Uske Berndt
· 27.05.2026
Dean Smith: Der Standort liegt nur einen Steinwurf von der Werft entfernt, sie haben das Gelände für Auslieferungen, Lagerung und Reparaturen genutzt. Vor etwa 15 Jahren stellten sie den Antrag, einen Yachthafen zu bauen. Aber es ist schwierig, so ein Projekt zum Erfolg zu führen und gleichzeitig ein riesiges Unternehmen zu leiten. Sie suchten also einen Partner, und so arbeiteten wir gemeinsam an dem Design. Sie hatten einen starken Einfluss darauf, wie das Ganze funktionieren und aussehen sollte. Sie brachten ihre Ideen und Marktdaten ein und wir unsere Erfahrung, unser Wissen und unser Know-how. Wir sprechen jeden Tag, denn wir betreiben die Marina Varazze für sie. Wir fragen, was die Werft benötigt, und versuchen das in die Infrastruktur zu integrieren.
Ja, man würde ein wenig im Blindflug agieren und einige Annahmen auf der Grundlage des Marktes und unserer Erfahrung anstellen. In Livorno haben wir einen direkten Draht, um herauszufinden, was in der Werft vor sich geht, und können dies mit einfließen lassen. Wir versuchen einen schönen Yachthafen in einer wunderschönen Gegend zu bauen, der sowohl die Bedürfnisse der Werft als auch die ihrer Kunden berücksichtigt. Was wir hier lernen, übertragen wir auf den Rest unserer Gruppe.
Palma war eine Ausschreibung. Die Stadt schreibt alle Yachthafenanlagen in der Bucht aus, und wir haben ein Angebot eingereicht und gewonnen. Wir bringen unsere Innovationen in den Standort ein, in Bezug auf Energieverbrauch, Anlegesysteme und mehr. Es ist ein kleines Areal mit 79 Booten, aber eines, in dem Eigner größerer Yachten sich gewünscht haben, dass wir dort präsent sind. Wir wollen ja Standorte auswählen, die von Eignern geschätzt werden. Wenn wir das schaffen und diesen Ort verbessern, dann wissen wir, dass unsere Kunden ihn nutzen. Es ist also ein Gewinn für alle Beteiligten. Unsere Kunden besuchen die Marina und schätzen, dass wir sie kennen und wissen, was sie brauchen. So verbessern wir unseren Service, und sie bekommen ein schöneres Erlebnis. Dazu kommt noch, dass es Palma ist. Es ist wunderschön.
Wir haben drei Quellen für Immobilien. Wir suchen nach Yachthäfen zum Kauf, zur Sanierung oder zur Entwicklung. Entweder handelt es sich um eine bestehende Immobilie, deren Eigenschaften zu unseren Zielen passen: Lage, Größe, Service. Die Anlage ist in Betrieb und muss in die D-Marin-Gruppe integriert werden. Der zweite Fall ist die Sanierung, bei der es vielleicht eine Ausschreibung gibt oder auch den Verkauf eines Hafens, dessen Infrastruktur am Ende ist. Da sind die Pontons abgenutzt, die Steganlagen, die Promenade, die Wohnungen und Geschäfte ebenfalls. Dann könnten wir sanieren. In diese Richtung geht wohl auch Camille Rayon, ein schöner Hafen, komplett ausgebucht, aber die Infrastruktur ist 30 Jahre alt. Wir investieren 50 Millionen Euro, um die Marina zu modernisieren, zahlen die Konzessionsgebühr an die Stadtverwaltung und können den Standort in unser Netzwerk aufnehmen. Und dann gibt es noch die dritte Art von Entwicklung, wie in Livorno, wo wir einen alten Handels- und Marinehafen in eine moderne Fünf-Sterne-Marina verwandeln.
Wir haben im Jahr 2021 mit einem externen Unternehmen eine Studie durchgeführt und unsere Kunden in den Häfen befragt. Damals hatten wir neun: drei in Griechenland, drei in der Türkei und drei in Kroatien. Wir wollten herausfinden, was den Kunden am Service gefiel und was nicht. Wir wollten wissen, ob es Probleme gab, und unsere digitalen Lösungen darauf ausrichten. Das hat uns neun Monate gekostet, aber unsere Zielgruppe klar segmentiert. Wir hatten also Fischer, Sportbootfahrer und Eigner, die ihre Yacht wie ein Ferienhaus behandeln, dazu Superyachten und Kapitäne. Als wir die Kunden so unterteilt hatten, konnten wir überlegen, wie wir sie bedienen.
Ja, größere Crews benötigen einen besonderen Service. Deshalb haben unsere Anlagen mit Liegeplätzen für große Boote auch Einrichtungen für die Crews. In Porto Mirabello gibt es ein voll ausgestattetes Fitnessstudio und einen Freizeitbereich. Die Crews haben eigene, separate Grillplätze, da können sie Dampf ablassen, um motiviert zu bleiben und sich wohlzufühlen. Das hilft dem Kapitän ganz sicher bei der Teammoral und auch, um die Crew zu Höchstleistungen zu motivieren.
Oh, meine Güte, 2030! Ich denke, eine Fortsetzung des bisherigen Kurses mit einem soliden Wachstum bei der Anzahl der Immobilien. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, ein panmediterranes Netzwerk aufzubauen. Wir sind jetzt bei 26 Marinas und würden gerne bis 2030 bei 32 oder 33 sein. Ich wünsche mir, dass unser System noch stabiler wäre und wir noch mehr Funktionen anbieten können. Tatsächlich haben wir gerade „Latitude“ eingeführt und darin alle unsere Vorteile gebündelt. Und wir haben die „Happy Berth Days“, ein Programm für gegenseitige Liegeplatznutzung.
Ja, ein witziges Wortspiel. „Happy Berth Days“ umfasst sieben Nächte in einem beliebigen D-Marin-Yachthafen. Das ist im Jahresliegeplatzvertrag enthalten, ebenso die Sicherheitssensoren für Boote. Wir haben Bilgenalarm, Wärmemelder, wirklich alles. Zusammen mit den Berth Days haben die Jahresliegeplatzinhaber auch eigene Veranstaltungen und digitale Säulen und Versorgungsanschlüsse. All das wurde unabhängig voneinander zusammengestellt, und wir haben es mit „Latitude“ in ein Paket verpackt.
Es ist eher ein Basis-Level als die Platin-Stufe, eine Mitgliedschaft, die Vorteile verschafft. Wenn jemand von Gouvia nach Zea in Griechenland gesegelt ist, muss er bei der Ankunft nur die Karte vorzeigen, und ich weiß sofort, wer das ist, kann die Reservierung vornehmen und alles erledigen. Ich möchte, dass es für alle supereinfach ist. Wir beginnen mit Blau, das ist für alle. Und dann gibt es eine Option für Kunden, die auf Silber oder Platin umsteigen möchten und damit mehr Vorteile genießen. Ich denke, dass wir im Jahr 2030 mehr Yachthäfen, ein besseres Mitgliedschaftsprogramm und eine bessere Benutzererfahrung haben werden.
Durch den Kauf von Marinas in erstklassiger Lage haben wir viele sehr große Liegeplätze erworben. So sind wir zufällig zum größten Superyacht-Dienstleistungsunternehmen im gesamten Mittelmeerraum geworden. Wir haben 14.000 Liegeplätze, über 1.000 für große Yachten. Was das Wissen und Verständnis von Superyachten angeht, haben wir eine beschleunigte Lernkurve durchlaufen. Die Daten, die wir hier sammeln, sind unglaublich. Bis 2030 werden wir noch ausgefeiltere digitale Systeme haben. Da es sich um Software handelt, lässt es sich viel einfacher implementieren als alles andere. Ich muss keinen Beton gießen oder Kabel verlegen.
Ich wünsche mir, dass wir dann auf vielen Kontinenten vertreten sind und dass unsere Plattform so skalierbar ist, dass wir nach Nordeuropa gehen könnten. Vielleicht auch nach Asien. Wir sind bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten und werden unsere Präsenz dort auch weiter ausbauen. Ich werde jetzt nicht Amerika sagen, denn dort gibt es einige riesige Akteure. Die würden uns wahrscheinlich nicht reinlassen.

Redakteurin News & Panorama