillierte Rückmeldungen zu ihrer aktuellen Liegeplatzsituation.
Die Auswertung ergibt zwar insgesamt deutlich mehr freie Kapazitäten als in Schleswig-Holstein, doch diese verteilen sich sehr ungleichmäßig auf die Region. Während wenige große Marinas über reichlich Platz verfügen, sind zahlreiche kleinere Häfen – ganz ähnlich wie in SH – bereits komplett ausgebucht.
Dabei kristallisieren sich konkrete Hotspots heraus: Fünf große Anlagen vereinen fast 35 Prozent aller verfügbaren Kapazitäten auf sich. In Schleswig-Holstein kommen die fünf größten Häfen dagegen nur auf 25 Prozent. Die Liegeplätze in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren sich also stärker auf weniger Standorte als im westlichen Nachbarland.
Für Durchreisende spielt die angespannte Lage bei den Dauerliegeplätzen eine eher untergeordnete Rolle, denn die Zahl der Gastliegeplätze fällt insgesamt höher aus. Durchreisende Crews finden meist problemlos eine Box. In Mecklenburg-Vorpommern stehen im Schnitt 33 freie Gastliegeplätze pro Hafen zur Verfügung, in Schleswig-Holstein sind es wiederum nur zehn.
Doch auch hier verzerrt die Statistik das Bild. Wenige Ausreißer treiben den Durchschnitt nach oben – einige wenige Häfen stellen den Großteil der freien Kapazitäten. Skipper sollten sich deshalb im Vorfeld über verfügbare Gastliegeplätze informieren.
Die insgesamt entspanntere Marktsituation im Osten spiegelt sich vor allem in den Preisen wider. Für eine Zwölf-Meter-Yacht als Gastlieger werden in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 23 Euro pro Nacht fällig – zwei Euro weniger als in Schleswig-Holstein.
Deutlicher wird die Differenz bei den Dauerliegeplätzen: In Mecklenburg-Vorpommern zahlen Bootsbesitzer durchschnittlich 38 Euro pro Quadratmeter, in Schleswig-Holstein sind es 44,50 Euro. Bei einer 12-Meter-Yacht mit rund 35 Quadratmetern Grundfläche summiert sich der Unterschied auf 225 Euro pro Jahr.
Besonders in großen Anlagen der maritimen Ballungsräume und auf beliebten Urlaubsinseln liegen die Preise oft höher als in ruhigeren Binnenrevieren. Entscheidend sind zudem die Serviceleistungen, die von Hafen zu Hafen teilweise erheblich variieren.

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